Die Stiftung LebensBlicke hatte in einem offenen Brief an maßgebliche Entscheider im Gesundheitswesen zum wiederholten Mal Bedenken gegen die derzeitige Beschlusslage zur Einführung des immunologischen Stuhltests in die Regelversorgung erhoben. Diese Bedenken sind inzwischen auch von namhaften Fach- und Berufsverbänden aufgegeriffen und in der Ärztezeitung vom 18. Juli artikuliert worden. Die Stiftung hofft, dass ihre Vorschläge bei der finalen Beschlussfassung Berücksichtigung finden.
Archiv für den Monat August 2016
Molekulare / biologische Mechanismen der Karzinogenese
Die Stiftung LebensBlicke veranstaltet zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wieder ein wissenschaftliches Symposium, diesmal zum Thema „Molekulare und biologische Mechanismen der Karzinogenese“. Das Symposium findet im Rahmen des Kongresses für Viszeralmedizin 2016 in Hamburg am Freitag, 23. September, von 15 bis 16.30 Uhr statt. Die DGVS ist ständige Schirmherrin der Stiftung und ermöglicht ihr seit vielen Jahren eine gemeinsame Veranstaltung. (Programm)
Divertikulitis – Risikofaktor für Darmkrebs?
Dänische Ärzte haben in einer 18 Jahre umfassenden nationenweiten Kohortenstudie eine überraschende Erkenntnis gewonnen. Sie fanden in einer Gruppe von 445.456 Personen 40.496, die eine Divertikulitis durchgemacht haben. Zu ihrer großen Überraschung registierten sie in dieser Gruppe eine Darmkrebsinzidenz von 4,3% gegenüber 2,3% bei Menschen ohne Divertikulitis. Diese signifikante Assoziation könnte möglicherweise auf einen Zusammenhang mit der rezidivierenden Entzündung zurückzuführen sein, wie sie auch für andere Erkrankungen geltend gemacht wird. Die Autoren folgern aus ihrer Feststellung, dass Divertikulitis-Patienten sich Überwachungskoloskopien ähnlich der des Kolonkazinoms unterziehen sollten (Mortensen et al, Ann Surg 2016).
Intervall-Karzinome nach Koloskopie – Neue Risikofaktoren
Der Endoskopiker kennt und fürchtet sie: die Intervall-Karzinome. Man versteht darunter Darmkrebse, die in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren nach vorausgegangener „unauffälliger“ Koloskopie in ca. 4-6 % auftreten. Häufigste Ursachen sind übersehene Tumoren (flache Adenome, Polypen), unvollständige Polypenentfernungen und echte Neubildungen. Britische Gastroenterologen haben jetzt in einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie weitere Risikofaktoren herausgearbeitet, die unbedingt beachtet werden sollten. Dazu gehören das weibliche Geschlecht, ein höheres Lebensalter, Begleiterkrankungen, das rechtsseitige Kolon, elektive Untersuchungen und die Untersuchungszahlen. Die Autoren fanden eine Rate von 12,1 Prozent und einen deutlich schlechteren Verlauf dieser Karzinome. Sie schlussfolgern, dass diese Faktoren gerade bei Vorsorgeuntersuchungen besondere Aufmerksamkeit und Berücksichtigung finden sollten (Cheung D. et al, Gastrointest Endosc 2016; 84:287-295)
Ausschreibung des Darmkrebs-Präventionspreises 2016
Die Deutsche Krebsgesellschaft setzt sich gemeinsam mit der Stiftung LebensBlicke und der Deutschen Krebsstiftung für eine bessere Darmkrebsvorsorge und -früherkennung ein. Mit dem Darmkrebs-Präventionspreis sollen herausragende Projekte und Forschungsergebnisse in diesem Bereich ausgezeichnet werden. Die Einreichung aussagekräftiger Bewerbungsunterlagen ist ab sofort möglich, die Ausschreibungsfrist endet am 18. November 2016. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Angesprochen sind Ärzte, Wissenschaftler, Firmen, öffentliche Einrichtungen oder Organisationen. Weitere Informationen finden Sie hier.