Knapp 2/3 der Schweden nehmen an Darmkrebsvorsorge teil

2019 wurde in Schweden ein KRK-Vorsorgeprogramm etabliert, in dem der Bevölkerung zwischen dem 60. und 74. Lebensjahr alle zwei Jahre ein FIT-Test angeboten wurde. Insgesamt sind in dem Auswertungszeitraum (2019-2023) 884.866 Menschen eingeladen worden. Die Teilnahmerate war mit 64,3% sehr gut. Der FIT war in 2,7% positiv. Bei den Menschen, die daraufhin koloskopiert wurden, lag die Adenom-Detektionsrate bei 49,7%; in 6% wurden Karzinome und in 29,9% wurden fortgeschrittene Adenome gefunden. Die Qualitätsfaktoren der Koloskopie waren sehr gut mit einer 98%-igen sehr guten Vorbereitungsrate und einer Zökumintubationsrate von 96%. Die Koloskopie-Adhärenzrate lag leider nur bei 82% und war bei Männern und in dünnbesiedelten Gegenden niedriger. Hier besteht in der Adhärenz noch Verbesserungsbedarf. „Entgegen vieler Studien zur Darmkrebsvorsorge, die zeigen, dass vor allem die Teilnahmerate noch verbesserungsfähig sei, machen diese Daten doch deutlich, dass eine stringente Planung und zentrale staatliche Koordination der Dickdarmkrebsvorsorge zu sehr hohen Teilnahmeraten führen kann“, so Professor Dr. Dieter Schilling vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. (Hreinsson JP, Pischel A, Palsson B et al. et al.; United European Gastroenterology Journal 2026; 14:e70152 1 of 9; https://doi.org/10.1002/ueg2.70152)

Beteiligung an der Darmkrebsvorsorge besser als behauptet

Oft wird behauptet, die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge in Deutschland sei mit 2% pro Jahr sehr gering. Die Darmkrebsvorsorge habe ein Akzeptanzproblem. Mitarbeiter der Abteilung für klinische Epidemiologie des Leibniz‑Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) in Bremen haben schon 2022 beschrieben: Durch Analyse einer auf Krankenkassendaten gestützten Datenbank konnte gezeigt werden, dass bis zu 50% der Versicherten sich innerhalb von zehn Jahren einer Vorsorge- oder Abklärungs-Koloskopie unterzogen haben (1). Die gleichen Untersucher haben nun 2026 in einer Langzeitanalyse – ebenfalls aufgrund von Krankenkassendaten – ermittelt, wie viele Versicherte innerhalb von zehn Jahren sich einer Vorsorge- oder Indikationskoloskopie oder einem iFOBT unterzogen haben. Ergebnis: In einer Kohorte, die 2011 50 Jahre alt war, haben innerhalb von zehn Jahren 80% der Frauen und 63% der Männer an mindestens einer Vorsorgeuntersuchung teilgenommen. In einer 2. Kohorte, die 2011 55 Jahre alt waren, unterzogen sich in den nächsten zehn Jahren 78% der Frauen und 69% der Männer mindestens einer Vorsorgeuntersuchung (2). Das zeigt: in Deutschland nehmen >50% aller Bürger im Rahmen der Darmkrebsvorsorge oder zur Abklärung von Magen-Darm-Beschwerden innerhalb von zehn Jahren mindestens eine Koloskopie oder einen iFOBT in Anspruch. Diese Inanspruchnahme führt zu dem oben beschriebenen präventiven Erfolg! „Eine weitere Steigerung der Inanspruchnahme kann diesen weiter erhöhen“, kommentiert Dr. med. Dipl. rer. soc. Dietrich Hüppe, Vorstand Stiftung LebensBlicke und Co-Sprecher Fachgruppe Kolorektales Karzinom des bng. 1. Hornschuch M, et al, 2022; 31: 497-504, 2. Hornschuch M, et al, 2026; 35:1-9

Betriebliche Initiative der BASF mit Preis ausgezeichnet

Der diesjährige Medienpreis der Stiftung LebensBlicke – dotiert mit 2.000 € und gestiftet von CARE Diagnostica, Voerde – würdigt hervorragende Berichterstattung oder wie in diesem Jahr betriebliche Initiativen zur Darmkrebsvorsorge. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Darmkrebspräventionsprogramm: Gesundheitsförderung durch frühe Vorsorge“ der Abteilung Corporate Health Management der BASF SE Ludwigshafen. Stellvertretend für das Team nahmen Nicola Dillinger, Specialist Sales & Health Communications (Bildmitte), und Dr. Stefan Webendörfer, Vice President Health Risk Assessment, Communication, Committees und Corporate Health Management (im Bild links), die Auszeichnung entgegen. Kern des Konzepts sind die jährliche Ausgabe kostenloser immunologischer Stuhltests (iFOBT), individuelle Risikoberatungen sowie eine enge Begleitung bei auffälligen Befunden. „Mit diesem ganzheitlichen Ansatz trägt BASF nachhaltig zur Aufklärung über Risikofaktoren und zur Reduzierung der Darmkrebssterblichkeit bei“, so Professor J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (rechts im Bild) bei der Preisübergabe im Rahmen der Auftakt-Pressekonferenz zum Darmkrebsmonat März im Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen. Foto: Sabine Kast

Interview mit Medical Tribune: Darmkrebs bei Jüngeren!

Zum Thema „Darmkrebs bei Jüngeren“ gab Dr. Dietrich Hüppe, Mitglied des Vorstands der Stiftung LebensBlicke, der Fachzeitschrift Medical Tribune beim 37. Deutschen Krebskongress in Berlin ein interessantes Interview. Dieses Interview kann über die Landingpage der Zeitschrift angeklickt werden. Es signalisiert Entwarnung in der öffentlichen Aufregung über steigende Darmkrebserkrankungen in der Altersgruppe unter 50 Jahre.

Erhöhtes Darmkrebs-Risiko für Veganer!

Forscher haben in einer großen Studie u.a. das Risiko einer veganen Ernährung für Darmkrebs und andere Krebsarten untersucht  Untersucht wurden jeweils mehrere Tausend Geflügelesser, Pescetarier, Vegetarier und Veganer. Die Auswertung der Langzeitdaten ergab: Im Vergleich zu Fleischessern hatten Geflügelesser ein geringeres Risiko für Prostatakrebs, Pescetarier ein geringeres Risiko für Darmkrebs, Brustkrebs und Nierenkrebs, Vegetarier hatten ein geringeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Nierenkrebs, aber ein höheres Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre, und Veganer hatten ein höheres Risiko für Darmkrebs. Schlussfolgerung: Trotz der eindeutigen Ergebnisse sind die Autoren allerdings vorsichtig bei einer Verallgemeinerung der Daten, da Ernährung und Nährstoffzufuhr sowohl von Vegetariern als auch von Nicht-Vegetariern innerhalb und zwischen den Bevölkerungsgruppen erheblich variieren können. „Deshalb ist Darmkrebsvorsorge auch so wichtig“, wie der Vorstandsvorsitzende der Stiftung LebensBlicke Prof. J. F. Riemann jetzt wieder aktuell im Darmkrebsmonat März 2026 betont. „Ein kleiner Schritt zur Darmkrebsvorsorge – ein großer fürs Leben„. Text: Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke, Quelle: FR, P. Dörhöfer, 14.3.2026 (Dunneram Y et al. Br J Cancer. 2026 Feb 27. doi: 10.1038/s41416-025-03327-4).