
Beim Rektumkarzinom hängt das Therapieverfahren ganz wesentlich von der Stadieneinteilung ab. Tiefsitzende invasive Rektumkarzinome, bei denen auch heute noch gelegentlich ein künstliches Stoma angelegt werden muss, sind für manche Patienten ein Horror. Von daher erregt eine neue Methode Aufsehen, die bei tiefen Submukosa-invasiven Rektumkarzinomen niedrigen und mittleren Risikos angewandt werden könnte. Diese endoskopische intermuskuläre Dissektion beruht auf der Tumorentfernung zwischen der zirkulären und der longitudinale Muskelschicht. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass eine En-bloc-Resektionsrate von über 90 % und eine R0 Resektionsrate von über 80 % erzielt werden kann. Auch die 3-Jahres Nachsorgeraten sind erfreulich. Das Besondere ist, dass mit dieser lokalen Therapie eine Alternative zu tief sitzenden operativen Interventionen mit erhöhtem Risiko und erhöhtem Aufwand entwickelt worden ist. „Es bleibt abzuwarten, ob diese Technik, die von erfahrenen Endoskopikern eingesetzt werden kann, in Studien Evidenz für die Routine erreicht“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (van der Schlee L, Albers SC , Didden P et al. Results of endoscopic intermuscular dissection for deep submucosal invasive rectal cancer: a three-year follow-up study. GUT 2025;74:1995-2003).



