Förderverein Darmkrebszentrum Hagen spendet € 1.370,12

Die Auflösung eines Fördervereins im südwestfälischen Hagen beschert der Stiftung LebensBlicke einen überraschenden Spendeneingang von 1.370,12 €. „Da sich unser Förderverein zur Unterstützung des Darmkrebszentrums Hagen nun nach zehn Jahren satzungsgemäß auflöst, hat der Vorstand beschlossen, dass das Restguthaben der Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs – zu Gute kommen soll“, so Professor Dr. Wolfgang Timmermann, Chef des Fördervereins des Darmkrebszentrums Hagen, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, ärztlicher Direktor des Agaplesion Allgemeinen Krankenhauses Hagen sowie Regionalbeauftragter der Stiftung LebensBlicke (im Bild). Die Stiftung LebensBlicke freut sich sehr über diese unerwartete Spende. Dazu Professor Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung: „Wir sind außerordentlich dankbar für diese Zuwendung, die zu einer Zeit kommt, in der gerade auch Stiftungen auf jede Unterstützung angewiesen sind. Ein herzliches Dankeschön nach Hagen!“. (Fotocredit: AKH Hagen)

Impfstoffe BioNTech/Pfizer und Moderna sehr wirksam!

Die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna in kürzester Zeit mit einem hohen Sicherheitsprofil hat es möglich gemacht, dass mit dieser Impfung die Ausbreitung der SARS-CoV-2-Infektion weitgehend verhindert respektive zurückgedrängt werden kann. Beide Impfstoffe haben sich inzwischen vor allem in den USA und in Europa bewährt. Eine aktuelle Publikation bestätigt, dass beide Impfstoffe außerordentlich wirksam sind und selbst bei Durchbruchinfektionen vor einem schweren Corona-Krankheitsverlauf schützen können (Thompson et al. NEJM 2021; 385: 320-329). In einer weiteren Studie konnte gezeigt werden, dass sowohl der BioNTech/Pfizer Impfstoff als auch der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca zuverlässig auch gegen die sehr infektiöse Delta-Variante sind (Lopez Bernal et al NEJM 2021; 385: 585-594). Offen ist, wie lange der Schutz anhält und ob vor allem bei Risiko-Personen eine Nachimpfung notwendig wird. „Die Entwicklung dieser Impfstoffe ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte; die wissenschaftlichen Entwickler sind wahrlich Anwärter auf den Nobelpreis für Medizin“, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke.

Aspirin sorgt immer wieder für Schlagzeilen

Die Acetylsalicylsäure (ASS) ist in der Prävention des kolorektalen Karzinoms nicht unumstritten; sie wird z. B. von der deutschen S3 Leitlinie KRK für die Primärprävention nicht empfohlen. In einer aktuellen Studie, die eine retrospektive gepoolte Analyse von zwei großen amerikanischen Kohorten-Studien zum Inhalt hatte, fanden Forscher jetzt heraus, dass die regelmäßige langjährige Einnahme von Aspirin doch mit einem signifikant niedrigeren Risiko für eine Darmkrebserkrankung bei über 70-jährigen assoziiert war. Sie fanden aber auch, dass dieser Zusammenhan nur gegeben ist bei solchen Menschen, die Aspirin vor dem 70. Lebensjahr regelmäßig genommen haben. Die Einnahme nach dem 70. Lebensjahr führte nicht zu einer Risikoreduktion. Die analysierten Daten stammen aus der umfangreichen Nurses‘ Health Study sowie der prospektiven Health Professionals Follow-up Study  (JAMA Oncology 2021; 7:428-435).

Zwischen positivem Test und Koloskopie maximal 6 Monate

Eigentlich ist es eine Conditio sine qua non: ein positiver Stuhltest sollte auf jeden Fall durch eine möglichst rasche Darmspiegelung abgeklärt werden. Die Realität sieht leider anders aus. Amerikanische Wissenschaftler haben sich dieses Themas angenommen und in einer retrospektiven Kohorten-Studie mit >200.000 Patienten herausgefunden, wie nicht anders zu erwarten, dass die Wahrscheinlichkeit einer Krebsdiagnose mit zunehmender Wartezeit deutlich ansteigt. Das gilt nicht nur für frühe, sondern besonders auch für fortgeschrittene Karzinome. Was folgert daraus? Bei der Aufklärung über Chancen und Risiken des Stuhltests in der Vorsorge des kolorektalen Karzinoms muss mit Nachdruck darauf hingewiesen werden: 1. Das Risiko, ein fortgeschrittenes Karzinom zu finden oder daran zu sterben, steigt mit zunehmendem Abstand zwischen positivem Stuhltest und Koloskopie und 2. Es erscheint sicher, wenn die Koloskopie innerhalb von 6 Monaten durchgeführt wird (Gastroenterology 2021;160:1997-2005).

Personalisierte Therapien werden immer wahrscheinlicher

Amerikanische Forscher haben ein Modell entwickelt, das das Sterberisiko für vier Krebsarten – Prostata-Lunge-Darm-Eierstock – (PLCO-Studie) innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren sehr präzise vorhersagen kann. In dieses Modell fließen neben Tumormerkmalen auch medizinische und demographische Informationen des individuellen Patienten ein. Dieses Modell mit offensichtlich hoher prädiktiver Leistung erlaubt in Zukunft wahrscheinlich immer besser die personalisierte Behandlung der genannten Krebserkrankungen, vor allem auch des kolorektalen Karzinoms (Bibault et al. Gut 2021;70:884-889).