Ständige Schirmherrschaften

2015

2015-09 JFR und Prof. Markus M. LerchDeutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebstodesursache, der trotz aller Fortschritte in der medikamentösen Tumortherapie jährlich 26.000 Patienten in Deutschland erliegen. Allerdings ist Darmkrebs auch die Krebsart, die sich am besten durch Vorsorge und Früherkennung verhindern lässt. Das liegt daran, dass Darmkrebs häufig aus gutartigen Vorstufen entsteht, sogenannten Polypen, die sich bei einer einfachen Darmspiegelung nicht nur entdecken, sondern bei der gleichen Untersuchung auch gleich entfernen lassen. Inzwischen haben große deutsche und internationale Studien gezeigt, dass sich durch Vorsorge die Sterblichkeit an Darmkrebs verringern lässt.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechsel-krankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft gegründet und vereint mehr als 5.300 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter ihrem Dach. Gastroenterologen sind die Fachärzte, die in ihrer Weiterbildung nicht nur umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeiten für die Darmspiegelung erwerben, sondern auch zu Spezialisten für die Behandlung des Darmkrebses ausgebildet werden. Deshalb engagiert sich die DGVS seit vielen Jahren für die Einführung von hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei der Vorsorge und Behandlung von Patienten mit Darmkrebs und seinen Vorstufen. Die erste evidenzbasierte Leitlinie der DGVS überhaupt war deshalb nicht ohne Grund dem Kolonkarzinom gewidmet.

Heute ist Deutschland weltweit führend bei der Darmkrebsvorsorge. Die Früherkennung von Darmkrebs und die endoskopische Entfernung seiner Vorstufen gelten inzwischen als die wirksamsten und effektivsten Krebsvorsorgemaßnahmen, die von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden. Aus verschiedenen Gründen liegt die Beteiligung der berechtigten Versicherten aber nur bei etwa einem Fünftel – anders als zum Beispiel bei der Brustkrebsvorsorge, die von der Hälfte der berechtigten Frauen genutzt wird. Der Deutsche Bundestag hat am 1. Februar 2013 mit großer Mehrheit das Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz (KFRG) verabschiedet. Mit diesem Gesetz wurde die Grundlage für ein organisiertes Krebsfrüherkennungsprogramm für Darmkrebs mit bundesweitem Einladungsverfahren geschaffen. Wie viele berechtigte Versicherte ab 2016 die Darmkrebsvorsorge in Anspruch nehmen werden, wenn sie von ihren Krankenkassen dazu explizit eingeladen wurden, bleibt abzuwarten.

Und hier kommt die Stiftung LebensBlicke ins Spiel. Die Stiftung LebensBlicke setzt sich seit 1998 für eine umfassende Information der Bevölkerung über die Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge und -früherkennung und für die Motivation zur Teilnahme an den angebotenen Vorsorgemaßnahmen ein. Sie leistet diese Aufklärung durch Öffentlichkeitsarbeit in Print- und elektronischen Medien, bundesweiten Veranstaltungen über ein Netz von Regionalbeauftragten und durch intensive Teilnahme am zentralen Darmkrebsmonat März eines jeden Jahres.

Die Stiftung LebenBlicke stellt einen so wichtigen Partner für die DGVS dar, weil sie eben nicht nur von Fachexperten getragen wird, sondern sich viele Unterstützer aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens in ihr engagieren. Unter dem Motto: “Vorsorge rettet Leben!” arbeitet die Stiftung LebensBlicke in zahllosen öffentlichen Veranstaltungen, nicht nur in der Medizin, für ein besseres Verständnis der Ursachen und Präventionsmöglichkeiten des Darmkrebses. Zur Unterstützung dieses großartigen ehrenamtlichen Engagements hat der Vorstand der DGVS beschlossen, eine ständige Schirmherrschaft für die Stiftung LebensBlicke zu übernehmen.

Prof. Dr. med. Markus M. Lerch
Präsident der DGVS

2014

2011-05-11 Prof. FölschDeutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)

Chronische – und dabei insbesondere onkologische Erkrankungen – verursachen bei den Betroffenen oft ein hohes Maß an Leidensdruck und mindern erheblich die Lebensqualität. Deshalb gilt es, diese Erkrankungen vorzubeugen und frühzeitig zu entdecken, um dagegen vorgehen zu können. Prävention ist ein wichtiges, zentrales Thema der Inneren Medizin und im Besonderen auch der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. Sie verfolgt dieses Ziel seit Jahrzehnten, unter anderem seit 1993 mit der alljährlichen Verleihung des „Präventionspreises“.

Der Preis würdigt herausragende Leistungen in der Präventionsforschung, motiviert zur Beschäftigung mit dieser Materie und generiert auf diese Weise neue Erkenntnisse. Dabei ist es eines unserer wichtigsten Anliegen als Fachgesellschaft, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen und für Forschung und Wissenschaft zu begeistern.Immer wieder machen wir Prävention auch zum Thema unserer Kongresse und Symposien. Beispielsweise in diesem Jahr stellt die DGIM bei Ihrem Herbstsymposium 2014 die Frage „Vorbeugen oder Behandeln – Wohin geht die Innere Medizin?“.

Als medizinische Fachgesellschaft ist es unsere Aufgabe, unsere Mitglieder, die Ärzte der Inneren Medizin, auf erfolgreiche Methoden der Vorsorgemedizin hinzuweisen und zu schulen. Dabei ist die Darmkrebsvorsorge ein hervorragendes Beispiel dafür, was Prävention im Kampf gegen chronische Krankheiten leistet – gelingt es doch, einen nicht unerheblichen Teil der Todesfälle durch Darmkrebs durch eine rechtzeitige Vorsorge zu vermeiden!

Der wertvollen Arbeit der Stiftung LebensBlicke ist es zu verdanken, dass die Darmkrebsvorsorge nicht nur in Fachkreisen, sondern auch bei der Bevölkerung und Politik immer mehr Gehör findet. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. und die Stiftung LebensBlicke verbindet der Wunsch, Prävention voranzutreiben, aufzuklären und damit die medizinische Versorgung der Bevölkerung langfristig zu verbessern. Daher ist es uns eine Herzensangelegenheit, der Stiftung LebensBlicke an dieser Stelle unsere uneingeschränkte Unterstützung zu versichern und die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Ulrich Fölsch
Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.