Darmkrebsvorsorge: Übersehene Karzinome sind sehr selten

Die Gesundheitsforen Leipzig haben dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) den vorläufigen Bericht zur Darmkrebsfrüherkennung 2026 vorgelegt. Für die Jahre 2021-2024 zeigt sich: Rund 33 Millionen GKV-Versicherte ab 50 Jahren sind anspruchsberechtigt, etwa 15 Millionen wurden schriftlich zur Darmkrebsvorsorge eingeladen. Über 7 Millionen Versicherte (21,2 %) nahmen mindestens eine Maßnahme der Darmkrebsvorsorge wahr – mehr als 40 % der Eingeladenen, wobei sich Frauen mit 60% deutlich häufiger als Männer mit 40% beteiligten. „Die Daten zeigen klar, dass die Darmkrebsvorsorge zuverlässig wirkt und übersehene Karzinome äußerst selten sind“, betont Dr. med. Dipl. rer. soc. Dietrich Hüppe, Co Sprecher der Fachgruppe Kolorektales Karzinom des bng und Vorstand der Stiftung Lebensblicke. Als weitere Ergebnisse nennt er folgendePunkte: Insgesamt wurden rund 6,5 Millionen iFOBT und 2,2 Millionen Vorsorgekoloskopien durchgeführt. Je nach Alter und Geschlecht waren 7 % der Frauen und 12 % der Männer iFOBT-positiv, jedoch wurde nur ein kleiner Teil dieser Befunde (ca. 14 %) durch Abklärungskoloskopien dokumentiert. Die Adenom-Detektionsrate lag 2024 bei 34,4 % für Männer und 25,1 % für Frauen und bestätigt die hohe Qualität der ambulanten Versorgung. Die Darmkrebs-Erkennungsrate betrug bei Vorsorgekoloskopien 0,47 % für Männer und 0,31 % für Frauen; nach positivem iFOBT lag sie bei 2,72 % bzw. 2,07 %. Durch Vergleich mit Krebsregisterdaten traten Intervallkarzinome nach unauffälliger Koloskopie nur etwa einmal pro 22.500 Untersuchungen auf, nach negativem iFOBT einmal pro 5.700 – ein Hinweis auf die hohe Sicherheit der Verfahren.