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1998 erkrankten in Deutschland 57.000 Personen an
Darmkrebs, 30.000 starben daran. Die Stiftung hat sich damals das Ziel gesetzt,
die Zahl der Darmkrebstoten bis zum Jahr 2010 auf die Hälfte zu senken, d.
h. 15.000 Menschenleben pro Jahr zu retten. Wichtige Voraussetzung für
eine Heilung ist eine frühe Diagnose. 2008 ist die Zahl der
jährlichen neu entdeckten Darmkrebserkrankungen gestiegen auf mehr als
73.000. Dies ist zurückzuführen auf die vermehrt in Anspruch
genommene Früherkennung und geht einher mit der oft lebensrettenden
Diagnosestellung in einem früheren Stadium der Erkrankung. Die Zahl der
Darmkrebstoten ist rückläufig, sie liegt derzeit bei unter 27.000 pro
Jahr. Erfreulich ist die Entwicklung der Sterblichkeitsrate: 1998 lag sie noch
bei mehr als 50 Prozent, sie ist inzwischen gesunken auf unter 40 Prozent. Die
Stiftung LebensBlicke und der Förderverein sind mit dem Erreichten mehr
als zufrieden, sind aber von der ursprünglichen Zielsetzung noch weit
entfernt. Darmkrebs bleibt eine Herausforderung.
Gegründet wurde
die Stiftung LebensBlicke 1998 auf Initiative von Prof. Dr. med. Jürgen F.
Riemann, dem damaligen Direktor der Medizinischen Klinik C am Klinikum
Ludwigshafen/Rhein. Das Stiftungskapital betrug bei der Gründung 100.000
DM und konnte durch verschiedene Aktivitäten (zum Beispiel Aktion "1000-mal-1000",
Geburtstage und Jubiläen) und Zustiftungen durch den Förderverein auf
heute knapp 205.000 Euro erhöht werden. Die Geschäfte der Stiftung
führt ein fünf Mitglieder zählender
Vorstand, dessen Vorsitzender Prof.
Riemann ist. Aufsichtsgremium der Stiftung ist der
Stiftungsrat. Er besteht aus elf
Mitgliedern. Vorsitzender des Stiftungsrates ist Prof. Dr. med. Wolfgang
Fischbach, Klinikum Aschaffenburg. Beraten und unterstützt wird der
Stiftungsrat durch das Kuratorium. Es
besteht aus acht Mitgliedern. Vorsitzender ist Dr. med. Günter Gerhardt,
Allgemeinarzt und Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung
Rheinland-Pfalz.
Ein wichtiges Element der Strategie ist die Bildung
eines bundesweiten Netzwerkes. Lokale Repräsentanten der Stiftung im
gesamten Bundesgebiet sind die mehr als 170 Regionalbeauftragten und 18
Fortbildungskoordinatoren.
Regionalbeauftragte sind hauptsächlich Ärzte. Sie setzen sich ein
für die Darmkrebsvermeidung, wobei die Zielgruppe die breite
Öffentlichkeit ist.
Fortbildungskoordinatoren, in der Regel pro
Bundesland jeweils eine/einer, sind in Krankenhäusern tätige
Ärztinnen/Ärzte, die sicherstellen, dass in jedem Bundesland die
Ärzte (insbesondere die niedergelassenen Ärzte) über die
Darmkrebsvermeidung informiert werden.
Im November 2001 wurde der
Förderverein Stiftung LebensBlicke e. V. gegründet; er er zählt
inzwischen mehr als 370 Mitglieder -
darunter Ärzte, prominente Persönlichkeiten, Künstler sowie
Unternehmen, Kliniken und Praxen aber auch viele Privatpersonen.
Vorstandsvorsitzender ist Dr. Dirk Wuppermann. Der Förderverein
unterstützt die Stiftung nicht nur ideell, sondern auch materiell:
Spenden, Mitgliedsbeiträge und die Erlöse eigener Projekte werden
dazu verwendet, das gemeinsame Ziel zu erreichen. Der Verein wurde
gegründet, um die Startphase zu unterstützen und wird
satzungsgemäß am 31.12.2011 aufgelöst. Die Stiftung und der
Förderverein betreiben intensiv Aufklärungs- und
Öffentlichkeitsarbeit. Dabei wird auf Multiplikatoren-Effekte gesetzt, um
das Bewusstsein für die Vorsorge gegen Darmkrebs möglichst breit
gefächert zu schärfen. Mit Benefizveranstaltungen, der Initiierung
und Begleitung von Studien sowie Veröffentlichungen zum Thema werden
Ärzte informiert. Die breite Bevölkerung wird darüber hinaus mit
Informationsflyern, Broschüren und
Aktivitäten sensibilisiert und motiviert.
Jährlich im
März rufen die Stiftung und ihr Förderverein zur Teilnahme am
Darmkrebsmonat auf. So fanden im Jahr 2008 und
2009 bundesweit jeweils mehr als 300 Aufklärungsveranstaltungen mit
Unterstützung der Stiftung statt, die von mehr als 80.000 Interessenten
besucht wurden. In beiden Jahren wurden über 20.000
Aufklärungsbroschüren und circa 8.000 Aktionsposter verschickt. Die
im Darmkrebsmonat März durchgeführten Aktionen boten Interessierten
zahlreiche Vorträge mit Diskussionen, Führungen durch Praxen und
Kliniken, sowie Informationsstände in Einkaufszentren und Banken. Die
Aufführung des Theaterstücks "Alarm im Darm" und die
Life-Demonstration der Darmspiegelung in Praxen und Kliniken zählten zu
den Attraktionen.
Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, gehen
Stiftung und Förderverein auch unkonventionelle Wege. So wurde im November
2003 die Komödie "Alarm im Darm" erstmals aufgeführt. Das Stück
des "LebensBlicke VorsorgTheaters" nimmt dem
Zuschauer auf humorvolle Weise die Angst vor einer Koloskopie. "Alarm im Darm"
wurde bereits mehr als 100 Mal aufgeführt. 2006 startete die Stiftung ein
"Migranten-Projekt", um auch den ausländischen Mitbürgern die
Darmkrebsvorsorge näher zu bringen. Hierzu wurde eine
Aufklärungsbroschüre in verschieden Sprachen übersetzt. Bisher
liegen vor. Türkisch,
Italienisch und Russisch. Weitere Übersetzungen werden
folgen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Stiftungsarbeit ist die
betriebliche Gesundheitsförderung. Sie ist eine wichtige Maßnahme,
um mehr Menschen zur Teilnahme an Krebsvorsorgemaßnahmen zu bewegen. Die
BASF führte 2001/2002 zusammen mit der Stiftung LebensBlicke in
Ludwigshafen eine erfolgreiche Vorsorgeinitiative gegen Darmkrebs für
Mitarbeiter durch. Viele weitere Unternehmen, wie auch Krankenhäuser und
einige Behörden und Stadtverwaltungen haben inzwischen ihren Mitarbeitern
die Darmkrebsvorsorge angeboten. Gemeinsam mit der Felix Burda Stiftung ist ein
Handlungsleitfaden erstellt
worden, der die Vorgehensweise erläutert und damit interessierten
Unternehmen die Planung und Durchführung einer solchen Aktion
erleichtert.
Bereits zum zweiten Mal verleiht die Stiftung LebensBlicke
gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. 2009 den
Darmkrebs-Kommunikationspreis
für erfolgreiche und innovative Motivations-Maßnahmen. Der Preis ist
mit 15.000 Euro dotiert. Von besonderer Bedeutung im Kampf gegen Darmkrebs und
für eine Bewältigung des Lebens mit Krebs sind seit vielen Jahren
Initiativen von Einzelpersonen, Vereinen und Stiftungen. Mit der Ausschreibung
soll insbesondere eine engagierte Arbeit gewürdigt, kreative
Lösungsansätze einem breiteren Publikum vorgestellt und neue
Ansatzpunkte für eigenes Engagement in der Zukunft identifiziert
werden.
Die Stiftung und der Förderverein arbeiten ehrenamtlich und
unentgeltlich. Verwaltungskosten entstehen nicht. Damit können alle Mittel
unmittelbar dem Stiftungszweck zugute kommen. Dank einer
zweckgebundenen Spende der Dietmar Hopp Stiftung
können Stiftung und Förderverein eine gemeinsame Geschäftsstelle
unterhalten. Leiterin der Geschäftsstelle ist Iris Lepel, Ludwigshafen.
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