
Funktionelle Störungen des Verdauungstrakts, die lästige gastrointestinale Symptome wie Schmerzen, Blähungen Unwohlsein etc. verursachen, haben Generationen von Klinikerinnen und Wissenschaftlern beschäftigt. National wie international sind zahlreiche Konferenzen (erster Tagungsort Rom) abgehalten worden, wo über Jahre versucht wurde, nicht nur das Verständnis für diese zunächst nur als Motilitätsstörung angesehenen Symptome zu verbessern, sondern auch Kriterien für Diagnose und Therapie zu entwickeln. Das hat jetzt zu einer Neuklassifikation geführt, die internationale Experten in einem lesenswerten Beitrag unter dem Begriff „Rome-V-Kriterien“ zusammengefasst haben. Sie geben Einblick in die neuesten Definitionen der verschiedenen Störungen auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Literatur, bieten neue Informationen über den Einfluss von Diät, Darmflora und Einflüsse auf die Darm-Hirn-Achse an und weisen auf biopsychosoziale Zusammenhänge und Geschlechtsunterschiede hin. Das Besondere ist, dass sie klare und nachvollziehbare Anleitungen für das wichtige Arzt-Patienten-Gespräch geben, das ganz wesentlich darauf abzielt, Patienten nicht unnötig zu stigmatisieren. „Von daher ist dieser Artikel jedem gastroenterologisch tätigen Arzt zu empfehlen, der sich mit diesen im Alltag sehr häufigen Krankheitsbildern zu befassen hat“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Drossmann DA, Chang L, Tack J. „Disorders of the Gut-Brain Interaction and the Rome V Process“. Gastroenterology 2026; 170: 1093-1098).


