
Ein 20-jähriger Abiturient aus Berlin zeigt mit seiner Abiturpräsentation, dass Präventionsbewusstsein keine Frage des Alters ist. Er hat sich einem zentralen Thema der Gesundheitsvorsorge gewidmet: der Darmkrebsvorsorge. Traditionell wird dieses Thema vor allem mit älteren Menschen in Verbindung gebracht – doch die Präsentation verdeutlicht, dass auch junge Generationen eine bedeutende Rolle spielen, wenn es um Aufklärung, gesunde Ernährung und Lebensweise sowie individuelle Vorsorge geht. Der Abiturient setzt sich mit Fragen der Gesundheitsprävention auseinander, auch wenn die persönliche Betroffenheit in dieser Generation (noch) nicht vorrangig gegeben ist. „Die Präsentation verdient es, von vielen Menschen gelesen zu werden“, betont Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, der als Großvater des Abiturienten zwar seit Jahrzehnten im Bereich Darmkrebsprävention engagiert ist, jedoch nicht für das Thema seines Enkels Pate stand.


Die chirurgische Behandlung des Mastdarmkrebses ist komplex aufgrund seiner besonderen Lage im kleinen Becken mit enger Nachbarschaft zu Nerven, welche für die Stuhl- und Urinkontinenz sowie für die Sexualfunktion verantwortlich sind. Vorteile der robotischen Chirurgie sind die bessere intraoperative Visualisierung und die präzisere Präparationsmöglichkeit durch bessere Abwinkelung der Instrumente auf engem Raum. Dies führt potentiell zu größerer onkologischer Radikalität bei gleichzeitigem Erhalt der wichtigen nervalen Strukturen im kleinen Becken. Die robotische Chirurgie beim Rektumkarzinom wird bereits breitflächig angewandt. Daten zu den onkologischen Langzeitergebnissen, insbesondere zu den funktionellen Resultaten nach OP, fehlen jedoch noch. Die REAL-Studie aus China hat die 3-Jahresergebnisse der robotischen mit der „konventionellen“ minimal-invasiven (laparoskopischen) Chirurgie beim Mastdarmkrebs (im mittleren und unteren Drittel lokalisiert) verglichen. Insgesamt konnten 1.240 Patientinnen und Patienten aus 11 Zentren eingeschlossen werden. Es wurden das lokale Wiederkehren des Krebses, das krankheitsfreie und das Gesamt-Überleben, die Urin- und Stuhlinkontinenz sowie die sexuelle Funktionsstörung evaluiert. Die robotische Chirurgie führte zu signifikant besseren Langzeitergebnissen beim Mastdarmkrebs im unteren und mittleren Drittel – verglichen mit der „konventionellen“ minimal-invasiven Chirurgie. Neben den onkologischen Resultaten sind hier auch die funktionellen Ergebnisse (Kontinenz von Urin und Stuhl) sowie die sexuelle Funktion von Relevanz. Text: Prof. Dr. Ines Gockel, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke. (
Wird der Körper im Kampf gegen seine Krebszellen unterstützt, ist das immer häufiger erfolgreich. Das wurde in einer groß angelegten internationalen Darmkrebsstudie gezeigt, die auf dem diesjährigen ASCO-Kongress unter dem Namen Atomic (ATOMIC) vorgestellt wurde. Die moderne Immuntherapie spielt dabei eine immer größere Rolle. Die Forschergruppe unter der deutschen Leitung von Anke Reinacher-Schick, Direktorin der Klinik für Onkologie und Hämatologie im St. Josef-Hospital (Klinikum der Ruhr-Universität), konnte an 712 Patienten zeigen, wie ein spezieller Antikörper (Atezolimab = humanisierter monoklonaler Antikörper) in Kombination mit einer herkömmlichen Chemotherapie (Oxaliplatin = zytostatisch wirksamer Arzneistoff) wirkt. Behandelt wurde dabei eine bestimmte Unterform des Darmkrebs Stadium III (mit Lymphknotenbefall). Dabei verdoppelte die Behandlung nach der Operation die Heilungsrate. Es konnte gezeigt werden, dass immuntherapeutische Präparate die körpereigenen Abwehrkräfte im Kampf gegen die Krebszellen stärken. Die kombinierte Gabe von Atezolizumab mit Oxaliplatin verbesserte signifikant die Heilungsraten und kann als neuer Therapiestandard bei Darmkrebs Phase III betrachtet werden. Die deutsche Studienleiterin Frau Reinacher-Schick resümiert: „Die Immuntherapie ist einer der erfolgreichsten Bausteine der modernen Krebsmedizin“. Text: Dr. H. Meyer – Stiftung Lebensblicke | Quelle: Focus online 29.6.2025