Ausschreibung Deutscher Studienpreis 2024

Die Ausschreibung der Körber-Stiftung richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachrichtungen, die im Jahr 2023 eine exzellente Dissertation von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung vorgelegt haben. Mit drei Spitzenpreisen von je 25.000 Euro gehört er zu den höchstdotierten deutschen Nachwuchspreisen. Einsendeschluss für die aktuelle Ausschreibung ist der 01.03.2024. Mit dem Deutschen Studienpreis zeichnet die Stiftung Promovierte aus, die Forschungsergebnisse vorgelegt haben, die von herausragendem Interesse für die Gesellschaft sind. Schirmherrin des Preises ist die Präsidentin des Deutschen Bundestages Bärbel Bas. (Informationen zur Teilnahme).

Multitarget RNA Stuhltest – die Messlatte wird höher gelegt

Der immunologische Stuhltest iFOBT auf okkultes Blut zur Darmkrebsvorsorge steht seit 2017 in der Regelversorgung allen Personen ab 50 Jahren zur Verfügung. Neuere Untersuchungen haben jetzt ergeben, dass dieser immunologische Test weniger sensitiv ist als ein neuer Multitarget-Test. Mit diesem sog. multitarget RNA-Stuhltest (mt-sRNA-Test) wurden in einer Phase-3-Studie kolorektale Neoplasien mit hoher Sensitivität erkannt. Die Ergebnisse übertreffen die Sensitivität des immunologischen Tests (iFOBT). An der klinischen Studie CRC-Prevent (JAMA 2023; online 23. Oktober) nahmen 8.920 Testpersonen teil, die mindestens 45 Jahre alt waren. Die Teilnehmer unterzogen sich nach der Stuhldiagnostik mit iFOBT oder dem neuen mt-sRNA-Test einer Koloskopie. Dabei wurde bei 36 Teilnehmern (= 0,4%) ein kolorektales Karzinom entdeckt. Der mt-sRNA-Test zeigte eine Sensitivität von 94,4% im Vergleich zum iFOBT mit 78%. Die Messlatte bei den Stuhltesten wird damit deutlich höher gelegt. Mit diesem Test, den es hoffentlich bald in Deutschland geben wird, wird die Darmkrebsvorsorge weiter deutlich verbessert. Dr. H. Meyer – Stiftung Lebensblicke (Quelle: Ärztezeitung 23.10.2023)

Skalierbares Trainingsprogramm und Koloskopie-Ergebnis

Eine Koloskopie hängt ganz entscheidend auch von der Qualität des Untersuchers ab, so auch die Frequenz der Post-Koloskopie Karzinome (PCCRC). Amerikanische Kliniker haben in einer mehrjährigen Interventionsstudie Faktoren untersucht, die einen Einfluss haben könnten. Sie fanden 7 wesentliche Treiber, 4 davon in Bezug zu persönlichen Fähigkeiten, 2 zu Umständen während der Untersuchung und 1, die Motivation des Untersuchers betreffend. Ein 30-minütiges interaktives Onlinetraining adressierte diese Faktoren und führte dazu, verglichen in einer Vor- und Nach- Trainingsperiode, dass die individuelle Adenom-Detektionsrate signifikant und anhaltend verbessert werden konnte. Das Trainingsprogramm ist frei erhältlich, Link dazu in der Publikation (Corley DA, Jensen Ch D, Lee JK et al. Impact of a scalable training program on the quality of colonoscopy performance and risk of post colonoscopy colorectal cancer. Gastrointest Endosc 2023; 98: 609-17).

Nationales Präventionsinstitut – überraschende Skepsis

Die ÄrzteZeitung hat ihre Frage der Woche in der Ausgabe vom 19. Oktober 2023 dem von Gesundheitsminister Lauterbach geplanten neuen nationalen Präventionsinstitut gewidmet. Die Antworten sind überraschend ausgefallen. 38 % fanden, dass es „alter Wein in neuen Schläuchen“ sei, 34 % gaben an, dass es im Gesundheitswesen Wichtigeres zu tun gäbe, nur 23 % hielten das für ein wichtiges Thema und fanden gut, dass es kommt. 5 % hatten davon noch nichts gehört. „Aus der Sicht einer Stiftung, die sich seit vielen Jahren der Prävention, ganz besonders der Darmkrebsprävention widmet, ist diese Umfrage ernüchternd. Es ist zu begrüßen, dass es diese Institution geben wird, in das die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und auch Teile des Robert-Koch-Instituts (RKI) aufgehen sollen. Der Grundgedanke entspricht auch dem der Gründung des Nationalen Krebspräventionsinstituts am DKFZ in Heidelberg. Prävention ist einer der Schlüssel, um mit den gewaltigen Herausforderungen des Gesundheitswesens auch in Zukunft fertig zu werden“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke.

Metaanalyse – Obst kann Darmkrebsrisiko verringern!

„An apple a day keeps the doctor away“. Dieser Spruch ist seit Langem im allgemeinen Sprachgebrauch. Was dran ist, wurde jetzt in einer Metaanalyse untersucht (National Library of Medicine). Dazu wurden 24 Beobachtungsstudien aus medizinisch-wissenschaftlichen Datenbanken ausgewertet. Die Analyse ergab, dass der Verzehr der untersuchten Obstsorten mit einem geringeren Darmkrebsrisiko assoziiert war. Der erhöhte Konsum von Wassermelonen, Äpfeln, Kiwis und Zitrusfrüchten im Vergleich zu geringeren Mengen ergab ein niedrigeres Risiko für die Entstehung von Darmkrebs. Risikoreduktion: Wassermelonen 26%, Äpfel 25%, Kiwi 13% und Zitrusfrüchten 9%. Die Autoren vermuten, dass der Effekt auf die potenziell chemoprotektive Wirkung verschiedener Pflanzeninhaltsstoffe wie z.B. Nobiletin oder Naringenin zurückgeht. Als Fazit schlussfolgern die Wissenschaftler, dass sich der erhöhte Konsum bestimmter Obstsorten positiv auf die Darmkrebsprävention auswirken könne. Der Spruch „An apple an day keeps the doctor away“ konnte also nach fast 160 Jahren wissenschaftlich belegt werden. Text: Dr. H. Meyer – Stiftung Lebensblicke | Quelle: Focus online 3.10.2023. | Foto: Freepik/jcomp