Roboter gestützte versus minimal-invasive Chirurgie

Beim Enddarmkrebs im mittleren und unteren Abschnitt kann die Operation entweder mit herkömmlicher Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie) oder mit Unterstützung eines Operationsroboters durchgeführt werden. Eine Analyse von vier hochwertigen Studien mit insgesamt fast 2.000 Patienten zeigte, dass die robotergestützte Operation den Tumor häufiger vollständig entfernen konnte (Resektionsqualität) und seltener auf eine offene Operation umgestellt werden musste. Komplikationen während oder kurz nach der Operation waren in beiden Gruppen ähnlich häufig. Erste Ergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass nach einer robotergestützten Mastdarm-OP lokale Rückfälle seltener auftreten und Patienten etwas länger ohne erneutes Auftreten der Erkrankung leben könnten (onkologische Ergebnisse). Ein Vorteil beim Gesamtüberleben konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden. „Die Studie spricht insgesamt für eine bessere Operationsqualität mit der Robotertechnik, während die langfristigen Vorteile weiter untersucht werden müssen“, kommentiert Prof. Ines Gockel vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke (Gosavi R, Smith B, Mealy A et al. Resection quality and oncologic outcomes after robotic versus laparoscopic total mesorectal excision for mid and low rectal cancer: a systematic review and meta-analysis of randomized trials. J Robot Surg. 2026 Jun 1;20(1):561. doi: 10.1007/s11701-026-03541-z. PMID: 42223567).