Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge

Liebe Leserinnen und Leser, Freunde und Mitstreiter,
die Corona-Pandemie hält uns nach wie vor in Atem. Konferenzen werden derzeit entweder online oder hybrid abgehalten. Die Stiftung nutzt auch in den nächsten Monaten überwiegend die digitalen Möglichkeiten. Nach wie vor gilt: die Corona-Prävention kann Leben retten, die Darmkrebs-Prävention rettet schon seit Jahrzehnten Leben. Herzlichen Dank dafür, dass Sie unsere Webseiten besuchen und sich über Aktuelles rund um die Darmkrebsvorsorge informieren. Bitte unterstützen Sie uns in dieser schweren Zeit!

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Professor Dr. Jürgen F. Riemann - Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke



Darmkrebsrisiko und Antibiotikagabe – aktuelle Ergebnisse

Es gibt Hinweise, dass zwischen Antibiotikagabe und Darmkrebsentstehung ein Zusammenhang bestehen kann. Eine chinesische Arbeitsgruppe hat diesen Zusammenhang untersucht. In die Studie einbezogen wurden retrospektive Daten von nahezu 97.000 Personen über 60 Jahren, die sich einer Darmspiegelung unterzogen und die weder eine Darmkrebsvorgeschichte noch entzündliche Darmerkrankungen hatten. Analysiert wurde, wer fünf Jahre vor der Darmspiegelung welche Antibiotika bekommen hatte und dann in der Zeit nach der Spiegelung an Darmkrebs erkrankt war. Die Auswertung der Patientendaten ergab folgendes Bild: Patienten mit Antibiotika hatten eine um 63% höhere Rate für einen proximalen Tumor im Vergleich zu Patienten ohne Einnahme eines Antibiotikums in den fünf Jahren vor der ersten Darmspiegelung Die Rate an Rektumkarzinome waren dagegen um 36% erniedrigt Kein Einfluss wurde gefunden bei distalen Darmtumoren Penicilline zeigten im Rektum ein um 17% signifikant reduziertes Darmkrebsrisiko Aminoglykoside erhöhten das Risiko für Darmkrebs im distalen Kolon um 53%. Die Studie lässt den Schluss zu: Die Antibiotikagabe erhöht das Risiko für einen Darmkrebs im rechtsseitigen Kolon. Im Rektum ist dagegen das Darmkrebsrisiko reduziert. Penicilline scheinen das Risiko insgesamt zu reduzieren, Aminoglykoside dagegen zu erhöhen (Cancer Medicine 2022, online 29. April). Text: Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke | Quelle:  Ärztezeitung Online 1.7.2022

Ehrenmitgliedschaft für Professor Dr. Jürgen F. Riemann

Die Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen hat anlässlich der Eröffnungssitzung ihrer Jahrestagung am 2. Juni in Dortmund Professor Dr. J. F. Riemann die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Vorstand und Beirat der Gesellschaft haben sich dafür einstimmig ausgesprochen. Die Laudatio hielt Professor Dr. Guido Gerken, Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft (im Bild links) und langjähriger Direktor der Med. Univ.-Klinik Essen. Die Gesellschaft ehrt mit Riemann und seinem großen Engagement in der Darmkrebs-Vorsorge auch die Stiftung LebensBlicke (www.lebensblicke.de), die er 1998 als Bürgerinitiative gegründet hat und die sich in vielfältiger Weise erfolgreich für die Primär-, Sekundär- und Tertiär-Prävention von Darmkrebs einsetzt.

Stiftung LebensBlicke: Positionspapier Darmkrebsvorsorge

Anlässlich eines Experten Workshops der Stiftung LebensBlicke  im Dezember letzten Jahres haben Experten aus fünf europäischen Ländern ihre Darmkrebs-Screening-Programme vorgestellt und verglichen. Die Stiftung LebensBlicke hat aus dem Ergebnis der Diskussion ein Positionspapier für das deutsche Darmkrebs-Screening-Programm erarbeitet, in dem konsentierte Vorschläge zur Verbesserung der Darmkrebsvorsorge in Deutschland vorgestellt werden. Das Positionspapier kann über die Homepage der Stiftung LebensBlicke heruntergeladen werden; es ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Gastroenterologie soeben auch publiziert worden (Darmkrebs-Screening 2022 – Positionspapier der Stiftung LebensBlicke. Z Gastroenterol 2022; 60:1041-1042). „Damit hat die Stiftung LebensBlicke einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig ihr Fortschritte in der Verbesserung der Darmkrebsprävention sind. Jedes Screening-Programm muss sich immer hinterfragen lassen, ob es noch aktuell ist und wie es gegebenenfalls weiter entwickelt werden kann“, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke.

Kollateral-Schäden nach Corona-Pandemie

Es war zu vermuten, ist befürchtet worden und nun klinische und wissenschaftliche Realität: es gibt nach der Corona-Pandemie erhebliche Kollateral-Schäden auch in der Onkologie, die das Deutsche Ärzteblatt in seiner Ausgabe vom 17. Juni thematisiert mit der Überschrift: Einbruch der Krebsdiagnosen alarmierend! Aktuelle Studien belegen diese Feststellung ganz besonders für das Mammakarzinom. Wenn Screening-Untersuchungen wegfallen hat das Folgen; und das betrifft auch die Darmkrebsvorsorge, wie eine Arbeitsgruppe der BARMER Krankenkasse und des Viszeralonkologischen Zentrums am Universitätsklinikum Würzburg gezeigt hat. Dazu Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke: „Für den Darmkrebs ist das besonders tragisch. Wer zur Vorsorge geht, hat in der Regel keine Symptome und könnte so eher geneigt sein, die Maßnahme zu verschieben. Das kann trügerisch sein, denn: wer ein frühes symptomloses Karzinom in sich trägt, hat keine Zeit zu warten. Daher noch mal ein Motto der Stiftung LebensBlicke: ‘Vorsorge bringt dich nicht um – Darmkrebs schon!’(Dtsch. Ärzteblatt 2022; 119: 912-913).

Großes mediales Interesse: “Junge Erwachsene mit Krebs”

Das Thema des WebSeminars der Stiftung LebensBlicke “Junge Erwachsene mit Krebs” hat großes Interesse in den Medien geweckt. Der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR) hat neben einem umfassenden Bericht auf “SWR Aktuell”, auch mit einer 29-jährigen von Darmkrebs betroffenen Patientin ein Interview geführt. Am 02.06.2022, lief ein “SWR Schwerpunkt” zum Thema bei SWR1 RLP; zudem ist laut SWR ein Beitrag bei “SWR Wissen” in Planung. Die ÄrzteZeitung hat zum WebSeminar einen ganzseitigen Bericht “Wie die Fertilität junger Krebspatienten erhalten werden kann” veröffentlicht. „Das Thema wird uns weiter begleiten, da die Zahl junger Erwachsener auch mit Darmkrebs im Zunehmen begriffen ist. Das gilt ganz offensichtlich inzwischen inzwischen auch für Menschen ohne die bekannten Risikofaktoren wie Diabetes mellitus Typ 2, und Übergewicht oder Adipositas”, so Professor J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke.

4. Symposium des Ludwig-Demling-Centers Erlangen

Die Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Erlangen lädt wieder zu einer endoskopischen Fortbildung des Ludwig-Demling-Centers für Molekulare Bildgebung ein. Bei der Veranstaltung am 3. Juni 2022 in der Orangerie im Schlossgarten des Markgräflichen Schlosses in Erlangen stellen renommierte Experten aktuelle und zukünftige Entwicklungen der gastrointestinalen Endoskopie vor. Interventionelle endoskopische Methoden wie POEM zur Behandlung der Achalasie und wegweisende neue diagnostische Ansätze wie künstliche Intelligenz und molekulare Bildgebung werden ausführlich diskutiert. Zum Abschluss des 4. Symposiums des Centers verleiht Prof. Dr. Markus Neurath, der derzeitige Direktor der Med. Klinik I, die Ludwig-Demling-Medaille für herausragende endoskopische Leistungen im Gedenken an Prof. Ludwig Demling, den international renommierten ehemaligen Direktor der Med. Universitätsklinik Erlangen und Pionier der Endoskopie (Bild). Weitere Infos hier.

US-Trends zu Kosten für Krebse des Verdauungstrakts

Die Kosten für die Behandlung gastrointestinaler Karzinome sind bekanntlich hoch. Das gilt vor allem für die stationären Therapiekosten. Amerikanische Wissenschaftler haben Trends (1996-2016) und Projektionen auf das nächste Jahrzehnt  (2030) errechnet. Sie kommen zu dem beunruhigenden Ergebnis, dass trotz intensiver Vorsorgemaßnahmen die Kosten in den nächsten Jahren weiter deutlich steigen werden, vor allem zulasten der Behandlung des kolorektalen Karzinoms. “Es ist zu vermuten, dass ähnliche Entwicklungen auch für Deutschland zutreffen. Nach wie vor sind die Teilnahmeraten an den angebotenen Vorsorgemaßnahmen zur Darmkrebsfrüherkennung unzureichend“, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Stukalin I et al. Gastroenterology 2022; 162:1098-1110).

DGIM-Patiententag: Hochkarätige Vorträge on demand

Im Rahmen des 128. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Ende April 2022 hatten die DGIM und das Gesundheitsamt Wiesbaden zum 15. DGIM-Patiententag eingeladen. Teil des Patiententages waren Vorträge von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Medizinerinnen und Mediziner. Die Zeitschrift “Apotheken Umschau” hat als neue Kooperationspartnerin der Veranstaltung die spannenden Redebeiträge live aus dem Festsaal des Wiesbadener Rathauses übertragen, so auch den Vortrag von Professor J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, zum Thema “Darmkrebsvorsorge 2022 – was ist erreicht, was muss besser werden!”. Zu diesem Thema stand Prof. Riemann bereits bei der Pressekonferenz der DGIM Rede und Antwort. Die Besucher konnten sich zudem an zahlreichen Ausstellungsständen über aktuelles medizinisches Wissen informieren.