Ungesunder Lebensstil fördert Krebse des Verdauungstraktes

Chinesische Forscher haben eine subtile Auswertung von Metaanalysen vorgelegt. Sie fanden heraus, dass das veränderte Ernährungsverhalten, vor allem in Form von großem Fleischverzehr, wenig Obst und Gemüse sowie wenig Ballaststoffen das wichtigste und signifikanteste Risiko dafür war, dass sich innerhalb von 30 Jahren (1990-2018) eine Verdopplung der absoluten Zahlen an Karzinomen des Verdauungstrakts entwickelt hat. Insbesondere Zentral- und Osteuropa und Zentralasien verzeichneten die höchsten Anstiege. „Diese wichtige epidemiologische Untersuchung verdeutlicht, wie notwendig gesunde Ernährung zur Vermeidung von Krebsen gerade des Magen-Darm-Traktes ist! Da muss noch viel Aufklärung erfolgen“ , kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Li Y, Jia X, L C et al. Gastroenterology 2024; 167:1141-1152).

mRNA-Impfstoffe fördern Immungedächtnis!

Eine aufsehenerregende wissenschaftliche Mitteilung machten kürzlich deutsche Forscher aus Köln (1). Man weiß, dass das Gedächtnis des Immunsystems eine kritische Rolle in der anhaltenden Immunantwort spielt. Die Corona-Pandemie hat dazu einige Rückschlüsse ermöglicht. Menschen, die mit SARS-COV-2 mRNA-Impfstoffe behandelt worden sind, entwickelten chemische Veränderungen an bestimmten Promotoren menschlicher Monozyten, die von Makrophagen stammen. Sie deuten damit ein epigenetisches Gedächtnis an. Interessant ist, dass dieser Effekt nach zwei Impfungen besonders deutlich war. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Impfstoff wohl eine epigenetische „Schulung“, einen persistierenden Trainingseffekt auf das angeborene Immunsystems hat und damit eine verstärkte antientzündliche Immunantwort fördert. „Wenn das nicht eine kleine Immun-Sensation ist?“ meint dazu Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. [(1) Simonis A, Theobald SJ, Koch AE et al. Persistent epigenetic memory of SARS-CoV-2 mRNA vaccination in monocyte-derived macrophages. Mol Syst Biol 2025;4:341-360].

Ältere Menschen – Darmkrebsvorsorge nicht vergessen!

Die Inanspruchnahme der Vorsorgekoloskopie ist leider nur geringfügig gestiegen. Laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) im März 2025 gab es bis 2023 bei 55- bis 64-jährigen Frauen nur einen leichten Anstieg. Bei Männern dieser Altersgruppe sei das Niveau seit 2019 unverändert geblieben. Auch bei den 65- bis 74-jährigen, für welche die zweite Vorsorgekoloskopie in Frage kommt, sieht es nicht besser aus. Der Anteil der Untersuchten sei signifikant niedriger als bei der jüngeren Altersgruppe. 2023 betrug der Anteil derer, die eine Koloskopie in Anspruch nahmen, etwa zwei Prozent. Laut ZI könnten Gründe für die geringere Inanspruchnahme durch ältere im Vergleich zu jüngeren Patienten sein, z. B. dass ältere Patienten aufgrund von Beschwerden häufiger eine kurative Koloskopie erhalten, so dass sich eine Vorsorgekoloskopie erübrigt. Eine weitere Vermutung ist, dass die erste Untersuchung als unangenehm empfunden wurde, deshalb Verzicht auf die zweite. Eine Einladung auch in höherem Alter könnte die Teilnahme erhöhen, glaubt der ZI-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. Er sprach sich auch dafür aus, alternative Kommunikationswege bei der Aufklärung zur Darmkrebsfrüherkennung einzurichten und zu intensivieren. Das deckt sich mit den grundsätzlichen Zielen der Stiftung LebensBlicke. Fazit: Die Darmkrebsvorsorge ist auch im Alter wichtig. Deshalb der Appell an ältere Menschen: nicht nachlassen mit der Darmkrebsvorsorge. Text: Dr. H. Meyer, Stiftung Lebensblicke | Quelle: ÄrzteZeitung vom 9.4.2025

COLONPREV-Studie: Koloskopie versus FIT-Stuhltest

Darmspiegelung und Stuhltest auf unsichtbares Blut (FIT=Fäkaler Immunchemischer Test) werden zur Darmkrebsvorsorge eingesetzt. Die COLONPREV-Studie wurde an 15 Zentren in Spanien durchgeführt, um beide Methoden miteinander zu vergleichen und insbesondere zu untersuchen, ob der Stuhltest der Vorsorgekoloskopie nicht unterlegen ist. In die Studie waren gesunde Probanden zwischen 50 und 69 Jahren und ohne Vorgeschichte eines erblichen oder familiären Darmkrebses eingeschlossen. Primärer Endpunkt war die Sterblichkeit an Darmkrebs nach 10 Jahren. Zwischen Juni 2009 und Dezember 2021 erhielten 57.404 Teilnehmerinnen und Teilnehmer entweder die Einladung zur Darmspiegelung oder zum Stuhltest (1:1-Verteilung nach dem Zufallsprinzip). 31,8% nahmen an der Koloskopie und 39,9% am Stuhltest teil, die Teilnahmebereitschaft zur Vorsorge-Untersuchung war also beim Stuhltest höher. Nach 10 Jahren war der FIT im Vergleich zur Koloskopie nicht unterlegen hinsichtlich des Risikos der Sterblichkeit an Darmkrebs (60 versus 55 Todesfälle), kommentiert Professor Dr. Ines Gockel vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. Hier geht’s zur Studie.

Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag, Jürgen Drews!

Die Stiftung LebensBlicke hat ihrem Befürworter Jürgen Drews ganz herzlich zu seinem 80. Geburtstag gratuliert! Als langjähriger Unterstützer im Kampf gegen den Darmkrebs hat sich Jürgen Drews nicht nur als „König von Mallorca“, sondern auch als Botschafter für Prävention einen Namen gemacht. Mit seiner offenen Art, seinem Humor und seiner Popularität hat er es immer wieder verstanden, ernste Themen wie die Krebsfrüherkennung einem breiten Publikum zugänglich zu machen. So war er 2015 Stargast beim Benefizkonzert der Stiftung in der Friedenskirche in Ludwigshafen (Bild). „Die Stiftung dankt Jürgen Drews von Herzen für sein Engagement, seine Stimme und seine Aufmerksamkeit für ein Anliegen, das Leben retten kann. Wir wünschen ihm für das neue Lebensjahr viel Gesundheit, Glück und viele weitere inspirierende Momente“, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Foto: Sabine Kast