Nachhaltigkeit in der Medizin – eine neue Herausforderung!

Das jüngste WebSeminar der Stiftung LebensBlicke hat auf das wichtige und zukunftsrelevante Thema „Nachhaltigkeit in der Medizin – eine neue Herausforderung auch für die Endoskopie“ aufmerksam gemacht. Es ist lange verdrängt worden, dass gerade auch die Endoskopie infolge der erheblichen Zunahme an interventionellen Eingriffen nicht nur einen relevanten CO2-Fußabdruck, sondern auch viel Müll, vor allem Sondermüll produziert. Besonders deutlich geworden ist das in der Corona-Pandemie. Erfahrene Referenten haben berichtet, dass vor allem in Krankenhäusern die Endoskopie mit zu den führenden Müllproduzenten zählt im Gegensatz zur niedergelassenen Praxis, wo nachvollziehbar deutlich sparsamer gearbeitet wird. Es ist erstaunlich, wie sich der CO2-Fußabdruck zusammensetzt, der vor allem verursacht wird durch Arztbesuche um den endoskopischen Eingriff, längere Patientenwege sowie auch des Personals. Die Referenten machten Vorschläge, wie man diese Bilanz verbessern kann und vor allem, welche Maßnahmen ökologisch wie ökonomisch sinnvoll sind. Die Diskussionsrunde war sich einig, dass dieses Thema relevant bleibt und weiterverfolgt werden muss, so das Fazit von Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke.

Krebsfrüherkennung in Deutschland

Unabhängig von den Quellen, die Auskunft geben über die Inanspruchnahme der unterschiedlichen gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramme, gibt es außer beim Mammographie-Screening keine Inanspruchnahme-Rate größer 50%. Damit ist ein Verbesserungspotenzial bei den Teilnahmequoten evident. Frau Dr. Ursula Will von der Präventionsambulanz des Nationalen Krebspräventionszentrums am DKFZ in Heidelberg berichtet über dessen Aufbau im Rahmen einer strategischen Partnerschaft zwischen DKFZ und Deutscher Krebshilfe. Unter anderem sieht man in diesem Projekt einen vielversprechenden Ansatz der personalisierten, risikoadaptierten Früherkennung von Krebs, in der individuelle Risiken wie genetische und biologische und lebensstilbedingte Merkmale berücksichtigt werden. In diesem Kontext wird die künstliche Intelligenz (KI) helfen, größere Mengen an künstlichen Daten zu analysieren und Muster, die auf ein erhöhtes Risiko hinweisen, zu erkennen. KI in Kombination mit Biomarkern (multi cancer detection tests) werden dann die Genauigkeit verbessern und die Individualisierung vorantreiben, urteilt Professor Dr. Dieter Schilling vom Vorstand der Stiftung Lebensblicke.

Darmkrebsvorsorge 2025 – Was gibt es Neues?

Die Regularien der Darmkrebsvorsorge werden sich wahrscheinlich im Jahr 2025 ändern. Entsprechende Stellungnahmen und Beschlussfassungen liegen dem G-BA vor. So soll in Zukunft auch Frauen die Vorsorgekoloskopie ab einem Alter von 50 Jahre ermöglicht werden. Gleichzeitig soll für Frauen und Männer alternativ der iFOBT ab 50 Jahren nur noch alle 2 Jahre angeboten werden. Dieser Schritt macht das Werben für die Darmkrebsvorsorge einfacher und transparenter. Was ist der Hintergrund der Entscheidung? Es geht dabei nicht um epidemiologische Evidenz, sondern um Gender-Gerechtigkeit. Die EU hat beim BMG angefragt, wie es bei der deutschen Darmkrebsvorsorge mit der Gender-Gerechtigkeit steht. Die Antwort auf die Anfrage ist die nun geplante Anpassung. Möglicherweise wird diese Änderung zum 1. April 2025 implementiert. Text: Dr. med. Dipl. rer. soc. Dietrich Hüppe

Neuer Schirmherr Darmkrebsmonat März: Karl Lauterbach

Die Stiftung LebensBlicke und die Gastro-Liga freuen sich, dass sie aktuell mit Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach eine der Darmkrebsprävention sehr aufgeschlossene Persönlichkeit als Schirmherrn für den Darmkrebsmonat März 2025 gewinnen konnten. Karl Lauterbach unterstützt damit die Aufklärungsarbeit und Präventionsmaßnahmen, um die Bevölkerung auf die Wichtigkeit der Früherkennung von Darmkrebs aufmerksam zu machen. Karl Lauterbach: „Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Das können wir ändern, vor allem durch den Lebensstil: Rauchen Sie nicht, bewegen Sie sich ausreichend, halten Sie ein gesundes Gewicht und ernähren Sie sich ausgewogen und ballaststoffreich. So können Sie das Risiko einer Erkrankung senken. Nutzen Sie außerdem das Angebot zur Darmkrebsfrüherkennung und informieren Sie sich in Ihrer Arztpraxis, wenn Sie eine Einladung von Ihrer Krankenkasse erhalten. Rechtzeitiges Handeln kann eine Erkrankung verhindern. Der Stiftung LebensBlicke und der Gastro-Liga e. V. ganz herzlichen Dank für ihr großes Engagement.“ Foto: © BMG | Jan Pauls

Screening deckt mehr Hepatitis B- und C-Fälle auf!

Die WHO hat 2016 beschlossen, bis 2030 90% der weltweiten Hepatitis B- und C-Virus-Infektionen zu identifizieren, 80% zu behandeln und die Mortalität um 65% zu senken. Die Bundesregierung hat sich diesen Zielen angeschlossen. Daher wurde ab dem 01.10.21 ein einmaliges Screening auf Hepatitis B und C in die Gesundheitsuntersuchung (GU) ab 35 Jahren für GKV-Versicherte aufgenommen. Eine aktuelle Arbeit bewertet die bisherigen Teilnahmeraten an der GU, die Effektivität des Programms anhand der Meldedaten des Robert Koch-Institutes (RKI) und schätzt die Entwicklung der Behandlungszahlen ab (Hüppe D, Serfert Y, Cornberg M, Wedemeyer H: Deutlicher Anstieg neu diagnostizierter Hepatitis B und C Fälle nach Einführung des Screenings in die allgemeine Gesundheitsuntersuchung – ehemals „Check-up 35“ – in Deutschland). Weiterlesen