
Es ist hinlänglich bekannt, dass die Adenom-Detektionsrate (ADR) assoziiert ist mit dem Postkoloskopie-Darmkrebs. Es ist unklar, in welchem Ausmaß sie das übersehene kolorektale Karzinom (KRK) respektive die übersehenen Präkanzerosen reflektiert. Dieser Frage sind in einer Querschnittsuntersuchung auf der Basis von US-Quality Improvement Consortium Daten amerikanische Wissenschaftler nachgegangen. Sie haben 1,73 Millionen Koloskopien untersucht, die als Screening oder Abklärung eines positiven Stuhltests von 3567 Endoskopikern in 683 US-Endoskopie Einheiten durchgeführt worden waren. Ein KRK wurde in 0,3 % der Screening Untersuchungen und in 1,5 % der Follow-up Koloskopien gefunden. Die Detektionsrate steigerte sich in Abhängigkeit von der persönlichen ADR des Untersuchers: je besser, desto höher. „Die Schlussfolgerung überrascht nicht! Der Nachweis übersehener Karzinomen nach vorausgegangener Koloskopie sei zwar nicht ungewöhnlich, aber wahrscheinlich häufiger bei Untersuchern mit einer niedrigen ADR“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke. „Sie unterstreichen die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Trainings zur Verbesserung der Qualität und vor allem zur besseren Erkennung früherer KRK“ (Dominitz JA, Ladabaum U, Holub Jennifer L et al. Association Between Adenoma Detection Rate and Prevalent Colorectal Cancer Detection Rate in a National Colonoscopy Registry. Gastroenterology 2025;169:1489-1496).



