Internationale Nachwuchsförderung der Stiftung erfolgreich

Seit 2015 fördert die Stiftung LebensBlicke in Kooperation mit dem renommierten Huntsman Cancer Institute (HCI) in Salt Lake City, USA, gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs. Insgesamt 17 Stipendiatinnen und Stipendiaten konnten seither einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt absolvieren – betreut von der international anerkannten Epidemiologin Prof. Dr. Cornelia Ulrich. Die Forschungsprojekte konzentrieren sich auf zentrale Themen der Darmkrebsprävention wie Tertiärprävention, molekulare Diagnostik, Survivorship, aber auch auf Lebensstilfaktoren, Mikrobiomforschung, Versorgungsforschung und digitale Präventionsstrategien. Die Ergebnisse sind beachtlich: Über 25 wissenschaftliche Publikationen und zahlreiche Konferenzbeiträge wurden durch die Stipendiatinnen und Stipendiaten veröffentlicht. Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, betont: „Wir sind überzeugt, dass diese internationale Forschungskooperation nicht nur die wissenschaftliche Exzellenz stärkt, sondern auch die Darmkrebsvorsorge weltweit voranbringt.“ Die Stiftung dankt besonders den privaten Förderern Dr. Renate Riemann-Dirks und Dr. Eberhard Dirks, deren großzügige Unterstützung diese wertvolle Nachwuchsförderung erst möglich macht. Foto: Stickerei (Geschenk des HCI).

PD Dr. Eickhoff leitet die Sektion Endoskopie in der DGVS

Priv. Doz. Dr. med. Axel Eickhoff, Chefarzt am Klinikum Hanau und Generalsekretär der Stiftung LebensBlicke ist  neuer Vorsitzender der Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) für das Jahr 2026. Mit dieser Funktion übernimmt Dr. Eickhoff eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung und für die Öffentlichkeitsarbeit der endoskopischen Diagnostik und Therapie in Deutschland. Als langjähriger Experte auf dem Gebiet der Vorsorge-Endoskopie setzt er sich besonders für Qualitätssicherung und Patientensicherheit ein. Auch in der Stiftung LebensBlicke engagiert sich Dr. Eickhoff für die Darmkrebsvorsorge. Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, begrüßt die Wahl Eickhoffs ausdrücklich: „Wir sind überzeugt, dass PD Dr. Eickhoff mit seiner fachlichen Kompetenz und seinem Engagement wichtige Impulse für die Endoskopie setzen und zugleich die Botschaften der Stiftung weitertragen wird. Die Stiftung LebensBlicke freut sich, mit Dr. Eickhoff einen starken Vertreter in der Sektion Endoskopie der DGVS zu wissen, der beide Institutionen wirkungsvoll miteinander vernetzt.“ Foto: privat

Silbermedaille beim „German Medical Award 2025“

Herzlichen Glückwunsch! Die Verleihung des jüngsten „German Medical Award“ fand unter der Schirmherrschaft von Prof. Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf statt. Myria du Mont übergab als Botschafterin der Kategorie „Women’s Health Care“ die Silbermedaille an Dr. Barbara John. „Mein besonderer Dank gilt allen, die diesen Weg mit mir gegangen sind und gehen werden – vor allem aber meinen Patientinnen und Patienten, deren Vertrauen und deren Geschichten mich täglich motivieren. Ohne sie wäre dieser Award gar nicht möglich gewesen. Danke für die tollen Referenten und Moderatoren und dem Verband leitender Klinikärzte, die so unglaublich wichtige Arbeit für unsere Zunft leisten! Ein  top Event, gefüllt mit unendlichem Engagement von der Initiatorin Frau Dr. Esser!“ so Dr. Barbara John, Stiftungsratsmitglied der Stiftung LebensBlicke. Foto: privat (v.l.n.r.: Prof. Karl-Josef Laumann, Dr. Barbara John, Prof. Christian Perings, Vors. d. ALKK, Lünen)

Und immer wieder Aspirin …

Es ist schon lange bekannt, dass nichtsteroidale Antirheumatika mit einem geringeren Risiko für Darmkrebs assoziiert sind. Die Wirkung ist jedoch so gering, dass eine prophylaktische Einnahme nicht empfohlen wird. Es gibt bereits Beobachtungsdaten, dass möglicherweise das Überleben nach Darmkrebs mit der Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) verbessert werden kann. Einiges spricht dafür, dass dies besonders bei Tumoren mit PI3K-Mutation zutrifft, die in etwas mehr als einem Drittel der Fälle mit Darmkrebs vorkommen. Die Phosphoinositid-3-Kinasen (PI3K) sind Enzyme, die in praktisch allen Zellen vorkommen und unter anderem über de PI3k/Akt-Signalweg eine wichtige Rolle in der Zellzyklusregulation spielen. Skandinavische Forscher habe in der ALASCCA-Studie den Einfluss von ASS auf das Überleben nach Darmkrebs an 626 Patienten mit lokalisiertem (nicht metastasiertem) Enddarm- oder Dickdarmkrebs und nachgewiesenen PI3K-Mutationen prospektiv untersucht. Sie erhielten doppelblind für drei Jahre 160 mg ASS oder Placebo. Dabei zeigte sich eine Reduktion der Rückfallraten von 14,1%-16,8% in der Placebo-Gruppe, auf 7,7% in der ASS-Gruppe. Die Wirkung war besonders ausgeprägt bei Vorhandensein sogenannter hot-spot Mutationen in den Exonen 9 oder 20. „Diese Studie zeigt eine neue und möglicherweise sehr effektive Möglichkeit auf, die Rückfallwahrscheinlichkeit deutlich zu senken“, kommentiert Professor Dr. Ch. Eisenbach vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke (Martling A et al., N Engl J Med 2025; 93(11): 1051-64).

Bewegung verbessert Chemotherapie-Erfolg bei Darmkrebs

Nach einer Dickdarmkrebs-Operation ist zur Prognoseverbesserung der Patienten in genau definierten Fällen eine sogenannte adjuvante (unterstützende) Chemotherapie notwendig. Auf dem diesjährigen amerikanischen Krebskongress ist eine Studie vorgestellt worden, die begleitend zur Chemotherapie eine sehr individuelles und gezieltes Bewegungsprogramm hinsichtlich der Effektivität auf die Prognoseverbesserung untersucht hat. Diese Studie ist zeitnah auch in dem renommierten medizinischen Journal New Journal of Medicine veröffentlicht worden. Ein intensives und individuelles Trainingsprogramm ist im Vergleich zur reinen Information mit Flyern signifikant effektiver. Nach drei Jahren haben 7% mehr Menschen überlebt. Die Ergebnisse dieser Studie sollten ein individualisiertes Trainingsprogramm begleitend zur adjuvanten Chemotherapie zum neuen Standard erheben (Structured Exercise after Adjuvant Chemotherapy for Colon Cancer; N Engl J Med 2025;393:13-25). Text: Prof. Dieter Schilling, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke.