Die Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen, Jutta Steinruck, eröffnete auch in diesem Jahr die Auftakt-Pressekonferenz der Stiftung LebensBlicke zum bundesweiten Darmkrebsmonat März 2024, der unter der Schirmherrschaft von Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz steht. Unter dem Motto: Denk‘ an morgen – geh‘ heute zur Darmkrebsvorsorge“ trafen sich Journalisten und Experten zum Meinungsaustausch im Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen. Grundlagen der Diskussion waren unter anderem das Thema Dickdarmkrebs bei jungen Menschen (Prof. Dieter Schilling, Mannheim), die Bündelung der Kräfte von Gastro-Liga und Stiftung LebensBlicke (PD Dr. Axel Eickhoff) und aktuelle Themen vom Personalmangel in Praxen und Kliniken bis hin zum Gesundheitsdatennutzungsgesetz (Prof. Riemann, Ludwigshafen). Für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit wurde auch der von der Stiftung LebensBlicke ausgeschriebene Darmkrebs-Präventionspreis an Privatdozent Dr. Veit Phillip (München) verliehen sowie zusätzlich an Dr. Thomas Thomsen (Brunsbüttel) für die vielfältigen Aktivitäten zur Darmkrebsvorsorge rund um das Open-Air-Festival in Wacken. Besondere Gäste waren Anna Krämer und Stefanie Titus, Mitglieder des Comedy-Quartetts „Schöne Mannheims“, welches am 27. April in der Friedenskirche in Ludwigshafen ein Benefizkonzert für die Stiftung geben wird. Im Bild v.li.n.re: Prof. Immacolata Amodeo (Direktorin Ernst-Bloch-Zentrum), Prof. J. F. Riemann (Vorstandsvorsitzender Stiftung LebensBlicke) und Jutta Steinruck (Oberbürgermeisterin Ludwigshafen). Foto: Sabine Kast
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Nationale Dekade gegen Krebs feiert 5-jähriges Bestehen
Am 2. Februar, zwei Tage vor dem Weltkrebstag, hat die Nationale Dekade gegen Krebs zum 5-Jahres-Jubiläum nach Berlin eingeladen. Die Stiftung Lebensblicke ist seit Jahren Unterstützerin der NDK; daher war es eine Selbstverständlichkeit, dort vertreten zu sein. Das hat in vorbildlicher Weise Frau Dr. Rebecca Tschöpe, Chefärztin Innere Medizin I / Gastroenterologie an der Park-Klinik und der Schlosspark-Klinik in Berlin als Regionalbeauftragte der Stiftung übernommen. Sie hat darüber einen schönen Bericht geschrieben, in dem sie die Höhepunkte dieser Veranstaltung skizziert. Ihr ist es auch gelungen, den Ko-Vorsitzenden der Veranstaltung, Professor Dr. Michael Baumann vom DKFZ in Heidelberg, und Jan Geißler, bekannt als engagierter Vertreter von Krebs-Patienten (Patvocat), zu einem Fototermin zu bewegen. „Wir sind Frau Tschöpe sehr dankbar, dass sie die Stiftung Lebensblicke bei dieser Jubiläumsveranstaltung der Nationalen Dekade gegen Krebs so nachhaltig vertreten hat“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. Weiterlesen
Darmkrebs und Mikrobiom – gibt es eine Wechselwirkung?
Hippokrates wusste schon: „Alle Krankheiten beginnen im Darm“. Doch erst im 21. Jahrhundert konnte die Wissenschaft zeigen, dass Darm-Bakterien weit mehr sind als nur Krankheitsüberträger. Eine australische Studiengruppe hat herausgefunden, dass im Darm fortgeschrittene Karzinome häufig von Bakterien besiedelt sind. Das hat sie veranlasst zu untersuchen, ob dieses Phänomen zur Darmkrebsfrüherkennung oder sogar zur Therapie von Darmkrebs genutzt werden kann. Das Probiotikum Escherichia coli Nissle (EcN) verbessert zwar die Darmflora; das Bakterium bleibt aber nach einer Behandlung nur kurze Zeit im Stuhl nachweisbar. Das sieht bei Adenomen und Tumoren jedoch anders aus. Wie die Gruppe jetzt bei Kolonkarzinom-Patienten zeigen konnte, werden diese häufig länger von EcN besiedelt, nicht jedoch die Darmumgebung. Tatsächlich konnte in einem Tierversuch gezeigt werden, dass bei an Darmkrebs erkrankten Mäusen nach oraler Gabe eines genmodifizierten EcN ein bis zu 5-fach erhöhter Anstieg der Salicylat Konzentration im Urin zu beobachten war. Die Forscher schließen daraus, dass Probiotika zur Darmkrebsfrüherkennung eingesetzt werden könnten. Weiterhin sehen sie auch eine Möglichkeit, die EcN als oral verabreichte Substanz zur Behandlung von Darmkrebs einzusetzen. Fazit: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Darmkrebs und Mikrobiom, den man diagnostisch und therapeutisch nutzen kann (Gurbati CR et al., Nature Communications 2024; 15, 246). | Dr. H. Meyer – Stiftung Lebensblicke | Quelle: Ärzteblatt online 12.2.2024
FARKOR-Studie bleibt hinter den Erwartungen zurück!
Frau Prof. Dr. Ulrike Haug, Leiterin der Abteilung „Klinische Epidemiologie“ am Leibniz-Institut für Präventionsforschung in Bremen, hat die vom Innovationsausschuss unterstützte große Studie zur Vorsorge beim familiären Risiko für das kolorektale Karzinom (FARKOR-Studie) sehr ausführlich kommentiert. Trotz zahlreicher deutlicher und kritischer Anmerkungen zum Studiendesign und zur Studiendurchführung bleibt die Feststellung, dass ein risikoadaptiertes Früherkennungsprogramm machbar ist. „Rechtfertigt das Ergebnis diese Investition?“, fragt Professor J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke.