Darmkrebs-Präventionspreis geht nach Heidelberg

Die Stiftung LebensBlicke (Ludwigshafen) verleiht jährlich den Darmkrebs-Präventionspreis für herausragende wissenschaftliche Beiträge zur Darmkrebsvorsorge und -früherkennung. In diesem Jahr geht der wissenschaftliche Preis nach Heidelberg. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Diabetes und Darmkrebs: Einfluss des Tumor-Immunsystems auf Erkrankungsrisiko und Überleben – Implikationen für Prävention und Früherkennung“ von Durgesh Wankhede (MD), Klinische Epidemiologie der Krebsfrüherkennung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg. Für die Prävention bedeuten die Ergebnisse, dass Menschen mit Diabetes möglicherweise von einer gezielt angepassten und risikoorientierten Darmkrebsvorsorge profitieren könnten. Der mit 4.000 € dotierte wissenschaftliche Preis wird traditionell von Mitgliedern des Advisory Boards der Stiftung gestiftet, in diesem Jahr von der Servier Deutschland GmbH (München). Im Bild die Preisübergabe bei der Auftakt-Pressekonferenz zum Darmkrebsmonat März im Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen V.l.n.r.: Daniela Luber (Servier), Durgesh Wankhede (Preisträger) und Professor J. F. Riemann (Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke) | Foto: Sabine Kast

SCREESCO bestätigt zentrale Screening-Mechanismen

Die schwedische SCREESCO-Studie bestätigt zentrale Mechanismen der Darmkrebsvorsorge. Es wurden knapp 280.000 Menschen eingeladen, entweder eine einmalige Koloskopie, zwei Runden eines immunologischen Stuhltests (FIT) im Abstand von zwei Jahren oder keine Vorsorge wahrzunehmen. Die Ergebnisse stammen aus einer frühen Auswertung der diagnostischen Phase (Median 4,8 Jahre) und sind damit als Zwischenschritt zu verstehen. In diesem Zeitraum zeigt sich keine signifikante Reduktion der Gesamtinzidenz von Darmkrebs. Gleichzeitig werden in den Screening-Gruppen – insbesondere nach Koloskopie – signifikant mehr Tumoren in frühen Stadien (I–II) diagnostiziert („Stage shift“). Beim FIT zeigt sich zudem eine signifikant niedrigere Rate fortgeschrittener Tumoren (Stadium III–IV), während dieser Effekt für die Koloskopie in der Intention-to-screen-Auswertung nicht eindeutig ist. Primärer Endpunkt der Studie ist die Darmkrebsmortalität nach 15 Jahren (Follow-up bis Ende 2030). Zentraler praxisrelevanter Befund: rund 35% nahmen die Koloskopie wahr; damit wird deutlich, dass der Erfolg bevölkerungsbezogener Programme wesentlich von Akzeptanz und Zugänglichkeit abhängt. Die Daten zeigen klar, dass Darmkrebsvorsorge früh wirkt – durch die Verschiebung hin zu besser behandelbaren Stadien und erste Signale bei fortgeschrittenen Verläufen. Der signifikanter Rückgang fortgeschrittener Tumoren vor allem beim FIT ist erklärt, während dieser Effekt für die Koloskopie weniger deutlich ist, durch die höhere Teilnahme, die wiederholte Testung und die damit stärkere Wirksamkeit auf Bevölkerungsebene. „Der Nutzen wird sich erst im Langzeitverlauf an der Mortalität entscheiden“ kommentiert Dr. Lukas Welsch vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. „Bis dahin ist entscheidend, möglichst viele Menschen durch einfache, akzeptierte Angebote zur Teilnahme zu bewegen“. https://www.nature.com/articles/s41591-026-04225-9

Neubewertung des Darmkrebsrisikos nach Koloskopie

Die aktuellen Leitlinien bezüglich der Kontrollintervalle nach Koloskopie berücksichtigen ausschließlich die Eigenschaften der resezierten Neoplasien. Die Untersuchungsqualität fließt dagegen nicht in die Empfehlung ein. Eine Untersuchung aus den Niederlanden von van Roermund et.al. ging der Frage nach, welcher der beiden Parameter sich stärker auswirkt auf die Postkoloskopie-Karzinomrate. In dieser groß angelegten Studie mit über 200.000 Personen im Alter 55 und 75 Jahren kamen die Forschenden zu folgender Erkenntnis: Das Risiko eines postkoloskopischen Intervallkarzinoms hängt in den ersten Jahren hauptsächlich von der Untersuchungsqualität ab und weniger vom Nachweis von Hochrisiko-Polypen. Zur Reduktion von Postkoloskopie-Karzinomen ist es neben geeigneten Überwachungsintervallen entscheidend, die Qualitätsindikatoren der Endoskopiker zu überwachen und zu überprüfen. Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke Quelle: Z Gastroenterol 2026; 64, Febr., J .Lorenz, Künzell

Was hat die heutige Ernährung mit Darmkrebs zu tun?

Die Auftakt-Pressenkonferenz am 5.3. mit Prof. Klaus Blettner, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigshafen, Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke und zahlreichen Experten und Pressevertretern war der erste Aufschlag der Stiftung zum Darmkrebsmonat März 2026. Zuusammen mit der Gastro-Liga e.V. (Gießen) ruft sie insbesondere im Darmkrebsmonat März die Bevölkerung dazu auf, sich über Darmkrebs zu informieren und die Möglichkeiten zur Darmkrebsvorsorge und Darmkrebsfrüherkennung wahrzunehmen. In diesem Jahr steht der Darmkrebsmonat unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und trägt das Motto: „Ein kleiner Schritt zur Darmkrebsvorsorge – ein großer fürs Leben.“ Über 200 Regionalbeauftragte der Stiftung bundesweit stellen im Rahmen zahlreicher Vorträge und Aktionen dieses Thema in den Vordergrund. Aktuell machen Berichte über den Einfluss des Lebensstils auf das Darmkrebsrisiko aufmerksam. Stark steigender Konsum von Fastfood, Fertiggerichten und zuckerreichen Snacks vor allem unter Jugendlichen machen deutlich, wie sehr „moderne“ Ernährungsgewohnheiten ihre Weiterlesen

Darmkrebsmonat März: KBV präsentiert Wartezimmer-Video

Zum Darmkrebsmonat März stellt die KBV ein neues Video für Patienten zum Früherkennungsprogramm zur Verfügung. Arztpraxen können es nutzen, um auf das Präventionsangebot aufmerksam zu machen. Das 1-minütige Video informiert auf sympathische und eingängige Weise über die Darmkrebs-Vorsorge und erläutert die beiden Wege der Früherkennung – die Darmspiegelung und den Stuhltest. Abschließend erfolgt der Hinweis, einen Beratungstermin beim Arzt zu vereinbaren. „Angebote zur Darmkrebsvorsorge sollten niedrigschwellig sein. Dieses kurze Video zeigt anschaulich, was der 50. Geburtstag mit sich bringt!“ – so Prof. J.F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke.