
Die Stiftung LebensBlicke hat in einem Online-Seminar mit Experten und vielen interessierten Teilnehmern aktuelle Fortschritte für die Darmkrebsprävention diskutiert. Professor Ralf Kiesslich hat eindrucksvoll dargestellt, wie sich künstliche Intelligenz auf die Erkennung und Differenzierung von Vorstufen des Darmkrebses auswirken kann. Professor Helmut Neumann konnte überzeugend zeigen, welche Erleichterungen in der Endoskopie die Digitalisierung zur Folge hat. Professor Alexander Meining hat die in Deutschland erstmalig beschriebene Vollwandresektion von Polypen und frühen Karzinomen dargestellt, eine Technik, die dem Endoskopiker eine R0 (komplette)-Resektion von frühen Karzinomen ermöglicht. Stefan Wilde hat aufgezeigt, was bereits heute in einer gastroenterologischen Fachpraxis möglich ist. Das Seminar wurde moderiert von Professor Siegbert Faiss und dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung LebensBlicke, Professor Jürgen F. Riemann. Die Stiftung dankt dem Unternehmen FujiFilm, das die Veranstaltung möglich gemacht hat.
Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge
Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Homepage besuchen. Neben interessanten Nachrichten, aktuellen Expertenkommentaren und besonderen Personalien bieten wir jetzt auch einen direkten Zugang auf Informationen zu "Darmkrebsvorsorge jetzt" an (Button oben rechts). Nutzen Sie diese Möglichkeit. Wir sind in die nächsten 25 Jahre gestartet mit dem Ziel, die Teilnahmeraten an der Darmkrebsvorsorge weiter deutlich zu steigern. Darmkrebs ist vermeidbar! Die Stiftung wird ihr Engagement für die Darmkrebsvorsorge unbeirrt fortsetzen! Bitte unterstützen auch Sie uns weiterhin!
Dear international users,
LebensBlicke Foundation looks back with satisfaction on 25 years of education and motivation for colon cancer prevention. A lot has been achieved. Since 2019 a nationwide organized invitation program for colon cancer screening is established.. However, fact is also that nearly 54,000 new cases of colon cancer and 24,000 deaths per year do occur despite this important progress. For LebensBlicke Foundation, this means continuing commitment to colon cancer prevention! Please do support us further!
Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke
Projekt „CCC-integrativ“: Teilnahme für Interessierte
Viele Krebspatienten und -patientinnen wünschen sich eine stärkere Berücksichtigung naturheilkundlich-komplementärer Verfahren in Medizin und Pflege. Für beispielsweise Yoga, Akupunktur, einzelne pflanzliche Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und Aromatherapie wurden positive Wirkungen im Hinblick auf die Lebensqualität und Beschwerdeverbesserung wissenschaftlich nachgewiesen. Allerdings bergen einige der Verfahren auch Risiken, wie z.B. Wechselwirkungen zwischen Chemotherapeutika und pflanzlichen Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln. Um Patienten in dieser unsicheren Situation mit fundierter Beratung zu einer guten Entscheidung zu verhelfen, wurde das Projekt „CCC-integrativ“ etabliert. Die vier teilnehmenden onkologischen Spitzenzentren in Baden-Württemberg (Freiburg, Heidelberg, Tübingen, Ulm) entwickeln dafür ein spezifisches Beratungsangebot und evaluieren begleitend die Beratungsgespräche. Unter bestimmten Teilnahmevoraussetzungen können sich Interessierte dazu anmelden. Weitere Informationen finden Sie hier.
Darmkrebsrisiko nach bariatrischer OP? – Entwarnung!
„Alea iacta est“ (Der Würfel ist gefallen) könnte man frei nach Julius Cäsar sagen. Ist die Häufigkeit von Darmkrebs nach einer bariatrischen Operation bei adipösen Patienten erhöht oder nicht? Eine aktuelle Studie schafft Klarheit: nein, es besteht kein erhöhtes Darmkrebsrisiko. In einer schwedischen Langzeitstudie (Taube M et.al. PLoS One 2021; online 25. März) wurden seit 1987 insgesamt 2.007 adipöse Patienten nach einer bariatrischen Operation (Magen-Bypass, Magenband, vertikale Gastroplastik) untersucht. Als Kontrollgruppe dienten 2.040 Patienten mit einer konventionellen Adipositas-Therapie. Beiden Gruppen waren hinsichtlich persönlicher Merkmale wie Geschlecht, Alter, kardiovaskuläre Risiken, sowie körperlicher und psychosozialer Status vergleichbar. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 37 und 60 Jahren. Sie hatten zu Beginn der Studie einen BMI von mindestens 34 kg/m². Die Patienten wurden im Schnitt 22 Jahre nachbeobachtet. In dieser Zeit nahmen die Patienten in der bariatrischen OP-Gruppe signifikant ab, während die in der Kontrollgruppe ihr Gewicht weitgehend behielten. In der Interventionsgruppe traten 58 Fälle von Darmkrebs auf, 67 in der Kontrollgruppe. Fazit: Der bariatrische Eingriff bei adipösen Patienten führt nicht zu einem veränderten Risiko für Darmkrebs. Ergänzend weist die Studienautorin darauf hin, dass der chirurgische Eingriff zu einem deutlichen Gewichtsverlust und zu einer besseren Gesundheit geführt hat; aber ein gesunder Lebensstil und regelmäßige Darmkontrolluntersuchungen seien unbedingt erforderlich. Ein Credo, das die Stiftung LebensBlicke nachdrücklich unterstützt. Text: Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke | Quelle: Ärztezeitung Online 3.5.2021
Darmkrebs: Inzidenz und Mortalität weiter rückläufig!
Die Vorsorgekoloskopie führt zunehmend zu beachtlichen Erfolgen. Nach einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums ging die altersstandardisierte Inzidenz des kolorektalen Karzinoms im Zeitraum von 2000 bis 2016 bei Männern um 22,4% und bei Frauen um 20,5% zurück; die Mortalität sank von 2000 bis 2018 bei Männern um 35,8% respektive 40,5% bei Frauen. Diese Analyse unterstreicht dramatisch die Wirksamkeit dieser Früherkennungsmaßnahme. Sie wird in Deutschland seit 2002 den gesetzlich Versicherten ab 55 Jahren angeboten und trägt seitdem erheblich zur Reduktion des Risikos bei, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken. Seit 2019 werden alle Versicherten von ihren Krankenkassen mit 50 Jahren zur Darmkrebsvorsorge persönlich eingeladen; Männer können schon mit 50 Jahren die Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen. (Dtsch Arztebl Int 2021; 118:281-7.DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0111)
Bewegungstherapie – effektiv bei Krebserkrankungen
Bewegung und Sport haben nachweisbar signifikanten Einfluss auf das Tumorwachstum. Bewegung verbessert Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gewebes und kann damit hemmend auf das Tumorwachstum und auch auf die Metastasierung wirken. Bewegung verbessert Verträglichkeit und Wirksamkeit einer medikamentösen Therapie. Rehabilitationsmaßnahmen sind daher bei Krebserkrankungen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Physiotherapie und Krankengymnastik sind wichtige Angebote; auch onkologische Trainings- und Bewegungstherapien haben sich als sehr hilfreich erwiesen. Zahlreiche Rehabilitationssportgruppen sind im Netz zu finden, darunter auch das Netzwerk OnkoAktiv (https://netzwerk-onkoaktiv.de/), das ein sehr breit gefächertes Angebot für Menschen mit und nach Krebserkrankungen bereit hält. Näheres dazu in der Rubrik Leben nach und mit Krebs!