Geriatrie – eine Antwort auf den demographischen Wandel?

Prof. Dr. Michael Denkinger erhielt 2019 den Ruf ans Uniklinikum Ulm auf den Lehrstuhl für Geriatrie, verbunden mit der Leitung des Instituts für Geriatrische Forschung. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen unter anderem die Bedeutung körperlicher Aktivität im Alter, das Geriatrische Assessment, die Anwendung von Künstlicher Intelligenz zur Vorhersage und Vermeidung von Komplikationen, dem Delir und weiteren komplexen Geriatrischen Syndromen wie Frailty und funktioneller Instabilität. Neben seiner klinischen und wissenschaftlichen Arbeit ist Prof. Denkinger auch in nationalen Fachgesellschaften aktiv. Im Interview mit Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, beantwortet er u.a. die Fragen: Sind wir ärztlicherseits auf den demographischen Wandel gut vorbereitet? Und wie wird unter Geriatern die derzeitige Situation zur Sterbehilfe und zum assistierten Suizid diskutiert? Lesen Sie hier das Interview.

DASH-Diät senkt Risiko für Darmkrebs

Die DASH-Diät ist ein Vorschlag zur Ernährung, um das Risiko für Bluthochdruck und Herzerkrankungen zu senken (DASH = dietary approach to stop hypertension). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine mediterrane Diät mit vielen Ballaststoffen und Proteinen und reduziertem Fett, Salz und Zucker. In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass diese Diät auch das Risiko für das kolorektale Karzinom (CRC) senken kann. In einer Metaanalyse haben Forscher nun die Daten aus 14 einzelnen Studien zusammengefasst. Dabei konnten Sie zeigen, dass ein Einhalten der DASH-Diät das Risiko eines CRC deutlich senken kann (relatives Risiko -RR- 0,81). In der Subgruppenanalyse war der Effekt besonders deutlich für das Rektumkarzinom (RR 0,75). „Die Ergebnisse zeigen, dass Ernährung einen wesentlichen Beitrag zur Krebsvermeidung leisten kann“, so Prof. Dr. Christoph Eisenbach, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke. Abbasi MM et al., BMC Gastroenterology 2025; 25(1): 335

30 Jahre bng – ein verlässlicher Partner für die SLB

Die Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs gratuliert dem Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen (bng) herzlich zum aktuellen 30-jährigen Bestehen. Die Stiftung ist dem bng dankbar für die langjährige partnerschaftliche Unterstützung. Gemeinsam konnten zahlreiche Initiativen umgesetzt werden, die wesentlich dazu beigetragen haben, die Darmkrebsvorsorge in Deutschland zu enttabuisieren, weiterzuentwickeln und durch gesundheitspolitische Stellungnahmen regelmäßig ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. „Es ist mir ein Privileg, auch persönlich Ehrenmitglied eines Verbands zu sein, der sich zu einem kraftvollen und gewichtigen Organ entwickelt hat, dessen Stimme gehört und geschätzt wird“, betont Professor J. R. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. „Ad multos annos, bng!“ www.bng-gastro.de

Effektive Prävention mit Ernährung

Schon ein zweiwöchiger Wechsel von traditioneller afrikanischer Ernährung zur westlichen Ernährung führt zu Entzündungen, reduziert die Immunantwort auf verschiedene Krankheitserreger und aktiviert Prozesse, die die Entwicklung der westlichen Zivilisationskrankheiten verursachen können. Nach Wechsel zurück auf die afrikanische Ernährungsweise kehren sich die Effekte zum Guten um. Diese Ergebnisse sind aktuell von einem Team aus Tansania, den Niederlanden, Italien und Deutschland in dem renommierten Journal „Nature Medicine“ veröffentlicht worden. Die Autoren konnten sagen, dass die veränderten Effekte auch nach 4 Wochen nach der Umstellung noch anhielten. Die Forscher haben 77 gesunde junge Männer aus städtischen und ländlichen Gebieten in Nord-Tansania untersucht. Diese Männer haben über nur zwei Wochen eine Umstellung auf die westliche Ernährungsweise erhalten. Eine Woche haben sie ein traditionelles fermentiertes Bananengetränk (Mbege) erhalten und sind dann wieder zur traditionellen afrikanischen Ernährung zurückgekommen. Stoffwechsel-Parameter wurden vor, nach und 4 Wochen nach der Intervention gemessen. „Die zunehmende Inzidenz westlicher Erkrankungen in Afrika könnte ebenso wie die Infektanfälligkeit durch Beibehalt der traditionellen afrikanischen Ernährung wieder vermindert werden. Umgekehrte Missionen sind auch vorstellbar: die Einführung traditionell afrikanischer Ernährung in der westlichen Welt“, kommentiert Prof. Dr. Dieter Schilling vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke (Temba GS et al. Nature Medicine 2025 published online 030425).

Darmkrebsvorsorge: Atemtests als Hoffnungsträger

Ziel moderner Gesundheitssysteme ist, bessere Methoden zur Früherkennung von Krebs zu entwickeln, die bestenfalls ohne Eingriffe auskommen. Eine vielversprechende Möglichkeit zur Darmkrebsfrüherkennung könnten Atemtests sein, die einfach anzuwenden und für alle zugänglich wären. Professor Markus Möhler, neuer Regionalbeauftragter der Stiftung LebensBlicke und Leiter „Gastrointestinale-Onkologie“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Research Center for Immunotherapy (FZI), berichtet, dass die Universitätsmedizin in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern die europaweite Studie ONCOSCREEN gestartet. Ziel ist es, neue Technologien zu entwickeln, die die Darmkrebserkennung revolutionieren könnten. Am Ende könnte diese Technologie das Gesundheitswesen in ganz Europa bereichern und dazu beitragen, Darmkrebs effektiver zu bekämpfen. Weitere Infos für Interessierte, die an der Studie teilnehmen wollen, unter www.oncoscreen.uni-mainz.de.