Ausstellungsauftakt zu familiärer Darmkrebsvorsorge

Am 8. Oktober 2025 wird im Foyer des Landtags in Mainz die Wanderausstellung „Familiärer Darmkrebs. Früh informiert – besser geschützt.“ eröffnet. Das Projekt ist eine Kooperation der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG) und der Stiftung LebensBlicke und richtet sich auf ihrer ersten Station zunächst an Mitglieder und Mitarbeitende des Landtags. Ziel ist es, über familiäre und genetisch bedingte Risiken aufzuklären und zur frühzeitigen Vorsorge zu motivieren – denn etwa 30 Prozent der jährlich rund 55.000 Darmkrebserkrankungen in Deutschland sind familiär oder erblich bedingt. Landtagspräsident Hendrik Hering eröffnet die Ausstellung, gefolgt von einem Grußwort von Gesundheitsminister Clemens Hoch und einer Gesprächsrunde mit Fachleuten und Betroffenen. Anschließend tourt die Ausstellung als Wanderausstellung durch Rheinland-Pfalz. Schirmherr ist Ministerpräsident Alexander Schweitzer, gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit sowie der BARMER.

Darmkrebs-Screening: FIT vs. Koloskopie

Es tut sich was beim Darmkrebs. Diese erfreuliche Nachricht teilte der Gastroenterologe Dr. Dietrich Hüppe, Herne, von der Stiftung LebensBlicke auf dem Kongress für Viszeralmedizin 2025 in Leipzig mit. Die Rate der Darmkrebsneuerkrankungen in Deutschland liege heute bei „nur“ 54.000 pro Jahr. Die Voraussagen vor 15 Jahren für das Jahr 2020 lagen bei bis zu 80.000 neu diagnostizierten kolorektalen Karzinomen. Diesen Erfolg führt Hüppe auf die organisierte Darmkrebsvorsorge in Deutschland zurück. „An der Aufklärungsarbeit für die Bevölkerung hat die Stiftung LebensBlicke unter ihrem Vorsitzenden Prof. Riemann einen entscheidenden Anteil“, so Dr. Hüppe. Prof. Schilling, Mannheim, ebenfalls von der Stiftung Lebensblicke, beschäftigte sich mit der Frage: Stuhltest (FIT) oder Koloskopie oder beides? Die Koloskopie verhindere klar Darmkrebs aktiv, da Krebsvorstufen (Polypen) in bis zu 95% direkt entfernt werden können. Das senke die Darmkrebsrate um 60-90%. Mit dem Stuhltest (FIT), so Schilling, werden dagegen 70-80% der bestehenden Karzinome erkannt, Vorstufen nicht so gut. Es funktioniere allerdings nur dann, wenn der FIT alle ein bis zwei Jahre durchgeführt würde. Laut BARMER nutzen nur 22% der Männer und 55% der Frauen zwischen 50 und 54 Jahren den Test einmal, nur 0,1% der Männer und 1,8% der Frauen den jährlichen Test (Dtsch Arztebl Int 2025;122:455-460). Bei positivem FIT erfolge die Koloskopie häufig nicht. Schilling resümiert: Für die Kostenträger ergäben sich bei gleicher Effektivität zwei Drittel weniger Koloskopien mit FIT-basiertem Screening; für Patienten seien beide Verfahren gleichwertig, was die Häufigkeit auffälliger Läsionen und die Mortalität angeht. Und: ein nicht-invasives Verfahren sei zunächst einmal angenehmer! Text: Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke | Quelle: Ärztezeitung online 25.9.2025

Ernst von Leyden-Preis an Dr. Martin W. Laaß verliehen

Die Stiftung LebensBlicke hat auch in diesem Jahr den von ihr ins Leben gerufenen wissenschaftlichen Ernst von Leyden-Preis für das beste Abstract zum Thema „Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention von Darmkrebs“ vergeben. Professor Dr. Matthias Ebert, stellv. Vorstandsvorsitzender der Stiftung, überreichte beim Viszeralmedizin-Kongress in Leipzig den mit 1.000 € dotierten Preis an Dr. Martin W. Laaß, Dresden, für seine Arbeit “Jugendliche mit familiärer adenomatöser Polyposis coli – Karzinomentstehung und Kolektomie vor dem 18. Lebensjahr“. Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke: „Der Familiäre Darmkrebs bedarf in der Tat besonderer Aufmerksamkeit. Daher freue ich mich, dass in diesem Jahr die Wahl auf diese Thematik gefallen ist“. Die Viszeralmedizin ist die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) mit Sektion Endoskopie und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Bild: Dr. Martin Laaß (links) mit Prof. Dr. Matthias Ebert)

Impulse für Prävention und Therapie des Kolonkarzinoms

Vom 17.-20. September fand in Leipzig die Viszeralmedizin 2025 statt. Die folgende Auswahl an Abstracts zeigt aktuelle Trends in der Früherkennung und Therapie des Kolonkarzinoms. • Früh auftretendes Kolorektales Karzinom (eoCRC): In einer großen Freiburger Kohorte traten eoCRC-Fälle häufiger in fortgeschrittenen Stadien auf (Stadium III/IV: 70% vs. 40% bei eoCRC) und zeigten öfter Mikrosatelliteninstabilität (MSI) (20% vs. 11%). Auffällig: eoCRC-Patientinnen und Patienten hatten niedrigeren BMI und seltener Diabetes/Adipositas – Warnzeichen bei Jüngeren sollten daher unabhängig von klassischen metabolischen Risikofaktoren ernst genommen werden. (Hilbert J; doi: 10.1055/s-0045-1810929) • Adjuvante Chemotherapie ab 75 Jahren (UICC III): Registerdaten über 41.630 Fälle zeigen einen klaren Überlebensvorteil: 5-Jahres-OS 62,0% mit vs. 41,8% ohne adjuvante Chemotherapie (HR 0,677). Dennoch erhielten nur 28,2% der ≥ 75-Jährigen eine adjuvante Therapie. Konsequenz: keine pauschalen Ausschlüsse, sondern differenzierte Aufklärung und individuelle Entscheidung. (Langheinrich M; doi: 10.1055/s-0045-1810924) Weiterlesen