Stiftung LebensBlicke trauert um Erich Grohmann (ILCO)

Die Stiftung LebensBlicke trauert um Erich Grohmann, langjähriger Vorsitzender der Deutschen ILCO (steht für die Anfangsbuchstaben von Ileum (Dünndarm) und Colon (Dickdarm). Grohmann starb am 25. April 2026 im Alter von 76 Jahren in Bonn. Er übernahm ab 2007 die Verantwortung für die Region Rhein-Erft-Sieg. In den folgenden Jahren wirkte er nachhaltig im Landesverband NRW und seit 2011 im Bundesvorstand mit. Von 2014 bis 2023 war er 1. Bundesvorsitzender und zuletzt 2. Bundesvorsitzender der Deutschen ILCO e. V. In dieser Zeit war er maßgeblich dafür verantwortlich, dass die ILCO in ihrem Umfeld als professioneller Verband wahrgenommen wurde. Sein Blick war stets auf die Zukunft und die Weiterentwicklung des Verbands gerichtet. Erich Grohmann ist es dabei immer wieder gelungen, den Schulterschluss mit Partnerverbänden und Unterstützern zu finden. Vieles von dem, was Erich Grohmann für die ILCO getan hat, geschah im Verborgenen: in Gesprächen, in Gremien, in Vorbereitungen, in der Vernetzung und in der Interessenvertretung für Stomaträger, Menschen mit Darmkrebs und ihre Angehörigen. Mit Sachverstand, Ruhe und Beharrlichkeit hat er die ILCO über viele Jahre geprägt. „Wir danken ihm für sein großes und langjähriges Engagement, seine Verlässlichkeit, seine klare Haltung und seinen Humor“, so Prof. Dr. J.F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. „Erich Grohmann war auch ein wichtiger Unterstützer der Stiftung. Auch dafür gebührt ihm unser ganz besonderer Dank!“

20 Jahre IDZB – eine Erfolgsgeschichte

2006 gründete sich auf Initiative von niedergelassenen Gastroenterologen des bng unter Leitung von Priv. Doz. Dr. med. Christoph Schmidt das Integrative Darmzentrum Bonn (IDZB). Alle Kliniken, niedergelassenen Gastroenterologen, Onkologen, Radiologen und andere Fachgruppen konnten motiviert werden, sich zu beteiligen. So wurden alle Darmkrebspatienten in Bonn und dem Rhein-Siegkreis in einem gemeinsamen, durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten Zentrum mit vielen Standorten behandelt und betreut. Das IDZB konnte jetzt seine Bilanz nach 20 Jahren vorlegen. Zwischen 2008 und 2023 wurden im IDZB 11.377 Patienten mit kolorektalem Karzinom behandelt. Bei 7.164 Patientinnen und Patienten wurde ein Kolonkarzinom operiert und bei 3493 ein Rektumkarzinom. Dabei hat sich die Qualität der Versorgung innerhalb von 15 Jahren in diesem Zentrum erhebliche verbessert (siehe Tabelle 1).

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Stiftung LebensBlicke beim O-Mamori Award in Berlin

Am 24.4. war die Stiftung LebensBlicke erstmals zu Gast beim O-Mamori Award in Berlin. Auch wenn die Stiftung LebensBlicke keinen Preis gewonnen hat, fühlten wir uns trotzdem geehrt, zu dieser beeindruckenden Veranstaltung eingeladen zu sein. Vielen Dank an unsere Regionalbeauftragte in Berlin Dr. Avira Raatz für die Vertretung vor Ort! Der 1. Preis in der Rubrik Kardiologie ging an die Initiative „cuddling creatures“. Das sind Kuschelmonster, die Schals mit integrierten Mini-Tonbändern tragen, auf die Eltern Gute-Nacht-Lieder o.ä. selbst aufspielen können. Den 2. Preis hat eine Initiative bekommen, die junge Menschen nach ICD-Implantation vernetzt. Den onkologischen Preis erhielt eine Initiative, die sich um Kinder onkologisch erkrankter Eltern kümmert und diesen eine „Auszeit vom Krebs“ beschert. Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger!

Prävention gehört in das Grundgesetz!

Die Stiftung LebensBlicke unterstützt mit großem Nachdruck die Petition von Professor Dr. Ingo Froböse und Andrea Galle. Sie fordern die Verankerung eines Grundrechts auf Gesundheit im Grundgesetz, um Prävention, Aufklärung und Krankheitsvermeidung verbindlich zu stärken. Es sei nach wie vor ein Jammer, dass die Ausgaben für Präventionsleistungen der Krankenkassen im Verhältnis zu den Reparaturleistungen verschwindend gering sind. Das müsse sich ändern. Je mehr die Prävention ausgebaut werde, desto weniger Menschen werden von verhinderbaren Erkrankungen betroffen und umso geringer werden die Kosten im Gesundheitswesen sein. Das ist schon seit langem auch ein wichtiges Anliegen der Stiftung LebensBlicke, die sich seit über zwei Jahrzehnten für die Darmkrebsvorsorge einsetzt. „Das Grundrecht auf Prävention sollte jetzt unser aller Anliegen sein. Die Stiftung ruft daher auf, diese Petition mitzutragen. Nehmen Sie Ihr Petitionsrecht wahr und stimmen dieser überfälligen Forderung zu“, fordert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. Weitere Informationen zur Petition finden Sie hier. Zur Abstimmung gelangen Sie hier.

Frühe Rezidive nach Darmkrebs-OP: erhöhte Sterblichkeit

Nach einer kurativen Darmkrebsoperation dachte man eigentlich, das Krankheitsproblem sei weitestgehend gelöst. Dem ist leider nicht so; denn frühe Rezidive können möglicherweise aggressive Tumoren mit ungünstiger Prognose mit sich bringen. Eine dänische Kohortenstudie von Nors J. et al. hat  den Zusammenhang zwischen Zeitpunkt des Rezidivs und anschließender Sterblichkeit untersucht. Eingeschlossen wurden mehr als 34.000 Patienten, die sich einer kurativen Operation des kolorektalen Karzinoms unterzogen hatten. Bei etwas mehr als 7.000 Patienten identifizierten die Wissenschaftler ein Rezidiv. Insgesamt starben 4.025 Patienten innerhalb von fünf Jahren nach dem Rezidiv. Dabei war in 80% der Fälle der Darmkrebs die Todesursache. Es zeigte sich, dass je früher das Rezidiv nach der Operation auftrat, desto höher war das Sterberisiko. Die Autoren resümieren, dass die frühe Identifikation von Rezidiv Tumoren in den ersten postoperativen Jahren von entscheidender Bedeutung ist. Text: Dr. H. Meyer – Stiftung Lebensblicke | Quelle: David Meier M. Sc 24.4.2026 Onkologie Journal (International Journal of Cancer, 2026; DOI: 10.1002/ijc.70375