Stiftung LebensBlicke - Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge von Darmkrebs

Sehr verehrte Leserin, sehr geehrter Leser, verehrte Befürworter und Unterstützer,
liebe Freunde und Mitstreiter,


der Gemeinsame Bundesausschuss hat in seiner Sitzung vom 21. April ein neues Testverfahren für die Darmkrebsvorsorge und -Früherkennung beschlossen. Er hat entgegen den Empfehlungen vieler Fachgesellschaften und Organisationen (auch der Stiftung LebensBlicke), ausschließlich den quantitativen immunologischen Tests zum Nachweis von nicht sichtbaren Blut im Stuhl (iFOBT) den Vorzug gegeben. Man darf gespannt sein, welche Kriterien diese Tests erfüllen müssen, wer der Kreis der teilnehmenden Ärzte ist und wie Auswertung und Dokumentation organisiert sind. Die Stiftung LebensBlicke wird die Ausführungsbeschlüsse sehr sorgfältig prüfen und sich ggfs. wieder sehr nachdrücklich zu Wort melden. Das Leben nach und mit Krebs (Tertiärprävention) ist zu einem weiteren wichtigen Schwerpunkt der Stiftungsarbeit geworden. Wir hoffen, dass unser Engagement für die Betroffenen in den nächsten Jahren ähnlich positive Entwicklungen nach sich zieht wie wir es für die Primär- und Sekundärprävention erreichen konnten. Zuguterletzt: Unsere Expertenkommentare sind eine Fundgrube für aktuelle Informationen zum Thema Darmkrebs. Es lohnt sich, sie anzuklicken!

In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön für Ihr Interesse und für Ihre weitere Unterstützung
Ihr Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke




Intervall-Karzinome nach Koloskopie – Neue Risikofaktoren

2016-Kolonkarzinom

Der Endoskopiker kennt und fürchtet sie: die Intervall-Karzinome. Man versteht darunter Darmkrebse, die in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren nach vorausgegangener “unauffälliger” Koloskopie in ca. 4-6 %  auftreten. Häufigste Ursachen sind übersehene Tumoren (flache Adenome, Polypen), unvollständige Polypenentfernungen und echte Neubildungen. Britische Gastroenterologen haben jetzt in einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie weitere Risikofaktoren herausgearbeitet, die unbedingt beachtet werden sollten. Dazu gehören das weibliche Geschlecht, ein höheres Lebensalter, Begleiterkrankungen, das rechtsseitige Kolon, elektive Untersuchungen und die Untersuchungszahlen. Die Autoren fanden eine Rate von 12,1 Prozent und einen deutlich schlechteren Verlauf dieser Karzinome. Sie schlussfolgern, dass diese Faktoren gerade bei Vorsorgeuntersuchungen besondere Aufmerksamkeit und Berücksichtigung finden sollten (Cheung D. et al, Gastrointest Endosc 2016; 84:287-295)

Molekulare / biologische Mechanismen der Karzinogenese

dgvsKleinDie Stiftung LebensBlicke veranstaltet zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wieder ein wissenschaftliches Symposium, diesmal zum Thema “Molekulare und biologische Mechanismen der Karzinogenese”. Das Symposium findet im Rahmen des Kongresses für Viszeralmedizin 2016 in Hamburg am Freitag, 23. September, von 15 bis 16.30 Uhr statt. Die DGVS ist ständige Schirmherrin der Stiftung und ermöglicht ihr seit vielen Jahren eine gemeinsame Veranstaltung. (Programm)

Darmkrebs-Screening: Persönliche Beratung erfolgreich

2016-Famkol - Dr. BauerDarmkrebs ist die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Bei erstgradig Verwandten von Patienten mit Darmkrebs ist die Teilnahme an der Früherkennung besonders wichtig, da deren Risiko, ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken, 2-4-fach erhöht ist. Unwissenheit, Angst und falsche Vorstellungen – aus verschiedenen Gründen gehen trotzdem jährlich nur 2-3% der Anspruchsberechtigten zur Vorsorge. Und es hat sich gezeigt, dass die Information mit Flyern nicht zum Erfolg führt. 64 Darmzentren und Fachpraxen zwischen Nordsee und Alpenrand haben deshalb in drei Jahren mehr als 1.100 Patienten auf das erhöhte Darmkrebsrisiko ihrer Verwandten ersten Grades hingewiesen. Sie waren Teilnehmer der vom Bundesministerium für Gesundheit finanzierten FAMKOL-Studie im Nationalen Krebsplan. Die Stiftung LebensBlicke hatte die Schirmherrschaft der Studie übernommen. Weiterlesen

Darmkrebs: Zellen in Tumorumgebung sind wichtig

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert ein wichtiges Projekt bei der Darmkrebsentstehung. Mittlerweile ist bekannt, dass auch das Mikromilieu in der Umgebung eines Tumors von großer Bedeutung ist. Zu diesem Milieu gehören Immunzellen und Bindegewebszellen, die offensichtlich einen entscheidenden Einfluss haben. Der Forschergruppe angehört neben den Universitäten Frankfurt und Regensburg auch die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Markus Neurath, Direktor der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Erlangen. Professor Greten, Sprecher der Forschergruppe und Direktor des Georg-Speyer-Hauses Frankfurt: ” Wir hoffen, Wege zu finden, das Tumormikromilieu zu verändern, um ein besseres Ansprechen von Standardtherapien zu erreichen oder idealerweise sogar völlig neue Therapiekonzepte zu definieren.” Weitere Informationen: markus.neurath@uk-erlangen.de.

Professor Meinhard Classen ist 80 Jahre alt

2016-ClassenDie Stiftung LebensBlicke gratuliert sehr herzlich Professor Dr. Dr. h.c. mult. Meinhard Classen zum 80sten Geburtstag und wünscht ihm für die Zukunft Gesundheit, Glück und weiterhin ungebrochene Schaffenskraft für seine wichtigen Projekte. Professor Classen ist neben Professor Ludwig Demling der bedeutendste Vertreter der “Erlanger Schule”. Seine berufliche Karriere führte ihn von dort über Hamburg und Frankfurt nach München, wo er bis zu seiner Emeritierung das Ordinariat für Innere Medizin an der Technischen Universität innehatte. Die vielen Facetten seiner klinischen und wissenschaftlichen Arbeit können seinem beeindruckenden Curriculum Vitae entnommen werden. Weiterlesen

Promotion erfolgreich abgeschlossen

2015 Julia_GallitzDie Stiftung LebensBlicke unterstützt und übernimmt die Schirmherrschaft für wissenschaftliche Arbeiten, die das Thema Darmkrebsprävention beinhalten. Die Studentin der Zahnmedizin, Julia Gallitz, hat in Kooperation mit der Stiftung ihre Doktorarbeit mit dem Titel “Maßnahmen zur Erhöhung der Koloskopiebereitschaft – Führt das Angebot von advanced endoscopic imaging Verfahren zu einer verbesserten Vorsorge?”  inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Eine daraus resultierende Publikation ist in einem rennommierten internationalen Fachjournal zur Veröffentlichung angenommen worden. “Wir gratulieren Frau Gallitz zu dieser Arbeit und hoffen, dass sie zu weiteren Förderung der Darmkrebsprävention beiträgt”, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.

Harte Kontroverse um Stuhltests geht weiter

Logo i-FOBTDie Stiftung LebensBlicke hatte in einem offenen Brief an maßgebliche Entscheider im Gesundheitswesen zum wiederholten Mal Bedenken gegen die derzeitige Beschlusslage zur Einführung des immunologischen Stuhltests in die Regelversorgung erhoben. Diese Bedenken sind inzwischen auch von namhaften Fach- und Berufsverbänden aufgegeriffen und in der Ärztezeitung vom 18. Juli artikuliert worden. Die Stiftung hofft, dass ihre Vorschläge bei der finalen Beschlussfassung Berücksichtigung finden.

Forscher entdecken neues Gen für erblichen Darmkrebs

2016-08-01 Neues Gen entdecktWenn es zur starken Polypenbildung im Dickdarm kommt, entwickelt sich daraus unbehandelt mit hoher Wahrscheinlichkeit Darmkrebs. Oft liegt dem massenhaften Auftreten von Polypen eine erbliche Ursache zugrunde; die Erkrankung kann dann in bestimmten Familien gehäuft auftreten. Unter Federführung von Humangenetikern des Universitätsklinikums Bonn entdeckte ein Forscherteam bei Patienten Erbgutveränderungen im MSH3-Gen und identifizierte damit eine neue seltene Form des erblichen Darmkrebses. Die Ergebnisse wurden jetzt im „American Journal of Human Genetics“ veröffentlicht. Dickdarmpolypen wachsen als Weiterlesen