Stiftung LebensBlicke: Vorsorge, Früherkennung und Nachsorge von Darmkrebs

Sehr geehrte Leser, Unterstützer, liebe Freunde und Mitstreiter, dear User,

2017/18 werden die Jahre einer tiefgreifenden Veränderung in der Darmkrebsvorsorge und -Früherkennung in Deutschland. Seit dem 1. April 2017 hat der i-FOBT den g-FOBT in der Regelversorgung abgelöst; mit der Umsetzung des Krebsfrüherkennungsregistergesetzes (KFRG) wird es einen Paradigmenwechsel vom opportunistischen Screening hin zu einem persönlichen Einladungsverfahren für alle Anspruchsberechtigen geben. Die Stiftung LebensBlicke verfolgt seit Jahren das Ziel, auch über die mediale Öffentlichkeit über Chancen und Risiken zur Darmkrebsfrüherkennung zu informieren, zur Teilnahme am Screening zu motivieren und über Kontroversen im Umfeld der Darmkrebsprävention zu berichten.

In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön für Ihr Interesse und für Ihre weitere Unterstützung!
Ihr Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke




Okkultbluttest positiv: zeitnahe Koloskopie erforderlich!

2017-05 JamaEigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ein positiver Test auf okkultes Blut im Stuhl möglichst rasch durch eine Koloskopie abgeklärt werden sollte. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass erst eine Kontrolle gemacht wird und bei negativem Befund keine weitere Diagnostik erfolgt. Vor diesem Hintergrund lässt ein Studie von Corley et al. (Link) aufhorchen. Die Studiengruppe hat über 70.000 Patienten mit positiven FIT-Ergebnissen untersucht, ob der Zeitpunkt der Koloskopie eine Rolle spielt. Nicht überraschend war das Ergebnis: wenn erst zehn Monate und später gespiegelt wurde, war das Karzinom-Risiko, auch in einem fortgeschrittenen Stadium, deutlich höher als bei sofortiger Koloskopie.

Fortschritte in der Erkennung serratierter Kolonpolypen

2017-05 Sess serr AdenomPolypen in der rechten Dickdarmhälfte können leicht übersehen werden, wenn sie flach und gleichfarbig wie die Darmschleimhaut sind. Sie tarnen sich ferner manchmal mit Schleimkappen, an denen Stuhlreste anhaften. Solche Polypen entsprechen meistens sessilen serratierten Adenomen (im Bild unten), die ebenfalls ein Entartungsrisiko haben. Amerikanischen Forschern ist es gelungen, mit Hilfe einer Weitwinkel-Fluoreszenz-Endoskopie diese Polypen besser sichtbar zu machen. Sie nutzten dafür ein selektives Peptid, das sich speziell in serratierten, nicht aber in konventionellen Adenomen anreichert. Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass diese molekulare Technik sehr sensitiv und spezifisch ist und in Zukunft zu einer besseren Erkennung dieser Polypengruppe beitragen kann. (Joshi et al. Gastroenterology 2017;152:1002-1013).

Bauchbeschwerden unter 50 Jahren – wann Koloskopie?

BJGP_header_600x70Darmbeschwerden gehören mit zu den häufigsten Symptomen, die Patienten zu ärztlichen Beratung bringen. Bei unter 50-Jährigen sind funktionelle Probleme wie das Reizdarmsyndrom eine häufige Ursache. Britische Autoren haben in einer lesenswerten Übersicht anhand von Registerdaten aus 700 Arztpraxen zusammengestellt, welche klinisch-laborchemischen Parameter mit schwerwiegenden Erkrankungen assoziiert sind. Der Beitrag kann gerade Hausärzten eine Hilfestellung sein, wann sie jüngere Patienten mit Darmbeschwerden zur Koloskopie überweisen sollten. (Stapley et al. Br J Gen Pract 2017)

Gemeinsam stark: Initiative “gesundekids” nimmt Fahrt auf

2017-04 Rotary MagazinDie Rotary-Clubs in Deutschland machen sich zunehmend stark für ein Programm, das sich der Botschaft “Gesünder ernähren und mehr bewegen = besser lernen und leben” verschreibt. Das Konzept wurde von der Ernährungswissenschaftlerin Dr. Reinhild Link vom Rotary Club Wiesbaden-Nassau, Distrikt 1820, aufgelegt und inzwischen von vielen Rotary Clubs übernommen. Jüngster Erfolg ist die neue Botschafterin der Initiative, Dr. Auma Obama, Schwester des ehemaligen US-Präsidenten. In der Metropolregion Rhein-Neckar hat sich Rotary auch an der Aktion “Abenteuer Essen” beteiligt, die unter anderem von der Stiftung LebensBlicke initiiert worden ist. (Rotary Magazin April 2017)

Darm-Mikrobiom: Ökosystem wird immer wichtiger!

2017-04- Bazillus e.coli-ed01-425x300Der menschliche Darm weist eine individuell sehr unterschiedliche Besiedlung mit einer großen Zahl von diversen Bakterien auf. Viele Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass dieses Darm-Mikrobiom nicht nur lebenswichtig ist, sondern auch mit zahlreichen Erkrankungen verbunden sein kann. Ganz besondere Bedeutung gewinnt das Mikrobiom im Zusammenhang mit dem massiven Übergewicht und dem Diabetes mellitus. Ein Dossier der Deutschen Medizinischen Wochenschrift fasst wichtige Befunde dazu zusammen.

Europäische Impfwoche 2017 – auch an HPV-Impfung denken

Impfwoche-LogoImpfungen sind ein Segen für die Menschheit. Viele der früher als schwer oder sogar tödlich verlaufenden Kinderkrankheiten kommen heute eher selten vor. Allerdings: Die erschreckende Impfmüdigkeit könnte zu einem Wiederanstieg führen, wie das z.B an Masern deutlich wird. Eine ganz wichtige Impfung ist auch die HPV-Impfung für Jungen und Mädchen, die ganz besonders vor Krebsen im Ano-Genital-Bereich schützt. Die Europäische Impfwoche sollte alle Gesundheitspolitiker auffordern, gerade auch zu dieser Impfung aufzurufen und Modellprojekte wie z.B. im Kreis Bergstrasse auch finanziell zu fördern.

Die Stiftung ist wieder aktiv beim Internistenkongress !

DGIM_Logo_RGBAuch in diesem Jahr organisiert die Stiftung LebensBlicke wieder ein hochkarätiges Symposium anlässlich des 123. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), der vom 29. April bis 02. Mai im Rosengarten in Mannheim stattfindet. Der Internistenkongress ist mit ca. 10.000 Teilnehmern einer der größten deutschen medizinischen Fachkongresse. Das LebensBlicke-Symposium (2. Mai, 10 Uhr) beschäftigt sich mit dem Thema “Darmkrebsprävention – was ist bewährt, was neu für die Versicherten”. Bei diesem Symposium geht es um die aktuelle Gesetzeslage (Prof. Hermann Brenner, DKFZ Heidelberg), um die informierte Entscheidung (Dr. Maren Dreier, MHH Hannover), Qualitätsanforderungen an den Arzt (Dr. Karlheinz Großgarten, KV Nordrhein), neue Herausforderungen für die Krankenkassen (Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstand der  Barmer GEK) und um die Rolle der Medien (Prof. Peter Voss, ehem. SWR-Intendant). Die Programmbeiträge finden Sie hier (Suche: LebensBlicke).