Darmkrebs + Darmkrebsvorsorge – auch eine soziale Frage?

Beim Experten-Workshop der Stiftung LebensBlicke am 8.12.21 wurde aus den Niederlanden und aus Großbritannien berichtet, dass die Darmkrebsvorsorge ganz offensichtlich bei Menschen, die in prekären Verhältnissen leben, besonders niedrig ist. Dr. Dietrich Hüppe, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke (Bild), hat in einem sehr sorgfältig recherchierten Beitrag die Darmkrebsvorsorge als soziale Frage auch auf Grund sozio-ökonomischer Benachteiligungen beschrieben. Gerade die Primärprävention, die ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Information und Aufklärung voraussetzt, stößt bei dieser Personengruppe häufiger auf Vorbehalte, sogar auf Ablehnung wegen „Bevormundung“. Lesen Sie selbst!

Omikron – gefährliche neue Virus-Variante?

Mitten in die 4. Welle der Corona Pandemie platzt die beunruhigende Nachricht einer neuen Variante. Die WHO stuft die Lage als besorgniserregend bis sehr ernst ein. Deutsche Virologen äußern sich beunruhigt bis noch zurückhaltend, da bisher zu wenig darüber bekannt ist. Die Stiftung LebensBlicke sieht bei allem Leid durch die Pandemie schon jetzt mit großer Besorgnis auch viele weitere gesundheitliche Kollateralschäden, die Corona verursacht hat und wegen abgesagter Interventionen weiterhin mit sich bringt. Kommt Omikron hinzu, kann es für das Gesundheitssystem dramatisch werden. „Wir appellieren an die Bürger, alle Möglichkeiten sich zu schützen, wie AHA-Regeln und Kontaktbeschränkungen, vollumfänglich zu nutzen, vor allem aber sich jetzt impfen und boostern zu lassen“, so Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.

Darmkrebs-Screening-Programme in Europa im Vergleich

Ziel eines von der Stiftung LebensBlicke am 8. Dezember organisierten Online-Experten-Workshops war es, sich ausführlich über Vor- und Nachteile von Darmkrebs-Screening-Programmen in verschiedenen europäischen Ländern (Dänemark, Großbritannien, Italien, Niederlande, Deutschland) auszutauschen. Dabei wurde deutlich, dass der jeweilige Zugang sehr unterschiedlich ist. Besonders beeindruckend war das Programm der Niederlande, das mit einer Teilnahmerate am Darmkrebs-Screening von bis zu 70% sehr gut abschnitt. In der Diskussion stand das deutsche Vorsorgeprogramm im Fokus; die Experten waren sich einig, dass es in seiner Entwicklung durchaus Fortschritte gegeben habe. Kritisch gesehen wurden der umständliche Zugang trotz persönlicher Einladung, lange Informationsbroschüren, eine fehlende zentrale Datenbasis, die auch die Erfassung aller Stuhlteste ermöglicht sowie ein Erinnerungssystem, das gerade in Nachbarländern zu einer deutlichen Erhöhung der Teilnahmerate führt. Bei allen Fortschritten sollte aber nicht vergessen werden, so Dr. Thomas Meißner für die ÄrzteZeitung in seinem Bericht über die Tagung: „bedarf eine gute Darmkrebsvorsorge nicht nur technischer und logistischer Voraussetzungen, das Vertrauen der Bevölkerung in Ärzte und Institutionen sei ebenso wichtig wie ein einfacher Zugang.“ (ÄrzteZeitung vom 10.12.2021)

Wolfgang Schäuble ist neuer Befürworter der Stiftung

Die Stiftung LebensBlicke hat mit Dr. Wolfgang Schäuble – neben vielen politischen Ämtern ehemals Präsident des Deutschen Bundestags von 2017 bis 2021 und Bundesfinanzminister von 2009 bis 2017 – einen weiteren prominenten Botschafter für die Darmkrebsprävention gewinnen können. In seinem Statement für die Darmkrebsvorsorge betont der Politiker: „Darmkrebs ist eine heimtückische Erkrankung, die sich häufig viel zu spät bemerkbar macht. Die Vorsorge dagegen ist einfach, sicher und sehr wirksam – sie rettet Leben. Deshalb daran denken: Vorsorgeangebote wahrnehmen – Vermeiden statt leiden.“ Die Stiftung LebensBlicke freut sich, mit Wolfgang Schäuble eine wichtige Stimme für die Darmkrebsprävention zu haben. (Foto: Deutscher Bundestag | Achim Melde)