
In einer aktuellen Gut-Arbeit (online-first) untersuchte ein Forschungsteam von der Harvard Medical School in Boston, ob sich ein typisches Blut-Metabolom-Muster für den Verzehr von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln (UPF) ableiten lässt – und ob dieses Muster mit dem Risiko für Darmkrebs zusammenhängt (1). Dazu wurden Ernährungsdaten (Food-Frequency-Questionnaires) und eine umfangreiche Metabolomik aus Blutproben in zwei großen US-Kohorten (Nurses’ Health Study und Health Professionals Follow-up Study) kombiniert. Aus 222 Metaboliten wurde ein UPF-assoziiertes Muster aus 50 Metaboliten (v. a. Lipide und Aminosäuren) entwickelt und validiert. Im anschließenden prospektiven Fall-Kontroll-Vergleich (686 Darmkrebsfälle mit passenden Kontrollen) war ein hoher UPF-Metabolom-Score mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden: Personen im höchsten Quintil hatten gegenüber dem niedrigsten Quintil eine Odds Ratio von 1,71. „Die Studie liefert damit biologische Hinweise darauf, über welche Stoffwechselwege ultra-verarbeitete Ernährung zur Darmkrebsentstehung beitragen könnte. Für die Prävention unterstreicht sie die Bedeutung, ultra-verarbeitete Produkte zu reduzieren und stattdessen stärker auf frische, wenig verarbeitete Lebensmittel zu setzen“, kommentiert Dr. Lukas Welsch vom Vorstand der Stiftung Lebensblicke.
1. Du M, Wang X, Hang D et al. Metabolomic pattern of ultra processed food intake and its association with colorectal cancer risk. Gut Published Online First: 24 December 2025. doi: 10.1136/gutjnl-2025-335618.