
Die Vorsorgekoloskopie deckt nicht nur gutartige Vorstufen, sondern auch Karzinome auf. Diese befinden sich nicht immer im Frühstadium, sondern können durchaus bereits fortgeschritten sein. Eine offene Frage ist, ob das krankheitsfreie Überleben nach Therapie solcher entdeckter Karzinome sich von dem in einer nicht gescreenten Gruppe unterscheidet. Renommierte niederländische Autoren haben hierzu Daten ihres Krebsregisters ausgewertet und festgestellt, dass das krankheitsfreie Überleben in der Gruppe mit im Screening entdeckten Karzinomen signifikant höher war als bei klinisch diagnostizierten Darmkrebserkrankungen. Unabhängig vom Screening war die Diagnose mit einem geringeren Rezidivrisiko assoziiert, wenn nach Alter, Geschlecht, Tumorlokalisation, Stadium und Behandlung adjustiert wurde. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass beim Screening entdeckte kolorektale Karzinome mit einer besseren Prognose assoziiert sind als Karzinome, die klinisch diagnostiziert wurden. „Diese Ergebnisse könnten nützlich und hilfreich sein, Patienten Ängste vor der Entdeckung eines Krebses zu nehmen“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Pluimers Sane JKF, Wisse PHA1, van Leerdam ME, Dekker E et al. Risk of Recurrence in Screen-Detected vs Non–Screen-Detected Colorectal Cancer Patients. Clin Gastroenterol Hepatol 2025;23: 1049-1057).