Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Homepage besuchen. Neben interessanten Nachrichten, aktuellen Expertenkommentaren und besonderen Personalien bieten wir jetzt auch einen direkten Zugang auf Informationen zu "Darmkrebsvorsorge jetzt" an (Button oben rechts). Nutzen Sie diese Möglichkeit. Wir sind in die nächsten 25 Jahre gestartet mit dem Ziel, die Teilnahmeraten an der Darmkrebsvorsorge weiter deutlich zu steigern. Darmkrebs ist vermeidbar! Die Stiftung wird ihr Engagement für die Darmkrebsvorsorge unbeirrt fortsetzen! Bitte unterstützen auch Sie uns weiterhin!

Dear international users, LebensBlicke Foundation looks back with satisfaction on 25 years of education and motivation for colon cancer prevention. A lot has been achieved. Since 2019 a nationwide organized invitation program for colon cancer screening is established.. However, fact is also that nearly 54,000 new cases of colon cancer and 24,000 deaths per year do occur despite this important progress. For LebensBlicke Foundation, this means continuing commitment to colon cancer prevention! Please do support us further!

Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke



Darmkrebs in Deutschland – Prognose und Wirklichkeit

Wir leben in einer älter werdenden Gesellschaft. In Deutschland liegt der Anteil der Bevölkerung über 50 Jahre bei ca. 40% und nimmt weiter zu. Das hängt vor allem mit den geburtenstarken Jahrgängen in den 50er und 60er Jahren („Babyboomer“) und der steigenden Lebenserwartung zusammen. Darmkrebs tritt in Deutschland zumeist bei älteren Menschen auf. Das mittlere Alter bei der Diagnose Darmkrebs beträgt für Männer 72 Jahren und für Frauen 75 Jahre. Diese Altersentwicklung der Bevölkerung und die Epidemiologie von Darmkrebs lässt deshalb einen Anstieg der Darmkrebshäufigkeit erwarten. Um diese Entwicklung zu quantifizieren haben Epidemiologen den Robert Koch-Instituts (RKI) im Jahr 2013 die Dynamik von Darmkrebs und Lungenkrebs, ausgehend von der Entwicklung bis 2009, bis 2020 modelliert (1). Dr. Dietrich Hüppe, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke, erläutert die Vorgehensweise: „Die Forscher gingen von zwei Szenarien aus: Einmal wurde ein Status-quo Szenario 1 Weiterlesen

Darmkrebs nach Polypektomie – Vermeidungsstrategien

Die niederländische Autorengruppe um Evelien Dekker macht in einem lesenswerten Kommentar auf Strategien aufmerksam, wie Karzinome nach Polypenentfernung, die sogenannten „Post Colonoscopy Colorectal Cancers (PCCRC)“ vermieden werden können. Mit einer Häufigkeit von 2-8 % aller kolorektalen Karzinome ist das PCCRC eine multifaktorielle Herausforderung. Die vorgeschlagenen Strategien zur Vermeidung dieses besonderen Karzinoms umfassen die nachgewiesene Qualität der Untersucher, die Aufklärung der Patienten zum individuellen Follow-up nach Polypektomie, die moderne Ausstattung von Endoskopie-Einheiten und, was besonders wichtig ist, das ständige Training aller Verantwortlichen in den aktuellen Techniken. „Alle endoskopierenden Ärzte sollten immer wieder aufgefordert sein, sich dieser klaren Strategien zu bedienen, um die doch beachtliche Häufigkeit dieser PCCRC zu senken“ so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender Stiftung Lebensblicke (van Roermund N et al. Gastroenterology 2025: 168 854-857).

Krebsexperten laden in Wacken zur After-Show-Party

Dem Netzwerk Patientenkompetenz e.V. gehen die Besucher des diesjährigen Wacken Open Air sprichwörtlich „nicht am Arsch vorbei“. Unter dem provokanten Slogan „Metalheadz, ihr geht uns nicht am Arsch vorbei – auf geht’s zur After-Show-Party“ wollen die Expertinnen und Experten des Netzwerks die Metal-Fans an den Stand im Foundation Camp holen. Die Einladung klingt lustig, hat aber einen ernsten Hintergrund. Darmkrebs gehört nach Lungenkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, an denen sowohl Männer als auch Frauen erkranken können. Gleichzeitig ist es aber die einzige Erkrankung, die durch eine Vorsorgeuntersuchung verhindert werden kann. Genau darauf will das Netzwerk Patientenkompetenz e.V. aufmerksam machen. Als Expertinnen und Experten werden Dr. Thomas Thomsen, Regionalbeauftragter der Stiftung LebensBlicke, Frau Ulrike Bade-Heinrich aus Itzehoe und Professor Thomas Hermann aus Heide auf dem Festivalgelände anwesend sein. Weiterlesen

Aufklärung über Risiken verständlich vermitteln!

Die sachgerechte und laienverständliche Aufklärung über Chancen und Risiken zum Beispiel bei endoskopischen Eingriffen wie der Darmspiegelung ist ein unverzichtbares Patientenrecht. Klagen werden immer wieder darüber geführt, dass die Patientinnen und Patienten vielfach wegen des „Medizinerdeutsch“ Information nicht verstehen, sich möglicherweise aber auch nicht trauen nachzufragen. Die Autorin Lea Stief gibt eine schöne Übersicht mit Tipps für eine effektive Aufklärung. Ein Aufklärungsgespräch sollte auf vage Begriffe wie häufig oder wahrscheinlich verzichten, sollte individuelle Risiken berücksichtigen, sollte Zahlen nur dann erwähnen, wenn sie eine echte Bedeutung für die Abwägung zum Eingriff haben. „In der Kommunikation zwischen Ärztin/Arzt und Patient ist und bleibt es unerlässlich, dass Aufklärung worüber auch immer im medizinischen Bereich, so klar und verständlich sein muss, dass der/dem Betroffenen die Entscheidung zu einem Ja oder Nein möglichst leicht gemacht wird“, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke (MMW Fortschr Med 2025; 167: 10).

Analyse randomisierter Studien zur Vorsorgekoloskopie

Die NordICC-Studie hat Zweifel an der Effizienz der Vorsorgekoloskopie gesät. Die Autoren hatten nach einem medianen Follow-up von 10 Jahren zwar eine signifikante KRK-Inzidenzreduktion von 18% berichtet; die Mortalität war aber nicht signifikant niedriger. In zahlreichen Kommentaren und Studien sind Zweifel an der Methodik und an der Analyse aufgekommen. Auch die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Hermann Brenner (DKFZ Heidelberg) hat sich mehrfach dieser Studie gewidmet, so auch in ihrer neuesten Arbeit. Aus einer vergleichenden Analyse mit anderen randomisierten Studien, so mit der NORCCAP Studie, haben sie den Schluss gezogen, dass die nicht gesunkene Mortalität die unzureichende Follow-up Zeit widerspiegelt, da in vergleichbaren Studien spätestens nach 9 Jahren die Mortalität zu sinken beginnt. „Man darf gespannt, aber auch sicher sein, dass die 20-Jahresauswertung der NordICC-Studie ein deutlich anderes Ergebnis zeigen wird“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender Stiftung Lebensblicke (Brenner H, Sergeev D, Heisser Th et al. Effect of Screening Colonoscopy on Colorectal Cancer Mortality: Lessons From Comparative Analyses of Randomized Trials. Alimentary Pharmacology & Therapeutics 2025;0:1-4).