Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Homepage besuchen. Neben interessanten Nachrichten, aktuellen Expertenkommentaren und besonderen Personalien bieten wir jetzt auch einen direkten Zugang auf Informationen zu "Darmkrebsvorsorge jetzt" an (Button oben rechts). Nutzen Sie diese Möglichkeit. Wir sind in die nächsten 25 Jahre gestartet mit dem Ziel, die Teilnahmeraten an der Darmkrebsvorsorge weiter deutlich zu steigern. Darmkrebs ist vermeidbar! Die Stiftung wird ihr Engagement für die Darmkrebsvorsorge unbeirrt fortsetzen! Bitte unterstützen auch Sie uns weiterhin!

Dear international users, LebensBlicke Foundation looks back with satisfaction on 25 years of education and motivation for colon cancer prevention. A lot has been achieved. Since 2019 a nationwide organized invitation program for colon cancer screening is established.. However, fact is also that nearly 54,000 new cases of colon cancer and 24,000 deaths per year do occur despite this important progress. For LebensBlicke Foundation, this means continuing commitment to colon cancer prevention! Please do support us further!

Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke



Save the Date: WebSeminar „Darmkrebsprävention aktuell“

Die Stiftung LebensBlicke veranstaltet am Mittwoch, den 28. Oktober 2026, von 16.30 bis 18.00 Uhr das WebSeminar zum Thema „Darmkrebsprävention aktuell: Ernährung, Risikogruppen, Darm‑Leber‑Hirn‑ Achse“. Die Veranstaltung richtet sich an Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen, an Pflegekräfte, Patientinnen und Patienten und deren Angehörige, sowie an alle Interessierten. Ausgewiesene Expertinnen und Experten geben nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Jürgen F. Riemann (Ludwigshafen) einen kompakten Überblick über zentrale Aspekte der modernen Darmkrebsvorsorge: Prof. Dr. Arne Kandulski (Regensburg) startet mit einem Update zum populationsbasierten Screening. Dr. Stefanie Reichermeier (Deggendorf) erläutert den Stellenwert der Ernährung in der Vorsorge. Prof. Dr. Alexander Link (Erlangen/Bayreuth) stellt das Management des erblichen und familiären Darmkrebses vor und Prof. Dr. Martina Müller‑Schilling (Regensburg) beleuchtet die spannende „Darm‑Leber‑Hirn‑Achse“ und deren Bedeutung für Diabetes, Adipositas und die Prävention von Dickdarmkrebs. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion. Moderiert wird das WebSeminar von Prof. Dr. Martina Müller‑Schilling (Regensburg) und Prof. Dr. Arne Kandulski (Regensburg). Klicken Sie am 28.10.2026 hier, um am WebSeminar teilzunehmen.
Die Veranstaltung wird unterstützt von Fujifilm Deutschland, der Gesellschaft für Gastroenterologie in Bayern e.V. (GfGB) und findet in Kooperation mit dem Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen Deutschland e.V. (bng) und der ENDOAkademie e.V. statt.

Früh-KRK: Nicht-kurative ESD – Resektion vs. Überwachung

Die Therapie-Strategie nach nicht-kurativer endoskopischer Submukosa-Dissektion (ESD) eines kolorektalen Frühkarzinoms ist kontrovers. In einem systematischen Review von Literaturdaten haben Autoren um Cesare Hssan untersucht, ob eine zusätzliche chirurgische Nachresektion oder die konsequente endoskopische Nachsorge Unterschiede aufweisen. In die Studie eingeschlossen waren die individuellen Daten von 815 Patienten. Die Studie ergab, dass die zusätzliche chirurgische Resektion mit einem besseren Gesamtüberleben verbunden war, nicht aber mit einem krebsspezifischen. Parameter wie die spätere Rezidivrate waren nicht signifikant unterschiedlich, während die lokale Rezidivrate nach chirurgischer Resektion deutlich niedriger war. Die Autoren folgern, dass diese Ergebnisse eine individualisierte Entscheidung in der Behandlung von nicht-kurativ entfernten kolorektalen Frühkarzinomen nach ESD haben müsse. Es müsse zwischen dem chirurgischen und dem lokalen Rezidivrisiko abgewogen und in einer solchen Situation der Patienten Wunsch berücksichtigt werden. Das gelte  besonders für Patienten in fortgeschrittenem Alter und Komorbiditäten. „Diese Schlussfolgerung können wir nur unterstützen. Sie liegt voll im Trend der individualisierten Präzisionsmedizin“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender Stiftung Lebensblicke (Al Hayek M, Sawaf B, Capogreco A et al. Additional Surgery versus Surveillance After Non-curative ESD for Early Colorectal Cancer: A Systematic Review and Reconstructed Individual Patient Data Meta-analysis. Gastrointest Endosc 2026 https://doi.org/10.1016/j.gie.2026.08.052

Große Unruhe bei den niedergelassenen Gastroenterologen

Die Bundesregierung und der Bundestag haben durch das Beitragsstabilisierungsgesetz (Juli 2026) alle Präventionsleistungen ab Januar 2027 budgetiert (gedeckelt). Als Ausgangsjahr wird das Jahr 2025 angesetzt. Sollte die Nachfrage nach der Darmkrebsvorsorge zunehmen, dann bleiben zusätzliche Leistungen ab 2027 unbezahlt. Unsicherheit und Ratlosigkeit macht sich bei den niedergelassen Gastroenterolgen breit. Dies drückte sich in der hohen Teilnehmerzahl in der Mitgliederversammlung des bng während des Viszeralmedizin-Kongresses in Hamburg im September 2026 aus. Eine erste Versammlung am 17.9.2026 musste wegen Überfüllung geschlossen werden. Einer kurzfristig angesetzte 2. Versammlung am 18.9.2025 folgten erneut > 150 niedergelassene Gastroenterologinnen und Gastroenterologen. Dr. Ulrich Tappe – Vorsitzender des Berufsverbandes niedergelassener Gastroenterologen (bng) – wies auf die zu erwartenden sehr unterschiedlichen Regelungen in den regionalen Honorarverteilungsmaßstäben hin. Die Prognose des bng-Vorstands für die Praxen insgesamt liegt bei einem Honorarverlust von 3 bis 10 Prozent gegenüber 2025. Eine Zunahme der Wartezeiten auf die Vorsorgekoloskopie ist durch die Fallzahlbegrenzung/Budgetierung zu erwarten. Die Werbung für die Darmkrebsprävention wird durch die aktuelle Gesetzgebung konterkariert. Im Jahr 2025 konnten noch 9% (ca. 60.000) mehr GKV-Versicherte motiviert werden, sich einer Vorsorgekoloskopie im Vergleich zu 2024 zu unterziehen. Dr. Dietrich Hüppe, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke.

Hoher Verdienstorden der Bundesrepublik für Dr. Eva Lohse

Die Stiftung LebensBlicke gratuliert Dr. Eva Lohse sehr herzlich zur Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung wurde ihr in Mainz durch Ministerpräsident Gordon Schnieder überreicht (Abb.). Mit dieser höchsten Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland würdigt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das langjährige ehrenamtliche Engagement und die besonderen Verdienste von Dr. Eva Lohse um das Gemeinwohl.
Für die Stiftung LebensBlicke ist diese Ehrung ein besonderer Anlass zu Freude und Dankbarkeit. Während ihrer 16-jährigen Amtszeit als Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen war Dr. Eva Lohse eine verlässliche Unterstützerin und engagierte Fürsprecherin, z. B. als langjährige Gastgeberin der jährlichen Auftakt-Pressekonferenz zum Darmkrebsmonat März. Auch über ihre Amtszeit hinaus bleibt Dr. Eva Lohse dem bürgerschaftlichen Engagement eng verbunden. Besonders hervorzuheben ist ihr Einsatz für das Festival des Deutschen Films auf der Parkinsel Ludwigshafen, das sich zu einer weit über die Region hinaus bekannten kulturellen Institution entwickelt hat. Dieses Engagement steht beispielhaft für ihre Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt und ihr kontinuierliches Wirken für das Gemeinwohl. „Frau Dr. Eva Lohse hat die Ideen und Ziele der Stiftung LebensBlicke über viele Jahre unterstützt und gefördert. Für diese wertvolle Begleitung sind wir ihr sehr dankbar. Die Verleihung des Verdienstordens ist eine hochverdiente Anerkennung ihres langjährigen Wirkens für unsere Stadt und darüber hinaus“, erklärt Prof. Dr. J.F. Riemann Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. (Foto: RLP/Pilkowski)

Ernst von Leyden Abstractpreis 2026 an PD Dr. Claudia Ott

Der Ernst von Leyden Abstractpreis 2026 der Stiftung LebensBlicke geht in diesem Jahr an Privatdozentin Dr. Claudia Ott von der Gastroenterologie im Facharztzentrum Regensburg. Der Preis wurde auf der Jahrestagung Viszeralmedizin 2026 vom Vorstandsvorsitzenden der Stiftung LebensBlicke Professor Dr. J. F. Riemann überreicht. Frau Ott und ihr Team wurden für den Beitrag zur steigenden Prävalenz kolorektaler Adenome bei Patientinnen und Patienten unter 50 Jahren ausgezeichnet. Diese retrospektive Analyse hat deutlich gezeigt, dass auch bei unter 50-jährigen über einen Zeitraum von über zehn Jahren ein Anstieg kolorektaler Adenome zu beobachten war. Die Prävalenz stieg bei Frauen von 8 % auf 15,1 %, bei Männern von 13,4 % auf 19,3 %. Die Stiftung LebensBlicke zeichnet damit eine Arbeitsgruppe aus der ambulanten fachärztlichen Versorgung aus, die die Darmkrebsprävention in der Regelversorgung konsequent im Blick hat, sich darüber hinaus jetzt auch einer jüngeren Lebensdekade zuwendet. „Sollten sich diese Daten in weiteren Studien bestätigen, wird es sicher Diskussionsbedarf über die Senkung der Altersgrenzen für die Darmkrebsprävention geben“, unterstreicht Prof. Dr. Riemann.