Übergewicht gilt mit ca. 10% schon länger als ein Risikofaktor für die Entstehung von Darmkrebs. Diese Tatsache hat Heidelberger Forscher veranlasst, ihre große DACHS-Studie, eine der größten Datenpools weltweit, nach differenzierter Analyse erneut auf diese Tatsache zu untersuchen. Sie fanden dabei heraus, dass in Standardanalysen bisher relevante Fragen nicht ausreichend beantwortet worden sind. Die DACHS-Studie zeigt in einem zweiten Durchlauf nach Herausrechnen möglicher Verzerrungen, dass Übergewicht nicht nur für 10%, sondern mindestens für 20% der Darmkrebserkrankungen verantwortlich ist, und nicht nur für Darmkrebs, sondern auch für andere Erkrankungen wie z. B. Brustkrebs. „Diese neuen Ergebnisse unterstreichen einmal mehr nachdrücklich, dass die Beratung übergewichtiger Patienten intensiv auch in Richtung auf dieses bisher unterschätzte Darmkrebsrisiko ausgerichtet sein sollte“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Obesity 2024, https://doi.org/10.1002/oby.24164).
Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge
Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Homepage besuchen. Neben interessanten Nachrichten, aktuellen Expertenkommentaren und besonderen Personalien bieten wir jetzt auch einen direkten Zugang auf Informationen zu "Darmkrebsvorsorge jetzt" an (Button oben rechts). Nutzen Sie diese Möglichkeit. Wir sind in die nächsten 25 Jahre gestartet mit dem Ziel, die Teilnahmeraten an der Darmkrebsvorsorge weiter deutlich zu steigern. Darmkrebs ist vermeidbar! Die Stiftung wird ihr Engagement für die Darmkrebsvorsorge unbeirrt fortsetzen! Bitte unterstützen auch Sie uns weiterhin!
Dear international users,
LebensBlicke Foundation looks back with satisfaction on 25 years of education and motivation for colon cancer prevention. A lot has been achieved. Since 2019 a nationwide organized invitation program for colon cancer screening is established.. However, fact is also that nearly 54,000 new cases of colon cancer and 24,000 deaths per year do occur despite this important progress. For LebensBlicke Foundation, this means continuing commitment to colon cancer prevention! Please do support us further!
Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke
Bakterien können bei Darmkrebs-Entstehung beteiligt sein
Schon länger wird vermutet, dass im Darm lebende Bakterien (Mikrobiota) die Darmgesundheit beeinflussen und an der Entstehung von kolorektalen Karzinomen beteiligt sein können. Es ist bekannt, dass einige Arten des im Darm lebenden Bakterium Escherichia coli (E. coli) einen Giftstoff namens Colibactin produzieren können (pks+ E. coli), der ein starkes Mutagen ist und mit der Entstehung von Darmkrebs in Verbindung gebracht wird. Es war jedoch unklar, wie das instabile Colibactin in die Darmzellen gelangen und dort Schäden hervorrufen kann. Forscher aus den Niederlanden konnten jetzt in einer in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlichten Studie zeigen, dass die Adhäsionsmoleküle FimH und FmlH für das Andocken der pks+ E. coli an die Darmwand verantwortlich sind und das Eindringen des Colibactin in die Darmzellen ermöglichen. Wenn die Forscher in einem Mausmodell die Adhäsion der Bakterien mit dem Wirkstoff Sibofimloc blockierten, konnten sie die genotoxische Wirkung und das Auftreten von kolorektalen Karzinomen deutlich abschwächen. „Diese Arbeit liefert einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Entstehung von Darmkrebs und gleichzeitig einen potenziellen Angriffspunkt, um die Entstehung von Darmkrebs verhindern zu können“, kommentiert Professor Dr. Ch. Eisenbach vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke.
Darmkrebs: Omega-3-Fettsäuren stoppen Entzündung
Der Darmtumor verhält sich „Wie eine Wunde, die nicht heilt“. So beschreiben Ramani Soundararajan und sein Team die Situation im Krebsgewebe (Gut DOI: 10.1136/gutjnl-2024-332535). Das sogenannte Lipidprofil der Tumore scheint einen proinflammatorischen Zustand aufzuweisen. Das führte zur Hypothese, dass Darmkrebs durch ein Ungleichgewicht zwischen proinflammatorischen und die Entzündung auslösenden Lipidmediatoren angetrieben wird. In der Folge führe das zu chronischen Entzündungen und zum Tumorwachstum. Das ergab sich aus einer Analyse von 162 Tumorproben von Krebspatienten. Die Autoren fanden eine übergroße Anzahl von Molekülen, welche die Entzündung fördern, parallel dazu einen Mangel an Molekülen, die die Entzündung positiv beeinflussen und die Heilung unterstützen. Diese wichtigen Erkenntnisse ebnen den Weg für einen neuen Behandlungsansatz, die sogenannte „Resolution Medicine“: Fokussierung auf die Wiederherstellung des Gleichgewichts in der Ernährung der Patienten, um damit den Darmkrebs effektiver behandeln zu können. Erreicht werden kann das, wenn Entzündungsprozesse durch gesunde, unverarbeitete Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und Derivaten von Fischöl versucht werden umzukehren. So können Heilungsmechanismen des Körpers gestärkt werden, ergänzt durch ausgewogenen Schlaf und regelmäßige Bewegung. Darmkrebs zu vermeiden ist seit langem ein Kernanliegen der Stiftung Lebensblicke unter ihrem Vorsitzenden Professor Dr. J. F. Riemann. Text: Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke. Quelle: ÄrzteZeitung online 11.12.2024
Nachhaltigkeit in der Medizin – eine neue Herausforderung!
Das jüngste WebSeminar der Stiftung LebensBlicke hat auf das wichtige und zukunftsrelevante Thema „Nachhaltigkeit in der Medizin – eine neue Herausforderung auch für die Endoskopie“ aufmerksam gemacht. Es ist lange verdrängt worden, dass gerade auch die Endoskopie infolge der erheblichen Zunahme an interventionellen Eingriffen nicht nur einen relevanten CO2-Fußabdruck, sondern auch viel Müll, vor allem Sondermüll produziert. Besonders deutlich geworden ist das in der Corona-Pandemie. Erfahrene Referenten haben berichtet, dass vor allem in Krankenhäusern die Endoskopie mit zu den führenden Müllproduzenten zählt im Gegensatz zur niedergelassenen Praxis, wo nachvollziehbar deutlich sparsamer gearbeitet wird. Es ist erstaunlich, wie sich der CO2-Fußabdruck zusammensetzt, der vor allem verursacht wird durch Arztbesuche um den endoskopischen Eingriff, längere Patientenwege sowie auch des Personals. Die Referenten machten Vorschläge, wie man diese Bilanz verbessern kann und vor allem, welche Maßnahmen ökologisch wie ökonomisch sinnvoll sind. Die Diskussionsrunde war sich einig, dass dieses Thema relevant bleibt und weiterverfolgt werden muss, so das Fazit von Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke.
Krebsfrüherkennung in Deutschland
Unabhängig von den Quellen, die Auskunft geben über die Inanspruchnahme der unterschiedlichen gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramme, gibt es außer beim Mammographie-Screening keine Inanspruchnahme-Rate größer 50%. Damit ist ein Verbesserungspotenzial bei den Teilnahmequoten evident. Frau Dr. Ursula Will von der Präventionsambulanz des Nationalen Krebspräventionszentrums am DKFZ in Heidelberg berichtet über dessen Aufbau im Rahmen einer strategischen Partnerschaft zwischen DKFZ und Deutscher Krebshilfe. Unter anderem sieht man in diesem Projekt einen vielversprechenden Ansatz der personalisierten, risikoadaptierten Früherkennung von Krebs, in der individuelle Risiken wie genetische und biologische und lebensstilbedingte Merkmale berücksichtigt werden. In diesem Kontext wird die künstliche Intelligenz (KI) helfen, größere Mengen an künstlichen Daten zu analysieren und Muster, die auf ein erhöhtes Risiko hinweisen, zu erkennen. KI in Kombination mit Biomarkern (multi cancer detection tests) werden dann die Genauigkeit verbessern und die Individualisierung vorantreiben, urteilt Professor Dr. Dieter Schilling vom Vorstand der Stiftung Lebensblicke.