Hinweise auf früheres Darmkrebsscreening verdichten sich!

Gegenwärtig gilt in Deutschland eine Einladung zum Darmkrebsscreening für Männer und Frauen ab dem 50. Lebensjahr. Eine aktuelle Studie aus den Vereinigten Staaten weist erneut aus, dass bei Darmspiegelung von 45- bis 49-jährigen ähnliche Befunde erhoben wurden wie bei Menschen zwischen 50 und 54 Jahren (1). In einer weiteren Untersuchung aus Taiwan war der frühere Screening-Beginn mit einer um 21 % reduzierten Krebsinzidenz und einer um 39 % reduzierten Sterblichkeit verbunden (2). „Die Ergebnisse verdichten die Hinweise darauf, dass wahrscheinlich auch in Deutschland ernsthaft über ein früheres Screening diskutiert werden sollte“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender Stiftung LebensBlicke. Quellen:  (1) Lee JK et al. JAMA 2025;334: 449-452: (2) Chiu HM et al. JAMA Oncol 2025.

Achtung: Darmkrebs-Schockanruf

Ein unglaublicher Betrugsfall hat sich dieser Tage in Hof/Franken abgespielt. Schamlose Betrüger haben bei zwei Rentnern angerufen. Sie gaben sich als Ärzte aus und behaupteten, nahe Angehörige seien an Darmkrebs erkrankt. Für eine schnell erforderliche Therapie wäre unbedingt ein Medikament notwendig, das ca. 100.000 € kosten würde. Glücklicherweise haben die Senioren den Betrugsfall durchschaut, kein Geld überwiesen und gleich die Polizei verständigt. Dringender Rat der Polizei: Niemals am Telefon über finanzielle Details sprechen und kein Geld an unbekannte Personen weitergeben. | Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke | Quelle: Radio Mainwelle, 13.8.2025

Darmkrebsvorsorge: FIT-Test per Post steigert Teilnahme

Eine randomisierte Studie der University of California in Los Angeles zeigt, wie sich die Teilnahme am Darmkrebs-Screening bei 45- bis 49-Jährigen deutlich steigern lässt: Der klare Favorit unter vier getesteten Strategien war die unaufgeforderte Zusendung eines immunchemischen Stuhltests (FIT) per Post. Mit einem frankierten Rückumschlag versehen, führte dieses einfache Verfahren dazu, dass sich 26,2 Prozent der Empfänger innerhalb von sechs Monaten einem Screening unterzogen. Die Studie reagiert auf die steigende Darmkrebsinzidenz bei unter 50-Jährigen in den USA, die in den letzten 30 Jahren um fast 15 Prozent zugenommen hat. Die Ergebnisse liefern nun robuste Evidenz: Je unkomplizierter das Angebot, desto höher die Akzeptanz. Künftige Studien sollen klären, wie sich die Screeningrate weiter verbessern lässt, insbesondere auch bei sozioökonomisch benachteiligten Gruppen. Quelle: JAMA 2025; e2512049

Studie: Darmkrebs-Screening per Smartphone

Eine neue Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt, dass die Früherkennung von Darmkrebs künftig auch bequem von zuhause per Smartphone möglich sein könnte. Rund 650 Teilnehmende machten einen klassischen Labortest sowie einen innovativen Selbsttest mit App und Teststreifen. Anschließend erfolgte eine Darmspiegelung zur Kontrolle. Beim Selbsttest wird eine Stuhlprobe auf einen Teststreifen gegeben und per App ausgewertet. Die App erkennt anhand der Farbveränderung, ob Blut im Stuhl vorhanden ist – ein möglicher Hinweis auf Darmkrebs. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Labortest 34 % der Darmkrebsvorstufen und der Smartphone-Selbsttest 28 % erkannten. Fast 90 % der Teilnehmenden bewerteten den Selbsttest als sinnvolle Alternative. „Niedrigschwellige Angebote wie dieser Test können die Vorsorgebereitschaft deutlich steigern“, sagt Professor J.F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke Die Studie wurde im Fachjournal Clinical Gastroenterology and Hepatology veröffentlicht.

Darmkrebs in Deutschland – Prognose und Wirklichkeit

Wir leben in einer älter werdenden Gesellschaft. In Deutschland liegt der Anteil der Bevölkerung über 50 Jahre bei ca. 40% und nimmt weiter zu. Das hängt vor allem mit den geburtenstarken Jahrgängen in den 50er und 60er Jahren („Babyboomer“) und der steigenden Lebenserwartung zusammen. Darmkrebs tritt in Deutschland zumeist bei älteren Menschen auf. Das mittlere Alter bei der Diagnose Darmkrebs beträgt für Männer 72 Jahren und für Frauen 75 Jahre. Diese Altersentwicklung der Bevölkerung und die Epidemiologie von Darmkrebs lässt deshalb einen Anstieg der Darmkrebshäufigkeit erwarten. Um diese Entwicklung zu quantifizieren haben Epidemiologen den Robert Koch-Instituts (RKI) im Jahr 2013 die Dynamik von Darmkrebs und Lungenkrebs, ausgehend von der Entwicklung bis 2009, bis 2020 modelliert (1). Dr. Dietrich Hüppe, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke, erläutert die Vorgehensweise: „Die Forscher gingen von zwei Szenarien aus: Einmal wurde ein Status-quo Szenario 1 Weiterlesen