
Künstliche Intelligenz (KI) gilt als vielversprechende Unterstützung bei der Darmkrebsvorsorge. Doch wie groß ist ihr tatsächlicher Zusatznutzen? Eine im Oktober 2026 veröffentlichte multizentrische, randomisierte italienische Studie untersuchte dies bei 914 Patienten im Rahmen der Kontrollkoloskopie nach Polypenentfernung. Die Adenomdetektionsrate lag mit KI-Unterstützung bei 66,6 % gegenüber 61,0 % ohne KI – ein statistisch nicht signifikanter Unterschied. Zwar wurden mit KI durchschnittlich mehr Adenome pro Untersuchung entdeckt (1,80 gegenüber 1,32), gleichzeitig verlängerte sich jedoch die Rückzugszeit. Fazit: KI kann die Polypendetektion unterstützen, ersetzt aber weder die Erfahrung des Untersuchers noch eine sorgfältige, qualitativ hochwertige Koloskopie. „Entscheidend bleibt nicht allein die Technologie, sondern die Qualität der gesamten Untersuchung“ betont in diesem Zusammenhang Dr. Axel Eickhoff, Generalsekretär der Stiftung LebensBlicke. (Spada C et al. Digestive and Liver Disease, online veröffentlicht am 6. Oktober 2026. DOI: 10.1016/j.dld.2026.08.031)