Risikogruppen/Risikofaktoren

Risikogruppen

  • Familiäre Darmkrebsbelastung: mit ca. 20% an den Darmkrebsneuerkrankungen gehört sie zu den wichtigsten Risikogruppen für einen Dickdarmkrebs. Erstgradig Verwandte von Darmkrebspatienten haben ein ca. doppelt so hohes Erkrankungsrisiko im Vergleich zu Personen ohne positive Familienanamese. Derart Betroffene sollten bereits zehn Jahre vor dem Diagnosealter ihres Angehörigen ihre erste Darmspiegelung durchführen lassen, also zum Beispiel im Alter von 45 Jahren, wenn bei einem Angehörigen der Darmkrebs in einem Alter von 55 Jahren festgestellt wurde. Sollte das Ersterkrankungsalter vor dem 50. Lebensjahr liegen, so verlagert sich der Zeitpunkt der ersten Damrspiegelung entsprechend nach vorne.
  • Genetische Belastung: dazu gehören das Lynch-Syndrom sowie adenomatöse Polyposissyndrome. Das Lynch-Syndrom oder auch nicht hereditäres, nicht polypöses Kolonkarzinom (HNPCC), das für ca. 3%-4% der Darmkrebserkrankungen verantwortlich ist, sowie adenomatöse Polyposissyndrome wie die FAP mit ca. 1%. FAP-Patienten haben ein nahezu 100%iges Erkrankungsrisiko.
    Die Überwachung des HNPCC sollte im Alter von 25 Jahren beginnen und beinhaltet jährlich eine Koloskopie und bei Frauen einen transvaginalen Ultraschall, ab 35 Jahren zusätzlich eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) und bei Frauen eine Endometrium-Biopsie.
    Bei der klassischen familiären Polypenkrankheit (FAP) sollte die Überwachung bereits im Kindesalter beginnen mit dem Ziel, den richtigen Zeitpunkt zur Dickdarmentfernung festzulegen, die eine Karzinomentstehung verhindert.
    Ausführliche Details sind auch nachzulesen in “Der Gastroenterologe” 2015;10; Heft 1
  • Langanhaltende und schwerwiegende Entzündung der Dickdarmschleimhaut (colitis ulcerosa).
  • Massive Adipositas: Die starke Übergewichtigkeit (BMI > 30) ist u.a. mit einem deutlich erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden.
  • Falsche Ernährung, wie z.B. zuviel rotes Fleisch, fette und kohlenhydratreiche Speisen.

Risikofaktoren

  • Zuwenig Ballaststoffe in der Nahrung. Da bei der Verdauung Giftstoffe entstehen, die Krebs auslösen können, ist es gut, wenn die Nahrung sich möglichst schnell durch den Darm bewegt. Ballaststoffreiche Ernährung verkürzt die Verweildauer der Nahrung im Darm.
  • Schadstoffe in der Nahrung. Benzpyrene können beim Räuchern und Grillen entstehen, Nitrosamine beim Braten von gepökelten und geräucherten Wurst- und Fleischwaren.
  • Bewegungsmangel. Untersuchungen haben gezeigt, dass sportliche Betätigung den Darm zu gesunder Bewegung anregt.
  • Rauchen. Der Tabakrauch enthält die schon oben unter Schadstoffe erwähnten Nitrosamine.Weitere Details