
Es ist bekannt, dass GLP-1 Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) mit einer erniedrigten Rate an Krebserkrankungen assoziiert sind, unter anderen auch mit dem kolorektalen Karzinom (CRC). In einer aktuellen großen Kohortenstudie haben Autoren in Taiwan 11.726 Patienten mit einem zwischen 2013 und 2021 neu aufgetreten Diabetes identifiziert und nach der Diabetes-Therapie (Insulin vs. GLP-1-RA) stratifiziert und bezüglich der Baseline-Charakteristika gemacht. Endpunkt war das Auftreten eines kolorektalen Karzinom. Die Autoren fanden eine signifikante Reduktion von Kolorektalen Karzinomen in der GLP-1-RA Gruppe (HR 0,66 [0,48-0,92]). Interessant war, dass diese Reduktion nur bei den Rektumkarzinomen (HR 0,53 [0,28-0,92]) signifikant war, nicht aber bei den Rechtsseiten- (HR 0,69 [0,41-1,19]) und Linksseiten-Kolonkarzinomen (HR 0,77 [0,44-1,33]). Sollte die Reduktion durch eine positive Beeinflussung der metabolischen Situation erklärt sein, was durchaus sehr plausibel erscheint, könnte dieser Befund die These stützen, dass bei jungen Patienten (early-onset CRC) die metabolische Dysbalance ein erheblicher Risikofaktor ist. Auch hier treten überproportional häufig Rektumkarzinome auf, kommentiert Prof. Dr. Chr. Eisenbach vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. Wu CC et al. Diabetes & Metabolism 2025; 51: 101695, https://doi.org/10.1016/j.diabet.2025.101695