|
Ungutes ist
zu berichten: Dickdarmkrebs trifft alle Schichten. Fünfzigtausend
fällt er an, und das jährlich, dreißigtausend sterben
dran, sein wir ehrlich: Totsein hilft nicht wirklich weiter.
Überleben wär gescheiter, und das geht, vorausgesetzt,
dass dem Tod, ders Messer wetzt, letzteres zu Boden sinkt, ehe er
den Stich anbringt.
So ein Tod geht
über Leichen. Nicht durch Worte zu erweichen, muss man ihn durch
Taten hindern, unsre Lebenszeit zu mindern. Jedem Heute folgt ein
Morgen, also gilt es vorzusorgen, was im Falle Darmkrebs heißt,
dass man etwas Mut beweist und den Darm charakterfest einer
Spieglung überlässt.
Einer
Spieglung? Einer Reise! Langsam, lichtgestützt und leise dringt
ein Auge ins Gekröse, übermittelt gute, böse Bilder, und
ein Monitor stellt sie Arzt und Model vor: Rote Grotten, feuchte
Schlunde, hie Polypen, die im Grunde harmlos sind, hie fahle Flecken,
die beim Arzt Verdacht erwecken. |
|
Zwick!
entnimmt er mittels Zange eine Probe, und nicht lange drauf vermeldet
das Labor: Stimmt, hier liegt ein Tumor vor. Zack! Der Krebs hat sich
geoutet, weshalb unser Fazit lautet: Besser ist´s, den Darm zu
spiegeln, als das Leben zu besiegeln. Klüger ist's, den Krebs zu
schneiden, als das Sterben zu erleiden. Schöner ist's, zu
therapieren, als Gesundheit zu verlieren. Haarig ist die Therapie,
aber immer, kürzer lebt man ohne sie. Das ist schlimmer.
Daher lautet
meine Meaning: Unterzieht euch diesem Screening, da selbst der, der
kein Prophet ist, weiß, dass nicht mehr früh zu spät ist.
Früherkennung sei das Motto! So ein Krebs ist zwar ein Lotto,
das, dem Zufall unterstellt, den verschont und den befällt,
doch ein Schicksal ist er nicht. Flackert auch das Lebenslicht,
kann doch der, der's früh erkennt, helfen, dass es weiterbrennt.
Helfen. Das meint nicht: Erzwingen. Doch beim Darmkrebs kann gelingen,
wonach alles Leben strebt, nämlich: Dass es weiterlebt!
|