Stiftung LebensBlicke dankt Ministerin Nina Warken

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat die Stiftung LebensBlicke wesentlich darin unterstützt, die Darmkrebsprävention in Deutschland weiter voranzubringen. Als Schirmherrin des Darmkrebsmonats März 2026 hat sie sich zudem persönlich und mit großem Engagement eingebracht. Die Stiftung spricht der Ministerin ihren herzlichen Dank für diese wertvolle Unterstützung aus. Zugleich wünscht sie ihrem Nachfolger Dr. Carsten Linnemann viel Erfolg und hofft auf eine ebenso konstruktive Zusammenarbeit für die zukünftigen Aufgaben der Stiftung. „Wir wünschen Frau Warken in ihrem neuen Amt als Kanzleramtsministerin eine glückliche Hand und viel Erfolg. Zugleich hoffen wir, dass der neue Bundesgesundheitsminister – wie alle seine Vorgängerinnen und Vorgänger – die Stiftung LebensBlicke weiterhin im Blick behält“, betont Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Foto: © Jan Pauls

Bluttests in neuer US-Leitlinie zur Darmkrebsvorsorge

Die American Cancer Society (ACS) hat ihre Empfehlungen zur Darmkrebsvorsorge aktualisiert. Erstmals werden in den USA bestimmte Bluttests als Screeningoption für Menschen mit durchschnittlichem Darmkrebsrisiko berücksichtigt. Ziel ist, mehr Menschen für die Vorsorge zu gewinnen. Für Deutschland ergeben sich daraus derzeit jedoch keine Änderungen: Bluttests sind weder Bestandteil des gesetzlichen Darmkrebs-Screenings noch werden sie in den deutschen Leitlinien zur Früherkennung empfohlen. Im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms stehen der immunologische Stuhltest (FIT) und die Vorsorgekoloskopie zur Verfügung. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass Bluttests zwar Darmkrebs erkennen können, fortgeschrittene Adenome (wichtige Krebsvorstufen) jedoch deutlich weniger zuverlässig erfassen als die etablierten Vorsorgeverfahren. Die Vorsorgekoloskopie dagegen kann Darmkrebs nicht nur früh erkennen, sondern durch die Entfernung von Krebsvorstufen häufig sogar verhindern. Sie gilt weiterhin als Goldstandard der Darmkrebsprävention. Auch der FIT ist ein wirksames Verfahren der Früherkennung. Fällt ein Stuhl- oder Bluttest auffällig aus, ist zur sicheren Abklärung immer eine Darmspiegelung erforderlich. „Die neue US-Leitlinie unterstreicht, dass je mehr Menschen geeignete Vorsorgeangebote wahrnehmen, desto mehr Darmkrebserkrankungen können verhindert oder frühzeitig erkannt werden. Für Deutschland bleibt die Botschaft aber unverändert: Die etablierten Vorsorgeangebote sind wissenschaftlich gut belegt und bieten wirksamen Schutz vor Darmkrebs“, so Dr. Lukas Welsch, Mitglied des Vorstands der Stiftung LebensBlicke.

Prävention neu denken: Migration, Gesundheit und Zukunft

Wie gelingt Darmkrebsvorsorge in einer vielfältigen Gesellschaft? Diese neue Podcast-Folge zeigt, welche Rolle kulturelle Prägungen, Gesundheitskompetenz und Vertrauen spielen – und warum Prävention dort beginnt, wo Menschen verstanden werden. Eine neue Folge aus der Serie „Alarm im Darm“ mit Prof. Dr. Wolfgang Fischbach, Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke und Dr. Barbara John, Chefärztin im Bürgerspital Wertheim und Stiftungsratsmitglied. Jetzt anhören!

Gut-Studie stärkt konsequente Nachsorge nach Polypektomie

Eine aktuelle Studie von Chen et al. im Fachjournal Gut zeigt: Menschen unter 50 Jahren mit Hochrisiko-Adenomen haben nach einer Polypektomie ein vergleichbares Risiko für fortgeschrittene Darm-Neoplasien wie ältere Patientinnen und Patienten. Die Autoren empfehlen daher, die etablierten Nachsorge-Intervalle unabhängig vom Alter anzuwenden. „Die Ergebnisse unterstreichen, dass nicht das Alter, sondern das individuelle Polypenrisiko die Nachsorge bestimmen sollte“, betont PD Dr. Axel Eickhoff, Generalsekretär der Stiftung LebensBlicke. „Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Darmkrebsfälle bei jüngeren Erwachsenen ist eine konsequente Vorsorge und Nachsorge von großer Bedeutung.“ (Chen Y, Padilla Aponte J, et al. Gut 2026)

Verändert neue Ultraschalltechnik die Darmkrebsdiagnostik?

Die sogenannte extranodale Extension (ENE) und die Tumorablagerungen (TDs) haben einen großen prognostischen Wert hinsichtlich einer aggressiven Tumorbiologie und der Assoziation zu Fernmetastasen beim kolorektalen Karzinom gezeigt. So konnte nachgewiesen werden, dass einige Fernmetastasen direkt aus dem Primärtumor oder den TDs – und nicht aus den Lymphknotenmetastasen entstehen. Hochfrequenter quantitativer Ultraschall (HF-QUS) ermöglicht eine Echtzeit-, bedienerunabhängige, dreidimensionale Lymphknotenanalyse mit einer berichteten Sensitivität und Spezifität von über 85%. In Kombination mit künstlicher Intelligenz und molekularem Profiling kann er biologisch-basierte Stadieneinteilungen beim kolorektalen Karzinom ermöglichen, unnötige Operationen reduzieren und die Präzisions-Onkologie weiter verbessern. „Es bleibt abzuwarten, ob weitere klinische Studien belegen, dass die Prognose und das Langzeitüberleben von Patienten und Patientinnen mit kolorektalem Karzinom durch diese neuen Bildgebungsverfahren weiter verbessert werden kann“, so Professor Dr. Ines Gockel, Mitglied des Vorstands der Stiftung LebensBlicke. (Moreno P, et al., Cancers (Basel) 2026 Jul 2;18(13):2139. doi: 10.3390/cancers18132139)