|
Einen absolut sicheren Schutz gibt es auch bei
Darmkrebs nicht. Jeder hat es aber in der Hand, sein Darmkrebsrisiko
entscheidend zu senken:
- Achten Sie auf die
richtige Ernährung!
Ballaststoffreich, wenig rotes
Fleisch, fettarm, regelmäßig und reichlich Obst und Gemüse, am
besten fünf mal täglich jeweils "eine Hand voll" . Ballaststoffe
regen die Darmtätigkeit an. Dadurch bleiben Schadstoffe kürzer im
Darm und haben weniger Zeit, negativ auf die Darmwand einzuwirken.
Ballaststoffreiche Lebensmittel sind z.B. Getreide/Getreideprodukte (z. B.
Vollkornbrot, Haferflocken, Naturreis), Obst und Gemüse. Wie wichtig
richtige Ernährung ist, geht schon allein aus der Größe der
Darmoberfläche hervor (die Abbildung rechts zeigt die mittlere
Größe der Darmoberfläche im Vergleich zu Lunge und Haut).
Neueste Daten aus der EPIC-Studie (European Prospective
Investigation into Cancer and Nutrition) bestätigen die risikosenkende
Wirkung einer ballaststoffreichen Ernährung: die Erhöhung der
Ballaststoffzufuhr von 15 g auf 35 g pro Tag und Person senkt das
Erkrankungsrisiko um 40%. (Lancet 2003; 361: 1496-1501)
- Sorgen Sie dafür, daß
Ihr Lebensstil stimmt:
- Treiben Sie Sport:
4-5 mal in der
Woche mindestens 30-45 Minuten. Studienergebnisse zeigen ein deutlich
verringertes Risiko (33-50%) für Darmkrebs bei körperlich sehr
aktiven Personen. Bei Personen, die ihr ganzes Leben über
regelmäßig viel Sport getrieben haben, ist das Risiko sogar bis zu
63% geringer als bei körperlich inaktiven Kontrollgruppen. Im
Durchschnitt haben Sie ein ca. 40% geringeres Krebsrisiko durch vermehrte
körperliche Aktivität. Wenn Sie sich bewegen, wird nämlich unter
anderem ebenfalls die Darmtätigkeit angeregt.
- Rauchen Sie nicht:
Tabakrauch
enthält giftige Nitrosamine. Diese krebserregende Substanz kann das Erbgut
der Zellen schädigen und diese entarten lassen (über diverse
Zwischenstufen bis hin zu bösartigen Tumoren).
- Vermeiden Sie übermässigen
Alkoholkonsum.
Auch Alkohol ist krebsverdächtig.
Alkoholmißbrauch verstärkt die Wirkung von Tabakrauch und
erhöht das Krebsrisiko auf das 20-40fache.
- Vermeiden Sie
Übergewicht
Epidemiologische Studien zeigen einen Zusammenhang
zwischen der Entstehung von bösartigen Tumoren einschließlich
Darmkrebs und Übergewicht.
- Nehmen Sie unbedingt an den
Vorsorgeuntersuchungen teil:
- Ab 50 jährlich den Test auf verborgenes,
nicht sichtbares Blut im Stuhl (Okkultbluttest oder
Stuhlbluttest).
- Nach Ihrem 55. Geburtstag eine
Darmspiegelung oder Koloskopie, etwa 10 Jahre später eine
Wiederholung.
Falls Sie die Koloskopie nicht wahrnehmen, können Sie
alle zwei Jahre ein Okkultbluttest durchführen (diese Tests sind bei
Inanspruchnahme der Darmspiegelung nicht mehr erforderlich und werden
dementsprechend auch nicht erstattet).
Sie haben seit Oktober 2002 Anspruch auf
diese Untersuchungen, die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die
Kosten.
Im Falle eines Verdachtes auf Darmkrebs (z.B. positiver
Stuhlbluttest) oder einer familiären Belastung muß eine
Darmspiegelung auch vor dem 55. Geburtstag durchgeführt und evtl.
früher als nach 10 Jahren wiederholt werden. Diese Darmspiegelungen werden
ebenfalls von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen
|