
Die Teilnahmeraten am Screening für Dick- und Enddarmkrebs sind sowohl im Bereich der Koloskopie als auch im Bereich des Stuhltests immer noch nicht ausreichend gut. Es wäre ein großer Fortschritt, wenn man bei regulären Blutentnahmen einen Test zur Verfügung hätte, der auf das Risiko eines kolorektalen Adenoms oder Karzinoms hinweist. Es gibt mittlerweile mehrere blutbasierte Tests, die unter dem Begriff der Liquid Biopsy zusammengefasst werden. Sie haben eine hohe Sensitivität für Karzinome, aber nicht für fortgeschrittene Adenome. Diese Einschränkung spiegelt eine grundlegende Herausforderung bei der Entwicklung von Biomarkern wider, mit denen unnötige Koloskopien vermieden werden könnten und gleichzeitig eine größere Population erreicht würde. In einer in der Fachzeitschrift Lancet Gastroenterology & Hepatology publizierten aktuellen Studie wird von der Entwicklung und Validierung eines neuen Tests berichtet, der nicht nur Darmkrebs, sondern auch fortgeschrittene Adenome erkennen soll. In der Validierungsstudie erreichte dieser Test eine Sensitivität für Darmkrebs in jedem Stadium von 91% und eine Sensitivität für fortgeschrittene Adenome von 81%. „Einschränkend zu diesen guten Ergebnissen muss festgestellt werden, dass dieser Test in einer Population mit einer höheren Prävalenz von Adenomen und Karzinomen durchgeführt wurde. Es ist ein erster Schritt, und der Test muss sich in normalen Screening-Populationen beweisen, könnte aber auf jeden Fall in der Nachsorge Einsatz finden“, so Professor Dieter Schilling, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke. (Mannucci A, Xu C, Balaguer F et al. A blood-based test for detection of advanced adenomas and colorectal cancer (DENEB): a multicentre diagnostic accuracy study. The Lancet Gastroenterology & Hepatology Online first August 10, 2026)