Untersucherqualität entscheidend für Follow-up-Darmkrebs

Ein nach einer Vorsorgekoloskopie aufgetretener Darmkrebs geht überwiegend auf übersehene Vorläuferläsionen (Adenome) zurück. Die Nachsorgeempfehlungen in den Leitlinien vieler Nationen in Europa sehen nur die Histologie des Resektats für solche Empfehlungen vor. Niederländische Autoren haben nun untersucht, wie sich die Untersuchungsqualität auf Karzinome nach Koloskopie auswirkt. Dazu wurden die Daten von 164.928 Personen ausgewertet, davon gehörten 74.289 in die Gruppe der Hochrisiko-Polypen. Bei 202 Personen fand sich in der Nachkontrolle ein Intervallkarzinom. Überraschend war, dass es keine Korrelation zwischen Karzinom und Hochrisiko-Polypen, dafür aber für die Adenom-Detektionsrate und serratierte Läsionen proximal gab. Gerade in der Gruppe ohne bzw. Polypen mit Niedrigrisiko war die Adenom-Detektionsrate von Untersuchern mit hoher Detektionsrate im Vergleich zu solchen mit niedriger fast doppelt so hoch. „Diese Untersuchung weist einmal mehr darauf hin, dass die Qualitätsindikatoren für Untersucher erfasst werden sollten. Die Adenom-Detektionsrate des jeweiligen Untersuchers gerade bei der Vorsorgekoloskopie sollte bekannt sein“ kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. Quelle: van Roermund NS, Coupé VMH, Spaander MCV et al. Rethinking Post-colonoscopy Colorectal Cancer Risk: Endoscopist Performance versus Presence of High-risk Polyps. Clin Gastroenterol Hepatol 2025; 23: 1846-1853