Daten und Fakten

Daten und Fakten zu Darmkrebs

  • 2011 waren 12.905.091 Personen anspruchsberechtigt, an gesetzlichen Früherkennungsmaßnahmen (FOBT, Koloskopie) und an Beratungen zur Prävention von Darmkrebs teilzunehmen (www.gbe-bund.de); wahrgenommen haben das nur 11,4%.
  • 2011 erkrankten ca. 62.974 Menschen (34.276 Männer, 28.695 Frauen) in Deutschland neu an Darmkrebs (Robert-Koch-Institut 2015).
  • 2011 starben allein in Deutschland ca. 26.302 Menschen (13.863 Männer und 12.439 Frauen) an Darmkrebs; das sind etwa 40% der Neuerkrankten.
  • Unbehandelt führt Darmkrebs in den allermeisten Fällen innerhalb von 12 Monaten zum Tod.
  • Nach Prostata- und Lungenkrebs ist für Männer der Darmkrebs die dritthäufigste und nach Brustkrebs für Frauen zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland.
  • Das Lebenszeitrisiko an Darmkrebs zu erkranken liegt bei ca. 6%.
  • Darmkrebs entsteht meist aus zunächst gutartigen Vorstufen, also Wucherungen der Darmschleimhaut (Polypen bzw. Adenome). Diese sind insbesondere bei Menschen über 50 weit verbreitet.
  • Darmkrebs wächst sehr langsam, meist über einen Zeitraum von 10-15 Jahren. Der oder die Erkrankte spüren ihn lange Zeit nicht.
  • Wenn Beschwerden oder Schmerzen auftreten, ist der Krebs oft schon sehr weit fortgeschritten bzw. hat Metastasen gebildet. Grundsätzlich gilt daher: Je früher der Krebs entdeckt wird (Stadien I und II), desto besser sind die Heilungschancen (85-95%)!
  • Darmkrebs ist nach jahrelanger intensiver Öffenlichkeitsarbeit kein Tabu-Thema mehr.
  • Seit 2002 gibt es eine erweiterte Vorsorge- und Früherkennungsregelung für gesetzlich Krankenversicherte: den Stuhlbluttest ab 50 Jahren jährlich bis 55, ab 55 die Vorsorge-Darmspiegelung mit Wiederholung nach 10 Jahren bei unauffälligem Erstbefund.
  • Der bisherige guajak-basierte Stuhltest (g-FOBT) ist seit dem 1. April 2017 in der Regelversorgung durch immunologische Stuhlteste (i-FOBT, FIT) ersetzt worden. Diese besitzen eine Spezifität von über 90% und sind 2-3mal sensitiver als der bisher verwendete g-FOBT. Ca. 145 i-FOBTs oder FITs sind erforderlich, um eine fortgeschrittene Neoplasie zu entdecken. Stuhltteste sind einfach durchführbar, nicht invasiv und haben eine nachgewiesene Senkung der darmkrebsbedingten Sterblichkeit. Grundvoraussetzung bleibt die jährliche bis zweijährige Durchführung dieser Teste.
  • 2013 hat der Gesetzgeber das Krebsfrüherkennungsregistergesetz (KFRG) beschlossen. Es sieht u.a. ein bundesweites Einladungsverfahren zur Darmkrebsvorsorge und -Früherkennung vor und ermöglicht die Flexibilisierung der Altersgrenzen. Das KFRG befindet sich derzeit noch in der Beratungsphase des Gemeinsamen Bundesausschusses.
  • Die Darmspiegelung ist derzeit der Goldstandard mit einer Spezifität und Sensitivtät von über 95%. Die Methode ist mit einer sehr geringen Komplikationsrate (Blutung, Perforation) behaftet. Die Komplikationsrate wird national wie international mit zwischen 0,01% und 0,6% angegeben und daher kann die Koloskopie als sehr sicher angesehen werden.
  • Die Spiegelung wird heute in der Regel in einer Kurznarkose (Propofol ®) durchgeführt; mögliche Nebenwirkungen sind Atemdepression, ggf. kurzfristige Beatmung und ganz selten Atemstillstände mit der Notwendigkeit der Reanimation. Eine große deutsche Studie gibt diese Komplikationsrate mit 0,01-0,1% an, das heißt ein Ereignis auf ca. 10.000 bis 1.000. Die Kurznarkose erfordert ein sorgfältiges Überwachen des Patienten auch nach dem Eingriff (Pulsoxymetrie, RR-Messung).
  • Die Vorbereitung zur Koloskopie erfolgt durch eine sorgfältige Darmreinigung, für die es verschiedene Vorgehensweisen gibt. Sie sollten mit dem Untersucher beim Aufklärungsgespräch besprochen werden. Die Darmreinigung ist heute durch aufgrund besserer Anwendungsmöglichkeiten deutlich weniger unangenehm.
  • Für die Darmspiegelung liegt inzwischen die sogenannte number needed to screen (NNS) vor: 14 Männer und 26 Frauen müssen gespiegelt werden, um eine fortgeschrittene Neoplasie zu entdecken (Pox et al., Gastroenterology 2012)
  • Die Früherkennungs-Darmspiegelung wird allerdings durch die Berechtigten derzeit nur wenig in Anspruch genommen: In zehn Jahren haben sich 20,1% der Frauen und 18,3% der Männer untersuchen lassen (Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung, 2013).
  • Langzeituntersuchungen haben gezeigt, dass bisher ca. 180.000 Darmkrebs verhindert und ca. 43.000 Karzinome in frühen Stadien entdeckt werden konnten (Brenner et. al, 2016)
  • Die Therapiekosten der Erkrankung liegen derzeit ohne weitere Folgekosten bei etwa einer halben Milliarde Euro/Jahr.
  • Besondere Aufmerksamkeit gilt Risikogruppen, die etwa 25% der Darmkrebs-Neuerkrankungen ausmachen. Dazu gehören das familiäre Risiko (ca. 20%) sowie das genetische Risiko (ca. 5%). Für die Risikogruppen gelten besondere Screening-Strategien.
  • Erfreulich ist, das die relative 5-Jahres-Überlebensrate aller Stadien zusammen bei über 64% für Männer und 65% für Frauen liegt (RKI 2015).

Fragen und Antworten zum Thema Dickdarmkrebs