Zu wenig beachtet: Adipositas und Darmkrebsrisiko

Die Risikogruppen für den Darmkrebs sind gut definiert. So ist gesichert, dass die familiäre Belastung mit einem mäßigen und eine Erbanlage zur Entwicklung eines Lynchsyndroms oder einer familiären Polyposis coli mit einem drastisch erhöhten Darmkrebsrisiko assoziiert sind. Trotz vieler Belege aus großen Studien wird allerdings noch zu wenig beachtet, dass auch die massive viszerale Adipositas mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken. Da die Adipositas weltweit zunimmt und immer jüngere Jahrgänge betrifft, wird daher auch bei dieser Gruppe mit einem früheren Erkrankungsbeginn zu rechnen sein. Zumindest in den Vereinigten Staaten ist dieser Trend bereits erkennbar. Noch wenig bekannt ist jedoch, dass auch die Sterblichkeit erhöht ist, wenn die Diagnose Darmkrebs bei Adipositas gestellt worden ist. Dieser Zusammenhang ist gerade jüngst in eine großen prospektiven Studie herausgearbeitet worden (Int J Caner 2014, online 7. April). “Er sollte Anlass dazu geben, die Definition der Risikogruppen für die Darmkrebsentwicklung um die Adipositas (BMI deutlich über 30) zu erweitern”, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. “Dafür muss auch das öffentliche Bewusstsein geschärft werden!”