
Vor einigen Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) postuliert, dass es keinen unschädlichen Alkoholgenuss geben kann. Diese Meinung wird nicht von allen Experten geteilt, und einige sagen, dass es sicherlich einen Alkoholgenuss geben kann, der unterhalb einer Schädigungsgrenze liegt. Eine US-amerikanische Forschergruppe hat nun 16 systematische Reviews analysiert und die Beziehung zwischen Alkoholkonsum und 20 Erkrankungen kalkuliert. Letztlich gab es nur für den Krebs der Mundhöhle klare Hinweise, dass schon geringer Alkoholkonsum ein Risiko darstellt. Beim Genuss eines Standardgetränkes pro Tag steigt das Risiko um 16 % im Vergleich zu den Menschen, die keinen Alkohol trinken. Eine Verdoppelung der Zufuhr erhöht das Risiko um 56 %. „Diese Studie zeigt, wie schwer es grundsätzlich ist, isoliert Alkoholkonsum und seine Folgen zu analysieren. Sie sollte aber auf keinen Fall den Genuss bagatellisieren, aber auch nicht zu solch extremen Aussagen führen, wie sie von der WHO getroffen wurden“, kommentiert Prof. Dr. D. Schilling vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. (Dai X, Nicholson SI, Lawlor HR et al. Health effects associated with alcohol consumption: a Burden of Proof study. Nature Health. 1 June 2026. doi: 10.1038/s44360-026-00139-5)