DNA-Tests verbessern Abklärung bei erblichem Risiko

Erbliche Faktoren spielen bei fünf bis zehn Prozent der Darmkrebsspatienten eine bedeutende Rolle. Eine DNA-Analyse von Darmpolypen liefert wichtige ergänzende Informationen über die Entstehung der Polypen und von Darmkrebs. Eine Forschergruppe um Anna K. Sommer veröffentlichte dazu eine Studie in Gastroenterology. Hat ein Patient eine große Anzahl Darmpolypen, gilt das als deutlicher Risikofaktor für Darmkrebs. Diese Personen können sich einer genetischen Untersuchung mittels Blut-DNA-Analyse unterziehen. Eine genetische Ursache wird in ca. einem Viertel der Fälle identifiziert. Diese Patienten und auch die Mutationsträger unter ihren Verwandten haben Anspruch auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Darmkrebs. Wenn ein Bluttest negativ ausfällt, ist die DNA-Analyse von Polypen der Weg, um diese genetischen Veranlagung zu erkennen. Geschwister von Menschen mit dieser Form der Veranlagung haben kein erhöhtes Risiko, ihre Nachkommen jedoch schon. Die Forschungsergebnisse können einer großen Gruppe von Betroffenen zu einer klaren Diagnose verhelfen. Die Wissenschaftler haben zudem den Mehrwert aufgezeigt, den die DNA-Analyse von Polypen mittels neuer Technologien als Bestandteil der Regelversorgung hätte. Dr. H. Meyer – Stiftung Lebensblicke. Quelle: 19. Januar 2026 Biermann Medizin: Sommer AK et al. Mutational Landscape of Colorectal Tumors From Individuals With Unexplained Adenomatous or Serrated Colorectal Polyposis. Gastroenterology 12.01.2026