
Trotz des Einladungsverfahrens durch die Krankenkassen ist die Teilnahmerate an den angebotenen Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen auch weiterhin sehr moderat. Untersuchungen zum Einfluss von sozioökonomischen Faktoren wie Beschäftigung, Schul- und Berufsbildung auf die Inanspruchnahme der Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen zeigen deutliche Unterschiede. Bei niedriger Beteiligung (insgesamt 11,4% , Frauen 13,8%, Männer 8,4% der Anspruchsberechtigten) lag die Beteiligung bei Beschäftigten deutlich höher gegenüber Bürgergeldempfängern. Personen mit (Fach-)Abitur nahmen häufiger teil als solche ohne Schulabschluss; weniger ausgeprägt war das Verhältnis bei Menschen ohne beruflichen Bildungsabschluss im Vergleich zu Personen mit Berufsausbildung. Diese Studie zeigt für die Autoren deutlich, dass diese heterogene Inanspruchnahme der Darmkrebs-Frühuntersuchungen die gesundheitliche Ungleichheit verstärkt. Sie mahnen an, dass daraus Maßnahmen wie bessere Aufklärung erfolgen müssen, die gruppenspezifisch sein und vor allem wegen des Ausländeranteils mehrsprachig und einfacher sein müssten. „Die Stiftung LebensBlicke teilt diese Konsequenz mit großem Nachdruck. Sie sieht aber auch durch die Rücknahme extrabudgetärer Leistungen wie der Vorsorgekoloskopie eine deutliche Verschlechterung in der Versorgung, die auch die Schlussfolgerung aus dieser Studie konterkariert“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Stahmeyer JT, Meißner I, Dreier M et al. Inanspruchnahme von Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen und der Einfluss sozioökonomischer Faktoren. Z. Gastroenterol 2026; 64: 1050-1058).