Fragen zum Thema Dickdarmkrebs

Fragen und Antworten zum Thema Dickdarmkrebs

Welche Symptome können bei Darmkrebs auftreten?

Das Frühstadium ist meist symptomlos. Folgende Symptome können auftreten: krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch, kein regelmäßiger Stuhlgang, wechselhaft, Änderung der Konsistenz, mit Schmerzen verbunden, Blutbeimengungen, Teerstuhl, Gewichtsabnahme, Blutarmut. Diese Symptome weisen aber häufig schon auf Krebs im fortgeschrittenen Stadium hin.

Was tun bei Beschwerden?

Die genannten Beschwerden können Indikatoren für eine Vielzahl von Erkrankungen sein. Wichtig ist es, die als „harmlos” (z.B. Hämorrhoiden) betrachteten Ursachen ernstzunehmen und durch weiterführende Untersuchungen (z.B. Darmspiegelung) den Dickdarmkrebs auszuschließen.

Was gehört zur Vorsorgeuntersuchung?

Familiäre Anamnese, Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl (derzeit noch g-FOBT, demnächst immunologische Teste). Bei positiven Stuhltests (ein positiver Test reicht schon aus) oder bei Beschwerden muss unbedingt eine Koloskopie erfolgen.

Darmkrebsvorsorge – Ab wann?

Derzeit stehen den gesetzlich Krankenversicherten ab 50 Jahren ein Beratungsgespräch und ein jährlicher Test auf okkultes Blut im Stuhl bis zum 55. Lebensjahr zu. Zu diesem Zeitpunkt kann der Versicherte auch eine Darmspiegelung in Anspruch nehmen. Wenn er das nicht möchte, kann er den Stuhltest in zweijährigem Abstand fortsetzen. Eine Wiederholung der Darmspiegelung ist bei unauffälligem Erstbefund nach zehn Jahren möglich.

Kann die Todesrate an Darmkrebs durch diese Maßnahmen gesenkt werden?

Die aktullen Daten des Robert-Koch-Instituts Berlin, das in regelmäßigen Abständen einen Krebs-Atlas herausgibt, zeigen, dass die Sterblichkeit an Darmkrebs in den letzten Jahren deutlich rückläufig ist. Das belegen auch aktuellen Zahlen von Krankenkassen, die einen Rückgang der stationären Patienten mit Darmkrebs um ca. 20% zeigen. Hochrechnungen haben ergeben, dass allein durch die Einführung der Darmspiegelung 2002 über 300.000 fortgeschrittene Adenome entfernt und ca. 43.000 Darmkrebse, meist im Frühstadium, diagnostiziert werden konnten.

Wie gut ist die Testung auf nicht sichtbares Blut?

Der Stuhltest hat bei ordnungsgemäßer Durchführung eine Spezifität von über 90%, bei einer Sensitivität von etwa 50% für fortgeschrittene Veränderungen. Der Test ist allerdings kein Krebstest, auch andere Darmerkrankungen (z.B. Hämorrhoiden, Entzündungen) können ihn beeinflussen.

Positiver Stuhltest – was dann?

Ein positives Testergebnis erfordert zwingend die Durchführung einer endoskopischen Untersuchung des Darms (Koloskopie).

Wie oft sollte eine Koloskopie wiederholt werden?

Eine unauffällige Koloskopie sollte, wenn sie im 50. Lebensjahr durchgeführt wurde, nach zehn Jahren wiederholt werden.

Können Divertikel zu Krebs führen?

Nein

Ist Darmkrebs vererbbar?

Patienten mit einer positiven Familien-Anamnese für Darmkrebs haben ein erhöhtes Risiko im Vergleich zur Normalbevölkerung. Menschen, die an einer erblichen Polypenkrankheit (Polyposis) leiden, weisen eine Risiko von fast 100% auf und müssen gesondert überwacht und behandelt werden.

Dickdarmkrebs in der Familie – Welche Vorsorgemaßnahmen sind angebracht?

Für Menschen mit positiver Familien-Anamnese wird primär eine Darmspiegelung empfohlen, die zehn Jahre vor der Erkrankung des Indexpatienten, spätestens aber mit 40 bis 45 Jahren durchgeführt werden sollte. Sollte in der Familie eine erblich bedingte Polypenkrankheit (FAP) bekannt sein, so muss eine endoskopische Kontrolle (Koloskopie) bei Betroffenen bereits ab dem 10.Lebensjahr erfolgen und in jährlichem Abstand durchgeführt werden.

Werden bei Koloskopien immer Biopsien entnommen?

Bei unauffälliger Koloskopie werden keine Biopsien entnommen. Sollten Polypen vorhanden sein, werden diese abgetragen und histologisch untersucht.

Besteht bei einer Biopsie nicht die Gefahr einer Verbreitung des Tumors?

Nein

Wie ist der Erfolg auf Heilung bei Darmkrebs einzuschätzen?

Im Stadium I fast 100%, dann immer geringer. Die mittlere Überlebenszeit im Stadium IV (wenn Metastasen vorliegen) beträgt nur 9 bis 12 Monate. Die Gesamt-5-Jahres-Überlebensrate aller Stadien liegt derzeit bei 65%. Das bedeutet, dass der Darmkrebs für viele Menschen eine chronische Erkrankung geworden ist.

Wo kann ich eine Koloskopie durchführen lassen?

Bei Ärzten, die die Qualtätsanforderungen an diese Untersuchung erfüllen (z.B. Gastroenterologen, speziell ausgebildetete Internisten, z.T. auch Chirurgen)

Wie erfolgt eine Darmspiegelung, ist das eine größere Sache?

Heute nicht mehr. Flexible Untersuchungsinstrumente und geeignete Beruhigungsmaßnahmen ermöglichen es, dass man von der Untersuchung kaum etwas spürt. Die Untersuchung dauert etwa 15-25 Minuten, bei Polypenentfernung etwas länger. Die Sicherheit der Tumorentdeckung liegt bei 85-100%.

Spielt die Ernährung eine Rolle bei der Entstehung des Dickdarmkrebs?

Vermutlich ist eine fleischreiche und faserarme Kost mit einem erhöhten Dickdarmkrebsrisiko verbunden. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Spurenelementen hat möglicherweise einen protektiven Effekt. Eindeutig beweisende Daten gibt es derzeit nicht.