Resektion mit kalter Schlinge – nicht immer die bessere Wahl

Die Resektion mit der kalten Schlinge (Cold Snare) hat sich in den vergangenen Jahren als sichere und effektive Methode für kleinere kolorektale Läsionen bis 10 mm sowie für serratierte Adenome etabliert. Besonders geschätzt wird sie aufgrund der deutlich geringeren Blutungsrate im Vergleich zur Heißschlingenresektion. Eine aktuelle randomisierte, multizentrische (Pohl H, Rex DK, Barber J et al. Gut 2025;74 https://doi.org/10.1136/gutjnl-2025-335075 ) zeigt jedoch, dass die Cold-Snare-Technik nicht uneingeschränkt auf größere Läsionen übertragbar ist. Bei Polypen mit einer Größe von ≥ 20 mm führte die kalte Schlinge nicht zu einer geringeren Komplikationsrate. Im Gegenteil: Die Rezidivrate lag nach Kaltresektion mit 27,6 % deutlich höher als nach Heißschlingenresektion (13,6 %). Für Priv. Doz. Dr. Axel Eickhoff, Generalsekretär der Stiftung LebensBlicke, sind die Studienergebnisse klar: „Für Läsionen über 20 mm bleibt die Heißschlingenresektion weiterhin der Standard, um eine möglichst vollständige und nachhaltige Entfernung zu gewährleisten.“