
Die Entstehung von Darmkrebs ist multifaktoriell; aber etwa 80% des Risikos werden auf Umweltfaktoren zurückgeführt. Ein wesentlicher Faktor ist das Mikrobiom, auch wenn der Zusammenhang noch nicht verstanden ist. Bekannt ist jedoch, dass Darmkrebs mit einer Dysbiose der Darmbakterien assoziiert ist. Insbesondere Bacteroides fragilis (B. fragilis) scheint eine Rolle dabei zu spielen, kommt aber auch in praktisch allen gesunden Menschen vor. In einer aktuellen Studie haben dänische Forscher B. fragilis von Darmkrebs-Patienten und gesunden Probanden verglichen. Sie fanden dabei spezifische Prophagen-Genome eines zuvor nicht bekannten Virus. Diese Viren konnten doppelt so häufig in Darmkrebs-Patienten als in gesunden Probanden gefunden werden. Die Forscher konnten damit erstmals einen Zusammenhang zwischen Phagen und einem mutmaßlich an der Darmkrebs-Entstehung beteiligten Bakterium herstellen. „Sie folgern, dass diese Entdeckung zukünftig eine Rolle als Biomarker in der Prävention und Therapie des Darmkrebs spielen könnte“, fasst Prof. Dr. Christoph Eisenbach vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke zusammen. (Damgaard F et al. Nature Communications Medicine 2026; 6: 147 https://doi.org/10.1038/s43856-026-01403-1).