
Die schwedische SCREESCO-Studie bestätigt zentrale Mechanismen der Darmkrebsvorsorge. Es wurden knapp 280.000 Menschen eingeladen, entweder eine einmalige Koloskopie, zwei Runden eines immunologischen Stuhltests (FIT) im Abstand von zwei Jahren oder keine Vorsorge wahrzunehmen. Die Ergebnisse stammen aus einer frühen Auswertung der diagnostischen Phase (Median 4,8 Jahre) und sind damit als Zwischenschritt zu verstehen. In diesem Zeitraum zeigt sich keine signifikante Reduktion der Gesamtinzidenz von Darmkrebs. Gleichzeitig werden in den Screening-Gruppen – insbesondere nach Koloskopie – signifikant mehr Tumoren in frühen Stadien (I–II) diagnostiziert („Stage shift“). Beim FIT zeigt sich zudem eine signifikant niedrigere Rate fortgeschrittener Tumoren (Stadium III–IV), während dieser Effekt für die Koloskopie in der Intention-to-screen-Auswertung nicht eindeutig ist. Primärer Endpunkt der Studie ist die Darmkrebsmortalität nach 15 Jahren (Follow-up bis Ende 2030). Zentraler praxisrelevanter Befund: rund 35% nahmen die Koloskopie wahr; damit wird deutlich, dass der Erfolg bevölkerungsbezogener Programme wesentlich von Akzeptanz und Zugänglichkeit abhängt. Die Daten zeigen klar, dass Darmkrebsvorsorge früh wirkt – durch die Verschiebung hin zu besser behandelbaren Stadien und erste Signale bei fortgeschrittenen Verläufen. Der signifikanter Rückgang fortgeschrittener Tumoren vor allem beim FIT ist erklärt, während dieser Effekt für die Koloskopie weniger deutlich ist, durch die höhere Teilnahme, die wiederholte Testung und die damit stärkere Wirksamkeit auf Bevölkerungsebene. „Der Nutzen wird sich erst im Langzeitverlauf an der Mortalität entscheiden“ kommentiert Dr. Lukas Welsch vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. „Bis dahin ist entscheidend, möglichst viele Menschen durch einfache, akzeptierte Angebote zur Teilnahme zu bewegen“. https://www.nature.com/articles/s41591-026-04225-9


