
Eine aktuelle internationale Studie um Leonardo Frazzoni zeigt, dass sich das Risiko für Darmkrebs bereits vor einer Koloskopie anhand weniger klinischer Faktoren zuverlässig abschätzen lässt. Die Studie umfasst mehr als 5.000 Patienten aus 19 italienischen Zentren und entwickelte den sogenannten PROMOTE-Score, der das individuelle Darmkrebsrisiko vor einer Koloskopie abschätzt. Ziel war nicht die Bewertung der Vorsorgekoloskopie an sich, sondern die bessere Priorisierung begrenzter endoskopischer Ressourcen und die Vermeidung unnötiger Untersuchungen. Höheres Alter, fehlende Koloskopie in den letzten 10 Jahren und dringliche Indikationskriterien waren die stärksten Prädiktoren für das Vorliegen eines kolorektalen Karzinoms. Patienten der Hochrisikogruppe hatten eine deutlich höhere Karzinomrate und profitierten besonders von einer zeitnahen Koloskopie. Die Ergebnisse unterstreichen die zentrale Bedeutung einer risikoadaptierten Darmkrebsvorsorge. „Für die Stiftung LebensBlicke bleibt die Botschaft klar: Die beste Vorsorge ist die rechtzeitige Teilnahme an den empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen.“ so PD Dr. Axel Eickhoff, Generalsekretär der Stiftung LebensBlicke. Frazzoni L, Spada C, Manes G et al. Development of the PROMOTE model to stratify colorectal cancer risk for prioritization of colonoscopy resource use: a multicenter prospective study. Endoscopy 2026; 58: 397–406.


