Weltgesundheitsorganisation warnt vor Fleischkonsum

2015-Rotes FleischDiese Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) basiert auf aktuellen Empfehlungen der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), deutlich weniger Fleisch- und Wurstwaren zu essen um das Dickdarmkrebsrisiko zu senken. Sie haben eine intensive öffentliche Diskussion über gesundheitliche Schäden ausgelöst. Die Aussagen der IARC beruhen auf systematischen Untersuchungen sowie einer wissenschaftlich-kritischen Bewertung von über 800 Studien zum Thema. Sie kommt überzeugend zum Schluss, dass ein gesteigerter Konsum von Fleischwaren die Entwicklung eines Dickdarmkarzinoms begünstigen kann. Das ist keine neue Erkenntnis; schon seit vielen Jahren ist dieser Zusammenhang zwischen einem erhöhten Konsum von rotem Fleisch und Dickdarmkrebs belegt. Bereits 2007 haben die international renommierten Institutionen World Cancer Research Fund (WCRF) und American Institute for Cancer Research (AICR) aufgrund systematischer Recherchen diesen Zusammenhang “überzeugend” belegt dokumentiert. Ähnliches gilt für konserviertes Fleisch, Alkoholkonsum bei Männern, Übergewicht und für das Ausmaß des abdominellen Fetts. Beide Organisationen haben u.a. die Begrenzung des Konsums von rotem Fleisch auf max. 300 g pro Woche empfohlen. Dies deckt sich mit den seit Jahren gültigen Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Christian Löser“Als eine Nation von bekennenden Fleischessern (der deutsche Mann verzehrt im Schnitt 156 g Fleisch am Tag) führen Nachrichten wie diese gerade bei uns zu heftigen Diskussionen”, so Prof. Dr. Christian Löser, Ernährungsexperte der Stiftung LebensBlicke. Dabei ist die wissenschaftliche Evidenzlage überzeugend. Präventiv- und ernährungsmedizinisch gilt es aber zu differenzieren: Keinesfalls ist der generelle Konsum von Fleisch zu diffamieren. Fleisch ist weiterhin ein sinnvoller Bestandteil einer ausgewogenen gesunden Ernährung, wenn der Konsum auf gute Produkte in der empfohlenen Menge (max. 300 g pro Woche) begrenzt bleibt. Fleisch enthält ferner wertvolle Nährstoffe wie Vitamin B12 und Eisen. “Besonders gefährlich sind speziell konserviertes Fleisch wie gepökelte Fleischwaren oder zu intensiv verarbeitete oder gegrillte Fleisch- und Wurstwaren”, so Löser, “die u.a. zusätzlich krebserregende Nitrosaminverbindungen enthalten. Auch dies sind keine neuen Erkenntnisse.”

2015-08 Prof. FischbachDie Stiftung Lebensblicke hat 2014 mit der “Frankfurter Erklärung” eine ausführliche Dokumentation über die modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Lebensstil und Entwicklung eines Dickdarmkarzinoms vorgelegt. “Aber selbst die gesündeste Ernährung schützt nicht annährend so gut vor Darmkrebs wie die Vorsorge, das heißt, keine Lebensstil ist so gesund, dass man auf Vorsorge verzichten kann”, so Prof. Dr. Wolfgang Fischbach, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung LebensBlicke.