In einem aktuellen Beitrag für die ÄrzteZeitung weist der Journalist Thomas Meißner darauf hin, dass in fast allen Industrieländern nur wenige Menschen am Darmkrebs-Screening teilnehmen. Er zählt einige Hürden auf, die dafür verantwortlich sind: die Koloskopie sei zwar der „Referenzstandard“, aber ein aufwändiges Procedere, besonders für Vollzeitbeschäftigte. Er weist darauf hin, dass für viele Menschen der Umgang mit dem eigenen Stuhl unangenehm sei trotz der Fortschritte, die erzielt worden sind. Trotz des Einladungsverfahren fehle es an Eigeninitiative, vor allem auch für notwendige Folgeuntersuchungen. Meißner diskutiert daher die Frage, ob Blut basierte Tests ein echter Fortschritt sein könnten und verweist auf aktuelle Studien, die zumindest andeuten, dass diese Teste eine Zukunft haben. Sein Fazit ist aber, dass das Werben für das Darmkrebs-Screening eine conditio sine qua non sei. „Die Stiftung LebensBlicke schließt sich dieser Einschätzung voll an und macht deutlich, dass sie ihre Aufgabe auch weiterhin in der kontinuierlichen und vor allen positiven Werbung für das Darmkrebs-Screening und damit auch für die Eigenverantwortung der Bevölkerung sieht“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender Stiftung LebensBlicke (Thomas Meißner, ÄrzteZeitung 15. Mai 2025, Jahrgang 43).
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Geriatrie – eine Antwort auf den demographischen Wandel?
Prof. Dr. Michael Denkinger erhielt 2019 den Ruf ans Uniklinikum Ulm auf den Lehrstuhl für Geriatrie, verbunden mit der Leitung des Instituts für Geriatrische Forschung. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen unter anderem die Bedeutung körperlicher Aktivität im Alter, das Geriatrische Assessment, die Anwendung von Künstlicher Intelligenz zur Vorhersage und Vermeidung von Komplikationen, dem Delir und weiteren komplexen Geriatrischen Syndromen wie Frailty und funktioneller Instabilität. Neben seiner klinischen und wissenschaftlichen Arbeit ist Prof. Denkinger auch in nationalen Fachgesellschaften aktiv. Im Interview mit Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, beantwortet er u.a. die Fragen: Sind wir ärztlicherseits auf den demographischen Wandel gut vorbereitet? Und wie wird unter Geriatern die derzeitige Situation zur Sterbehilfe und zum assistierten Suizid diskutiert? Lesen Sie hier das Interview.
DASH-Diät senkt Risiko für Darmkrebs
Die DASH-Diät ist ein Vorschlag zur Ernährung, um das Risiko für Bluthochdruck und Herzerkrankungen zu senken (DASH = dietary approach to stop hypertension). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine mediterrane Diät mit vielen Ballaststoffen und Proteinen und reduziertem Fett, Salz und Zucker. In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass diese Diät auch das Risiko für das kolorektale Karzinom (CRC) senken kann. In einer Metaanalyse haben Forscher nun die Daten aus 14 einzelnen Studien zusammengefasst. Dabei konnten Sie zeigen, dass ein Einhalten der DASH-Diät das Risiko eines CRC deutlich senken kann (relatives Risiko -RR- 0,81). In der Subgruppenanalyse war der Effekt besonders deutlich für das Rektumkarzinom (RR 0,75). „Die Ergebnisse zeigen, dass Ernährung einen wesentlichen Beitrag zur Krebsvermeidung leisten kann“, so Prof. Dr. Christoph Eisenbach, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke. Abbasi MM et al., BMC Gastroenterology 2025; 25(1): 335
30 Jahre bng – ein verlässlicher Partner für die SLB
Die Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs gratuliert dem Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen (bng) herzlich zum aktuellen 30-jährigen Bestehen. Die Stiftung ist dem bng dankbar für die langjährige partnerschaftliche Unterstützung. Gemeinsam konnten zahlreiche Initiativen umgesetzt werden, die wesentlich dazu beigetragen haben, die Darmkrebsvorsorge in Deutschland zu enttabuisieren, weiterzuentwickeln und durch gesundheitspolitische Stellungnahmen regelmäßig ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. „Es ist mir ein Privileg, auch persönlich Ehrenmitglied eines Verbands zu sein, der sich zu einem kraftvollen und gewichtigen Organ entwickelt hat, dessen Stimme gehört und geschätzt wird“, betont Professor J. R. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. „Ad multos annos, bng!“ www.bng-gastro.de
Effektive Prävention mit Ernährung
Schon ein zweiwöchiger Wechsel von traditioneller afrikanischer Ernährung zur westlichen Ernährung führt zu Entzündungen, reduziert die Immunantwort auf verschiedene Krankheitserreger und aktiviert Prozesse, die die Entwicklung der westlichen Zivilisationskrankheiten verursachen können. Nach Wechsel zurück auf die afrikanische Ernährungsweise kehren sich die Effekte zum Guten um. Diese Ergebnisse sind aktuell von einem Team aus Tansania, den Niederlanden, Italien und Deutschland in dem renommierten Journal „Nature Medicine“ veröffentlicht worden. Die Autoren konnten sagen, dass die veränderten Effekte auch nach 4 Wochen nach der Umstellung noch anhielten. Die Forscher haben 77 gesunde junge Männer aus städtischen und ländlichen Gebieten in Nord-Tansania untersucht. Diese Männer haben über nur zwei Wochen eine Umstellung auf die westliche Ernährungsweise erhalten. Eine Woche haben sie ein traditionelles fermentiertes Bananengetränk (Mbege) erhalten und sind dann wieder zur traditionellen afrikanischen Ernährung zurückgekommen. Stoffwechsel-Parameter wurden vor, nach und 4 Wochen nach der Intervention gemessen. „Die zunehmende Inzidenz westlicher Erkrankungen in Afrika könnte ebenso wie die Infektanfälligkeit durch Beibehalt der traditionellen afrikanischen Ernährung wieder vermindert werden. Umgekehrte Missionen sind auch vorstellbar: die Einführung traditionell afrikanischer Ernährung in der westlichen Welt“, kommentiert Prof. Dr. Dieter Schilling vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke (Temba GS et al. Nature Medicine 2025 published online 030425).