BVGD: Pressemeldung zur aktuellen EBM-Reform

Der Berufsverband Gastroenterologie Deutschland (BVGD) weist noch einmal nachdrücklich in einer Pressemeldung darauf hin, dass die EBM-Reform mit Absenkung der Untersuchungsdauer für die Koloskopie die Erfolgsgeschichte der Darmkrebsvorsorge gefährdet. Die sorgfältige Darmspiegelung ist die wichtigste Grundvoraussetzung für eine qualitativ hochstehende Untersuchung. Ökonomie darf nicht vor Behandungsqualität gehen!

Betrieblicher Handlungsleitfaden neu aufgelegt

Die betriebliche Darmkrebsvorsorge ist seit Jahren ein zentraler Bestandteil der Informationsarbeit der Stiftung LebensBlicke. Vor über 15 Jahren wurde in Zusammenarbeit mit der BASF in Ludwigshafen dazu eine erste Studie publiziert, die in Deutschland große Beachtung und viele Nachahmer gefunden hat.  Die Stiftung LebensBlicke, die Felix Burda Stiftung und später das Netzwerk gegen Darmkrebs haben vor Jahren dazu einen Handlungsleitfaden entwickelt, der bisher in mehreren Auflagen erschienen ist. Das große Interesse an dieser Information und das politische Interesse am betrieblichen Gesundheitsmanagement haben die Organisatoren veranlasst, eine neu konzipierte überarbeitete Auflage zu veröffentlichen. Weiterlesen

Einladung zur Darmkrebsvorsorge zeigt erste Erfolge

Ab 1. Juli 2019 sind die gesetzlichen Krankenkassen aufgefordert, alle ihre anspruchsberechtigten männlichen Mitglieder ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren zur Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge alle 5 Jahre schriftlich einzuladen. Erste vorläufige Abrechnungszahlen, die das Zentralinstitut der Kassenärztlichen Versorgung (ZI) mitgeteilt hat, zeigen, dass das Einladungsverfahren wirkt. So hat sich die Zahl der Bürger, die sich einer Koloskopie unterzogen haben, von 448.900 (im Jahre 2018) auf 512.500 (im Jahre 2019) erhöht. Der Anstieg betrug im Bundesdurchschnitt 14.4%. In Hamburg, Niedersachsen und Westfalen-Lippe nahm die Teilnahmerate sogar um > 20% zu. Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese Entwicklung, wenn man einzelne Quartale miteinander vergleicht. Weiterlesen

Kommentar: Komplikationen bei Koloskopie im Alter höher?

In einem Artikel in JAMA Network von Natalia Causado-Calo et al., Toronto, wird berichtet, dass die Komplikationsrate bei Patienten über 75 Jahre, die sich einer ambulanten Koloskopie unterzogen, mit 6,8 % doppelt so hoch ist wie bei jüngeren Personen. Die Daten wurden retrospektiv aus dem Zeitraum 2008 bis 2017 im Großraum Hamilton in Kanada ausgewertet. Es ist nicht neu, dass das Komplikationsrisiko mit zunehmendem Alter steigt. Die Zahlen sind aber auf die Situation in Deutschland nicht übertragbar. Das Gesamtrisiko für Komplikationen innerhalb von 4 Wochen postinterventionell ist in der Studie schon mit 3,4 % angegeben. Die Auswertungen der Vorsorgekoloskopien in Deutschland zeigen, dass aufgrund der guten Ausbildung und eingeforderten Qualität die Komplikationsrate in Deutschland deutlich niedriger liegt. Weiterlesen

Darmkrebs-Screening: Einladungsmodelle variieren!

Das Einladungsverfahren zum Darmkrebs-Screening ist ein echter Fortschritt für die Prävention. Allerdings bleibt die Frage offen, ob die Einladung per Brief durch die Krankenkassen allein ausreichend ist. Die Stiftung LebensBlicke hat in einem Positionspapier bereits darauf hingewiesen, dass eine Diversifizierung der Einladung notwendig ist. In einer randomisierten kontrollierten Studie haben jetzt Wissenschaftler um Professor Brenner gezeigt, dass das Beifügen des Stuhltests, aber auch ein Angebot zu einem niederschwelligen Zugang sowie ein Erinnerungsschreiben zu einer deutlichen Steigerung der Inanspruchnahme führt. “Diese Studie untermauert, dass der Vorschlag der Stiftung LebensBlicke in die richtige Richtung geht”, so Professor Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Dtsch Arztebl Int 2020;117:423-30).

Eilmeldung: Vorsorgekoloskopien 2018/19 deutlich gestiegen!

Vorläufige Zahlen für Früherkennungskoloskopien in den Jahren 2018/2019 lassen einen deutlichen Anstieg um ca. 14,4%, in einzelnen Regionen wie Haburg, Niedersachsen und Westfalen-Lippe sogar um über 20% erkennen, so Dr. Bernd Hagen vom Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI).  Professor Dr. J. F. Riemann für die Stiftung  LebensBlicke: “Das ist eine außerordentlich erfreuliche Nachricht, die zeigt, dass die vielfältigen Bemühungen zur Motivation für die Darmkrebsprävention messbare Früchte tragen!”

GBA-Beschluss “Dokumentation”: Eher Rück- als Fortschritt!

Die Ärztezeitung online berichtet am 19.6.2020, dass der GBA die elektronische Dokumentation der Krebsfrüherkennung beschlossen hat. Um die organisierten Angebote zur Früherkennung von Darm- und Gebärmutterhalskrebs schneller auf ihre Ziele hin überprüfen zu können, sollen die Daten rein elektronisch fließen. Die elektronische Dokumentation greift ab 1.10.2020. Die Erbringung der Früherkennungs- und Abklärungsuntersuchungen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist künftig zudem nur zulässig, wenn die Dokumentationsvorgaben der organisierten Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (oKFE-RL) erfüllt werden. Was für das Darmkrebs-Screening als neu vom GBA verkauft wird, ist ein alter Hut! Weiterlesen