Darmkrebs durch gestörte Mikrobiota-Interaktionen?

Die bakterielle Zusammensetzung des Darminhalts ist vielfältig und im Normalfall ausgeglichen. Fehlanpassungen von Interaktionen mit der Folge von Störungen der Homöostase zwischen verschiedenen Darmbakterien können eine Rolle bei der Entstehung von kolorektalen Karzinomen führen. Chinesische Autoren haben eine gestörte antagonistische Interaktion zwischen dem Faecalibacterium prausnitzii und Bacteroides fragilis gefunden. Diese gestörte mikrobiellen Homöostase war in Stuhlproben von Patienten mit Kolonkarzinom charakterisiert durch die Bacteroides fragilis vermittelte gesteigerte Tumorprogression gegenüber einer antagonistisch wirkenden Reduktion von Faecalibacterium prausnitzii. „Diese interessante Studie ist ein weiterer Hinweis dafür, dass den Mikrobiota im Darm eine wichtige Rolle bei der Entstehung von kolorektalen Karzinomen zukommt“, urteilt Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Kong Ch, Jin Y, Guo F et al. Revealing the Antagonistic Interactions of Faecalibacterium prausnitzii and Bacteroides fragilis in Colorectal Cancer. Gastroenterology 2026; 170: 1501-1517).