
Betrachtet man weltweite Daten, ist der Anstieg von Darmkrebserkrankung bei jungen Menschen (unter 50 Jahre, early-onset colorectal cancer, EOCRC) erschreckend. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Nationen auf. Erst kürzlich arbeiteten internationale Experten im Rahmen eines Expertenworkshops der Stiftung LebensBlicke einen deutlichen Unterschied in den Trends zwischen europäischen Staaten und angloamerikanischen Staaten heraus. In einer aktuell im International Journal of Cancer publizierten Studie bestätigte eine Forschergruppe in einer Registerstudie aus gepoolten Daten deutscher Krebsregister für die Zeit von 2003-2023 diesen Befund. Es gibt einen gewissen Anstieg der Darmkrebsraten in den Altersgruppen von 20-29 und 30-39 Jahren. Wichtig ist hierbei, dass das Appendix-Karzinom (ICD C18.1) herausgerechnet wird. Dieser Anstieg ist jedoch gering und beinhaltet viele gut therapierbare Entitäten (kleine Tumoren, neuroendokrine Neoplasien). Damit bestätigt sich der US-amerikanische Trend für Deutschland nicht, und US-amerikanische Daten können nicht auf Deutschland übertragen werden. Die Ursache des Anstiegs in den USA ist unklar. Möglicherweise handelt es sich hier um Risikofaktoren wie Ernährung und Übergewicht. „Die Autoren schließen, dass die Inzidenzraten und Mortalitätsraten auch in Deutschland weiter überwacht werden sollten“, so Prof. Dr. Christoph Eisenbach vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. (Hüppe D et al. Z Gastroenterol 2026; 64: 417-418, S. Voigtländer, H. Kajüter, I. Wellmann, et al., Incidence Trends of Early-Onset Colorectal Cancer in Germany: A Registry-Based Study From 2003 to 2023, International Journal of Cancer (2026): 1–12, https://doi.org/10.1002/ijc.70600).



