Kooperation mit dem Evangelischen Diakoniewerk Zoar

WKooperation Zoar(v.l.n.r.) Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Nadja Bier Peter Kaisereil Prävention so wichtig ist und alle Bevölkerungsschichten erreicht werden sollen, haben sich das Evangelische Diakoniewerk Zoar und die Stiftung LebensBlicke zu einer Kooperation zusammengeschlossen. Der Startschuss für die Informationsveranstaltungsreihe “Darmkrebsvorsorge für alle” fand in der Zoar-Einrichtung “Wohnen am Ebertpark” in Ludwigshafen statt, in der auch die Stiftung LebensBlicke mit der Geschäftsstelle ihre Räumlichkeiten hat. Im Vortrag von Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (l. im Bild), ging es um Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs. Was kann jeder vorbeugend tun, um diese Erkrankung zu vermeiden? Wie schützt man sich, wenn in der Familie bereits Krebserkrankungen vorlagen und ein familiäres Risiko aufgrund einer erblichen Prädestinierung besteht? Begrüßt wurden die Gäste von Nadja Bier, Regionalleiterin Eingliederungshilfe West- und Vorderpfalz (Bildmitte), und von Peter Kaiser, Vorstandssprecher von Zoar (r. im Bild). Die kommenden Termine finden Sie am Ende des Beitrags.

Zu Beginn seines Vortrags nannte Prof. Dr. Jürgen F. Riemann Fakten zum Thema „Darmkrebs“. Es ging zum Beispiel um die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen und Sterbefälle, um das Erkrankungsalter und um die Dauer der Entwicklung vom Polypen zum Krebs. „Der Polyp ist ein Krebsvorläufer“, informierte Prof. Dr. J. F. Riemann. „Da die Entwicklung vom Polyp zum Karzinom mehrere Jahre dauert, sind die Früherkennungs- und Heilungschancen relativ groß.“ Außerdem könne man mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, nicht zu erkranken. Maß halten, sei wichtig. „Dabei sollte man sich nicht kasteien. Gesundheitsbewusst leben, heißt nicht, in allem Verzicht zu üben.“ Professor Riemanns Tipps lauten: „Gesunde Ernährung, kein Übergewicht, Sport und Bewegung, auf Rauchen verzichten, Alkohol in Maßen, zwischenmenschliche Kontakte pflegen und die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrnehmen“.

Darmkrebs: Risiko senken

Die Einladung an alle Menschen ab fünfzig Jahren, an der Darmkrebsvorsorge teilzunehmen (dies geht auf ein Gesetz aus dem Jahr 2013 zurück), ist, nach Ansicht der Experten, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer verbesserten Früherkennung. “Es gibt für Menschen ab fünfzig Jahren wirksame Vorsorge- und Früherkennungsprogramme”, sagte der Gründer der Stiftung LebensBlicke. “Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, senkt das Risiko zu erkranken deutlich und trifft damit eine informierte Entscheidung.” Zoar-Direktor Peter Kaiser sprach von dem großen Vorteil dieser Kooperation in Sachen Gesundheit. Denn: “Darmkrebs geht uns alle an, gerade auch ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigung. Jeder hat einen Anspruch auf Früherkennung.” Er ging kurz auf seinen persönlichen Erfahrungshintergrund ein und erzählte von seinem verstorbenen Vater mit der Diagnose Darmkrebs. Bei diesem kurzen, privaten Einblick herrschte Betroffenheit im Publikum; auch bei den plakativen Passagen des Vortrags: “Darmkrebs kann jeden treffen”. Umso interessierter waren die Fragen. Unter den Zuhörern saßen auch Vertreter des Seniorenrats der Stadt Ludwigshafen. “Natürlich ist das Thema für uns interessant”, sagte Heidi Herrmann. “Wir sehen uns als Multiplikatoren und geben gesunderhaltende Informationen in anderen Netzwerken weiter.”

Zum Abschluss seines Vortrags stellte Professor Dr. Jürgen F. Riemann anhand seiner Präsentation Befürworter der Stiftung LebensBlicke vor. Darunter sind viele bekannte Namen; Prominente, die für die Darmkrebsvorsorge werben. Die Erfolge der öffentlichen Kampagne sprechen für sich, denn die Heilungschancen sind gerade beim Darmkrebs in einem frühen Stadium sehr hoch. Zoar-Direktor Peter Kaiser und Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, schlossen mit einem gemeinsamen Ziel: kein Personenkreis sollte in Hinblick auf vorbeugende und gesunderhaltende Maßnahmen ausgeschlossen sein. Und: Informationen müssen so aufbereitet sein, dass sie von allen Menschen verstanden werden. Dies war beim Informationsvortrag zur Darmkrebsvorsorge im Haus “Wohnen am Ebertpark” in Ludwigshafen beispielhaft gegeben.

Darmkrebs gehört unverändert zu den häufigsten Tumorerkrankungen weltweit. In Deutschland erkranken jährlich immer noch mehr als 62.000 Menschen; 25.000 sterben daran. Es gibt für Menschen ab 50 Jahren wirksame Vorsorge- und Früherkennungsprogramme. Typische Symptome wie Stuhlunregelmäßigkeiten, Bauchschmerzen, Blut im Stuhl und Gewichtsabnahme treten meist erst dann auf, wenn der Krebs bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Daher kommt der Früherkennung eine besondere Bedeutung zu. Darmkrebs entsteht aus gutartigen Vorstufen, den Polypen oder Adenomen, die bis zur Entartung circa 10 bis 15 Jahre brauchen. Diese gutartigen Vorstufen lassen sich durch spezifische Stuhltests und durch die Darmspiegelung erkennen; ihre Entfernung bedeutet Krebsverhinderung! Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, senkt das Risiko zu erkranken deutlich.

Weitere Termine der Veranstaltungsreihe „Darmkrebsvorsorge für alle“ im Laufe dieses Jahres:

16. Mai 2018
Wo? Zoar – Wohnanlage am Volkspark (Raum wird noch bekannt gegeben), Entersweilerstraße 2, 67657 Kaiserslautern
Referent: Dr. Thomas Ruf, Internistische Schwerpunktpraxis Gastroenterologie/Nephrologie in Kaiserslautern

15. August 2018
Wo? Zoar – Rheinhessisches Diakonie-Zentrum Heidesheim, Cafeteria, Binger Straße 46, 55262 Heidesheim
Referent: Dr. Marcus-Alexander Wörns, Gastroenterologie, Hepatologie I, Medizinische Klinik und Poliklinik in Mainz

24. Oktober 2018
Wo? Zoar – Pfälzisches Diakonie-Zentrum Rockenhausen, Cafeteria, Inkelthalerhof, 67806 Rockenhausen
Referent: Dr. Thomas Ruf, Internistische Schwerpunktpraxis Gastroenterologie/Nephrologie in Kaiserslautern

Alle Termine sind mittwochs von 14.30 bis circa 17.00 Uhr.

 

Bericht: Alexandra Koch | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zoar