
Um die Frage „Darmkrebs bei jüngeren Menschen – eine reale Bedrohung?“ drehte sich am 21.01.2026 ein hochkarätig besetzter, online durchgeführter Experten-Workshop der Stiftung LebensBlicke. Unter der Moderation von Dr. Dietrich Hüppe und Prof. Christoph Eisenbach, beide Mitglieder des Vorstands der Stiftung, wurden zunächst die internationale Datenlage aus Europa und den USA (Prof. Cornelia Ulrich, Salt Lake City) sowie die aktuelle Situation in Deutschland (Prof. Alexander Katalinic, Lübeck, und Dr. Klaus Kraywinkel, RKI Berlin) beleuchtet. Prof. Hermann Brenner (DKFZ Heidelberg) ging der Frage nach, für wen, wie und wann ein Screening für Darmkrebs unter 50 Jahren sinnvoll sein könnte. Priv. Doz. Dr. Matthias Kelm (Würzburg) stellte die klinischen Besonderheiten von Karzinomen unter 50 Jahren vor, während Winfried Plötze (Stuttgart) zielgruppenspezifische Auswertungen des iFOBT der BARMER präsentierte. In einer breit angelegten Diskussion mit Expertinnen und Experten aus Klinik, Praxis, Wissenschaft, Selbstverwaltung und Politik wurden zentrale Fragestellungen vertieft: von möglichen Ursachen und auffälligen Entwicklungen der Fallzahlen über die Rolle sozialer Medien in der Aufklärung bis hin zu Unterschieden zwischen Deutschland, Europa und den USA, der Bedeutung seltener Darmkrebsformen und den Auswirkungen der neuen Klassifikation seit 2011. Auch die Folgen der Corona-Pandemie, die Abgrenzung verschiedener Tumorentitäten in der Statistik sowie Fragen der Chancengerechtigkeit bei Vorsorgekoloskopie und oKFE – insbesondere für Menschen mit erblichen Risiken – wurden intensiv diskutiert. Professor J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, betonte, dass dieser Workshops wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Darmkrebsprävention bei jüngeren Menschen liefere und in die weitere Arbeit der Stiftung einfließen werde. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen e.V. (bng) statt und wurde von der Ärzte Zeitung redaktionell begleitet.