Derzeit sind Koloskopie und immunologische Stuhlteste entscheidend in der Darmkrebsvorsorge und -Früherkennung. Blutbasierte Screening-Methoden könnten in Zukunft an Bedeutung gewinnen. In einem systemmatischen Review und einer Metaanalyse haben chinesische Forscher die diagnostische Genauigkeit des methylierten Septin9-Tests untersucht und gefunden, dass dieser Test ein verlässlicher Marker in der Detektion des kolorektalen Karzinoms, vor allem des fortgeschrittenen, ist (Clinical and Translational Gastroenterology;8,e216;doi:10.1038/ctg.2016.66).
Archiv für den Monat Januar 2017
Palliative Resektion beim fortgeschrittenen Darmkrebs lohnt!
Die frühzeitige primäre Resektion des tumortragenden Darmabschnitts beim metastasierten kolorektalem Karzinom (Stadium IV) wird durchaus kontrovers diskutiert, da der Nutzen bisher nicht erwiesen ist. Aus einer großen Registerstudie aus den Niederlanden mit Befunden von über 6.000 Patienten geht jetzt hervor, dass Patienten nach einer primären Operation ein längeres Überleben haben, als jene, bei denen mit einer Chemotherapie begonnen wurde Weiterlesen
Darmkrebs-Präventionspreis geht an Ulrike Haug

Der von der Deutschen Krebsstiftung, der Stiftung LebensBlicke und der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich gemeinsam ausgelobte Darmkrebs-Präventionspreis geht in diesem Jahr an Frau Professor Dr. Ulrike Haug vom Leibnitz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Forschung der Preisträgerin Weiterlesen
NICE empfiehlt Testung auf ein Lynch-Syndrom
Das britische National Institute for Health and Care Excellence (NICE) empfiehlt, bei allen Patienten mit einem kolorektalen Karzinom auf das Vorliegen eines Lynch-Syndroms zu testen (siehe: Beitrag). Das Lynch-Syndrom ist die häufigste erbliche Ursache für eine Darmkrebserkrankung und wird nicht immer rechtzeitig diagnostiziert. Menschen mit dieser erblichen Anlage haben nicht nur ein erhöhtes Risiko für ein kolorektales Karzinom, sondern auch für Krebse im Bereiche des Uterus, der Eierstöcke und des Magens. Daraus folgert NICE, dass mit der generellen Testung von Menschen mit Darmkrebs sich die Chance erhöht, nicht erkannte Lynch-Syndrome zu identifizieren. „Die Stiftung LebensBlicke kann diese Empfehlung nur nachhaltig unterstützen. Studien zur Vorsorge-Koloskopie bei Menschen mit Lynch-Syndrom haben gezeigt, dass das Risiko an Darmkrebs zu sterben um bis zu 70 % reduziert werden kann“, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung LebensBlicke, Professor Dr. J. F. Riemann.
Aktuelle Übersicht zum Darmkrebs-Screening
Die Screening-Strategien für kolorekale Neoplasien sind vielfältig, besitzen aber eine sehr unterschiedliche Evidenz. In einer aktuellen Übersicht beschreibt Inadomi im New Engeland Journal of Medicine am Beispiel einer 79 Jahre alten Frau, was in diesem speziellen Falle zu raten ist (Inadomi N. EnglJ Med 2017). Der Beitrag fasst in übersichtlicher Weise die wichtigsten Vorsorgestrategien zusammen und bewertet sie nach ihrer derzeitigen Evidenzlage. „Wer sich umfassend informieren will, dem sei die Lektüre dieses Artikels nachhaltig empfohlen“, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke.