
Die internationale, multizentrische, randomisierte Studie von Bach, Sebag-Montefiore et al. geht der Frage nach, ob bei ausgewählten Patienten und Patientinnen mit Mastdarmkrebs in einem nicht-fortgeschrittenen Stadium eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie so eingesetzt werden kann, dass der Tumor verschwindet und dadurch eine Mastdarm-Operation vermieden werden kann. In der STAR-TREC-Studie wurde untersucht, ob eine längere Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie (über etwa fünf Wochen) oder eine kürzere Bestrahlung (an nur fünf Tagen) besser geeignet ist, den Enddarm zu erhalten. Nach zwölf Monaten konnte bei 78,5% der Patienten und Patientinnen mit einer längeren Radio-Chemotherapie eine Operation des Mastdarms vermieden werden, verglichen mit 60,6% nach der Kurzzeit-Bestrahlung. Eine längere, kombinierte Strahlen- und Chemotherapie erreicht offenbar häufiger ein so gutes Ansprechen des Tumors, dass zunächst keine Operation notwendig ist. Schwere Nebenwirkungen waren insgesamt selten; schwere Komplikationen traten bei einer direkten Operation nach Vortherapie tendenziell häufiger auf als bei den organerhaltenden Behandlungen. Die Studie zeigt damit, dass für ausgewählte Patienten und Patientinnen ein „Watch-and-wait“- bzw. organerhaltender Ansatz eine interessante Alternative zur sofortigen Operation nach Vorbehandlung sein könnte. „Die Ergebnisse nach zwölf Monaten sind noch nicht endgültig: Es muss länger beobachtet werden, wie häufig der Tumor später wiederkommt und ob die langfristige Krebsheilung und Lebensqualität tatsächlich genauso gut sind wie nach einer onkologischen Operation des Enddarms“, so Professor Ines Gockel, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke. (Bach SP, Sebag-Montefiore D, Homer V, et al. STAR-TREC Collaborative. Chemoradiotherapy versus short-course radiotherapy for response-adapted organ preservation in early-stage and intermediate-stage rectal cancer (STAR-TREC). Lancet Oncol. 2026; 27: 1120-1132. doi: 10.1016/S1470-2045(26)00228-7. Epub 2026 Aug 23. PMID : 42633754)



