Hochverarbeitete Lebensmittel: alle gleich ungesund?

Vor dem Hintergrund, dass Ernährungsstudien zeigen, dass hochverarbeitete Lebensmittel mit einem deutlich erhöhten Diabetes- und kardiovaskulärem Risiko einhergehen, ist eine Übersichtsarbeit anhand von 14 Einzelstudien folgender Frage nachgegangen: Gehen verschiedene hochverarbeitete Lebensmittel mit dem gleichen Risiko einher? In der sogenannten NOVA-Klassifikation von Lebensmitteln (Ausmaß der industriellen Verarbeitung) gehören nämlich zahlreiche Produkte – von der Limonade bis zum abgepackten Vollkornbrot – zu den hochprozessierten Lebensmitteln. In der Analyse zeigte sich letztlich, dass Fleisch, süße Getränke (mit Zucker oder Süßstoff) und fette Brotaufstriche mit dem höchsten Risiko verbunden waren. Dahingegen schnitten hochverarbeitetes Brot und andere Vollkornprodukte bei Weitem besser ab. Die Autoren sehen hier das Salz, die gesättigten Fettsäuren und Nitrat als verursachende Agenzien. „Nicht alles, was in der NOVA-Klassifikation als hochprozessiert gilt, ist gleich gesundheitsschädlich“, so Professor Dr. Dieter Schilling vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. Kahleova H, Himmelfarb J Barnard ND BMJ Nutrition, Prevention and Health 2026;e001358

Neue Forschungsergebnisse zur Rolle von Darmbakterien

Das Wissen um die Rolle von Darmbakterien erweitert und verdichtet sich zu nehmend. Inzwischen wird immer deutlicher, dass das Mikrobiom z. B. auch für zahlreiche neurologische Erkrankungen mitverantwortlich sein dürfte. Umso wichtiger ist es, zu entschlüsseln, wie Darmbakterien das machen. Dazu haben Forscher u. a. des Helmholtz Zentrums München einen interessanten Beitrag hochrangig publiziert. Sie fanden molekulare Mechanismen, über die bakterielle Proteine direkt in menschliche Zellen eingeschleust werden können. Das Besondere daran ist, dass dieses Phänomen auch für nicht pathogene, sozusagen kommensale Bakterien nachgewiesen werden konnte. „Dieser Kommunikationsweg ist gerade auch für das Immunsystem bedeutend, da es damit Verständnis generiert für Erkrankungen, die durch seine Beeinträchtigung verursacht werden können, z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke (Young V, Dohai B, Halder H et al. Effector-host interactome map links type III secretion systems in healthy gut microbiomes to immune modulation. Nat Microbiol 2026; 11: 442-460).

Benefizkonzert mit Marc Marshall für den guten Zweck

Die Stiftung LebensBlicke lädt herzlich zu einem besonderen kulturellen Ereignis ein: Am 17.5.2026 findet in der Friedenskirche in Ludwigshafen ein Benefizkonzert mit dem renommierten Sänger statt. Der charismatische Sänger, bekannt durch seine ausdrucksstarke Stimme und seine berührenden Interpretationen, präsentiert gemeinsam mit seinem Pianisten René Krömer ein vielseitiges Programm aus Klassik, Chanson und moderner Musik – getragen von seiner unverwechselbaren Bühnenpräsenz. Mit diesem Konzert unterstützt Marc Marshall die Arbeit der Stiftung LebensBlicke, die sich seit vielen Jahren für Prävention und Früherkennung von Darmkrebs engagiert. Unter dem Motto „Musik verbindet – Vorsorge rettet Leben“ möchte die Stiftung nicht nur musikalisch begeistern, sondern auch gesellschaftlich sensibilisieren. Die Stiftung und Marc Marshall freuen sich auf viele Besucher, die nicht nur einen besonderen musikalischen Abend erleben, sondern zugleich ein wichtiges Präventionsanliegen unterstützen möchten. Tickets sind erhältlich bei allen Vorverkaufsstellen, der Friedenskirche und unter reservix.de

Stiftung LebensBlicke trauert um Erich Grohmann (ILCO)

Die Stiftung LebensBlicke trauert um Erich Grohmann, langjähriger Vorsitzender der Deutschen ILCO (steht für die Anfangsbuchstaben von Ileum (Dünndarm) und Colon (Dickdarm). Grohmann starb am 25. April 2026 im Alter von 76 Jahren in Bonn. Er übernahm ab 2007 die Verantwortung für die Region Rhein-Erft-Sieg. In den folgenden Jahren wirkte er nachhaltig im Landesverband NRW und seit 2011 im Bundesvorstand mit. Von 2014 bis 2023 war er 1. Bundesvorsitzender und zuletzt 2. Bundesvorsitzender der Deutschen ILCO e. V. In dieser Zeit war er maßgeblich dafür verantwortlich, dass die ILCO in ihrem Umfeld als professioneller Verband wahrgenommen wurde. Sein Blick war stets auf die Zukunft und die Weiterentwicklung des Verbands gerichtet. Erich Grohmann ist es dabei immer wieder gelungen, den Schulterschluss mit Partnerverbänden und Unterstützern zu finden. Vieles von dem, was Erich Grohmann für die ILCO getan hat, geschah im Verborgenen: in Gesprächen, in Gremien, in Vorbereitungen, in der Vernetzung und in der Interessenvertretung für Stomaträger, Menschen mit Darmkrebs und ihre Angehörigen. Mit Sachverstand, Ruhe und Beharrlichkeit hat er die ILCO über viele Jahre geprägt. „Wir danken ihm für sein großes und langjähriges Engagement, seine Verlässlichkeit, seine klare Haltung und seinen Humor“, so Prof. Dr. J.F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. „Erich Grohmann war auch ein wichtiger Unterstützer der Stiftung. Auch dafür gebührt ihm unser ganz besonderer Dank!“

20 Jahre IDZB – eine Erfolgsgeschichte

2006 gründete sich auf Initiative von niedergelassenen Gastroenterologen des bng unter Leitung von Priv. Doz. Dr. med. Christoph Schmidt das Integrative Darmzentrum Bonn (IDZB). Alle Kliniken, niedergelassenen Gastroenterologen, Onkologen, Radiologen und andere Fachgruppen konnten motiviert werden, sich zu beteiligen. So wurden alle Darmkrebspatienten in Bonn und dem Rhein-Siegkreis in einem gemeinsamen, durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten Zentrum mit vielen Standorten behandelt und betreut. Das IDZB konnte jetzt seine Bilanz nach 20 Jahren vorlegen. Zwischen 2008 und 2023 wurden im IDZB 11.377 Patienten mit kolorektalem Karzinom behandelt. Bei 7.164 Patientinnen und Patienten wurde ein Kolonkarzinom operiert und bei 3493 ein Rektumkarzinom. Dabei hat sich die Qualität der Versorgung innerhalb von 15 Jahren in diesem Zentrum erhebliche verbessert (siehe Tabelle 1).

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