Kontrollintensität nach Darmkrebs-OP: COLOFOL-Studie

Auch bei jüngeren Betroffenen (≤ 50 Jahre) hat häufigeres CT- und Bluttest-Monitoring (Tumormarker CEA) 6, 12, 18, 24 und 36 Monate nach Operation wegen Darmkrebs im Stadium II-II nicht dazu geführt, dass insgesamt weniger Patienten starben bzw. an Darmkrebs starben oder weniger Patienten ein Rezidiv hatten. In der Vergleichsgruppe erhielten die Patienten ihre Verlaufskontrollen lediglich nach 12 und 36 Monaten. Mehr Kontrollen nach kurativer Resektion bei Patienten bedeuten also nicht automatisch ein längeres Leben; ein sinnvoll geplantes, aber nicht übermäßig dichtes Nachsorgeprogramm scheint ausreichend zu sein. Diese Erkenntnisse wurden anhand der COLOFOL-Studie bei insgesamt 2.509 Patienten erhoben, die zwischen 2006 und 2010 operiert und nachbeobachtet wurden. Obwohl die Zahlen rein rechnerisch nach weniger Rückfällen bei intensiver Nachsorge aussehen, konnte in der Studie nicht sicher gezeigt werden, dass die engmaschigeren Kontrollen wirklich zu weniger Rezidiven führen – weder bei den Jüngeren noch insgesamt. „Diese Daten unterstreichen, dass eine strukturierte Nachsorge nach kurativer Darmkrebs-OP zwar notwendig ist und das Rezidiv erkennt, die Verlaufskontrollen jedoch sinnvoll angepasst werden müssen und zu engmaschige CT- und Tumormarker-Kontrollen keinen relevanten Überlebensvorteil erbringen“, kommentiert Prof. Dr. Ines Gockel vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. Gutlic I, Veres K, Horváth-Puhó E et al. Int J Colorectal Dis. 2026; 41:47. doi: 10.1007/s00384-026-05096-9. PMID: 41586910; PMCID: PMC12835091.